Lebensdaten
1855 bis 1915
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116257989 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Knoblauch, Johannes

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Zitierweise

Knoblauch, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116257989.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1820–95), Prof. d. Physik in H., Präs. d. Leopoldina (s. ADB 51; Pogg. III), S d. Carl Frdr. Wilh. (1793–1859), preuß. Geh. Finanzrat, Stadtältester u. Bes. e. Seiden- u. Ordensbandfabrik, Stadtrat in B., u. d. Henriette Keibel;
    M Elisabeth (1827–55), T d. Frdr. Jul. Carl Gottfr. Zelle (1797–1857), Dr. phil., Prof. am Grauen Kloster in B., u. d. Amalie Wilh. Elis. Schmedding;
    Ov Carl (1789–1878), Gründer d. Gasges. u. Bürgerrepräsentant in Frankfurt/M.;
    Halb-B Oskar (1862–1946), Prof. d. Physik in München (s. L);
    - 1884 Luise (* 1865), T d. Rittergutsbes. Julius Leopold Eyssenhardt in Kl.-Kienitz u. d. Auguste Anna Roeder; 2 Pflege-K;
    N August (1863–1919), Dr. med., Dir. d. Neurolog. Klinik in Frankfurt/M. (s. Fischer).

  • Leben

    K. wurde vom Vater schon früh mit physikalisch-mathematischen Fragen vertraut gemacht. In Halle studierte er seit 1872 Jura, hörte aber zugleich Vorlesungen in Mathematik und Physik bei G. Cantor, E. Heine und seinem Vater. Nach weiteren Studien in Heidelberg bei M. Noether, Kirchhoff und Bunsen setzte K. seine nun ganz den Naturwissenschaften gewidmeten Studien 1874-78 an der Universität Berlin bei Weierstraß, Kummer, Kronecker, Helmholtz und wiederum Kirchhoff fort. Anschließend war K. als Lehrer an seiner ehemaligen Schule, dem Stadtgymnasium Halle, und seit 1879 am Grauen Kloster in Berlin tätig. Nach der Rückkehr zur Universität Berlin (1880) wurde er 1882 mit der Dissertation „Über die allgemeine Wellenfläche“ zum Dr. phil. promoviert und war dort nach seiner Habilitation (1883) als Privatdozent tätig. 1889 wurde er an der Universität Berlin zum außerordentlichen Professor der Mathematik ernannt und wirkte dort bis zu seinem Tode. Zu den großen Verdiensten K.s zählt die Herausgabe von Weierstraß' „Mathematischen Werken“ (6 Bände, 1894 ff., zum Teil mit G. Hettner) und „Vorlesungen über die Theorie der Abelschen Transcendenten“ (1902, mit demselben). Weierstraß hätte seine umfang- und ideenreichen Forschungsergebnisse kaum veröffentlicht. Daher hat K. allein aus den Vorlesungsmitschriften von Studenten die mühsame und zeitraubende Ausarbeitung und Niederschrift der Werke mit dessen Einwilligung durchgeführt. Bereits während des Studiums hatten K. und Georg Hettner (1854–1914, siehe Literatur) dem durch ein körperliches Leiden stark behinderten Weierstraß geholfen. Später wurde er dessen engster Vertrauter.

    K. selbst hat sich auf dem Gebiet der Differentialgeometrie, insbesondere dem der Flächentheorie als Forscher einen Namen gemacht. Auf seine Arbeiten hatte besonders J. Weingarten Einfluß. So war K.s „Einleitung in die allgemeine Theorie der krummen Flächen“ (1888) zunächst das einzige deutsche Werk, das die Grundlagen für die klassischen Arbeiten von Beltrami, Darboux und Weingarten geschlossen darstellte und über die Anfänge der Differentialgeometrie überhaupt hinausging. Hier findet sich zum Beispiel zum ersten Mal eine zusammenfassende Theorie der Differentialformen, die Anwendung des Invariantenbegriffs in der Differentialgeometrie. K. behandelte in seinen zahlreichen Arbeiten die flächengeometrischen Probleme überwiegend vom Standpunkt der Invariantentheorie aus. Er gehörte der Berliner Mathematischen Gesellschaft seit ihrer Gründung an und nahm aktiv an ihrer Arbeit teil.

  • Werke

    Weitere W u. a Plan z. Herausgabe v. L. Eulers ges. Werken, in: SB d. Math. Ges. Berlin 6, 1907;
    Grundlagen d. Differentialgeometrie, 1913. L Jberr. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 24, 1915, S. 456 f. (W, P);
    R. Rothe, in: SB u. Abhh. d. kgl. Ges. f. Botanik u. Flora zu Dresden 17, 1915, S. 19 f.;
    Pogg. IV, V. -
    Zu Halb-B Oskar: W. Meißner, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1944/48, 1948, S. 221 f.;
    ders., in: Geist u. Gestalt, Biogr. Btrr. z. Gesch. d. Bayer. Ak. d. Wiss., II, 1959, S. 212 f.;
    Pogg. IV-VII a. -
    Zu G. Hettner: Pogg. III-V (W).

  • Autor/in

    Ingrid Ahrens
  • Empfohlene Zitierweise

    Ahrens, Ingrid, "Knoblauch, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 194 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116257989.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA