Lebensdaten
1852 bis 1906
Geburtsort
Niederbexen (Westfalen)
Sterbeort
Meran
Beruf/Funktion
preußischer Baurat ; Eisenbahnkonstrukteur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116256052 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Borries, August Friedrich Wilhelm von
  • Borries, August von
  • Borries, August Friedrich Wilhelm von

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Zitierweise

Borries, August von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116256052.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1815–64), Rittergutsbesitzer, S des Wilhelm, Justizrat in Minden, und der Sophie Meyer;
    M Auguste (1825–67), E des Hamburger Senators Amandus Augustus Abendroth ( 1842), T des Advokaten Dr. August Abendroth (1796–1844) und der Conradine Therese Sievert;
    B Arthur (1853–1923), Dr. theol. h. c., sachsen-altenburgischer Staatsminister und Bevollmächtigter am Bundesrat;
    Hannover 1877 Luise, T des Großkaufmanns Wilhelm Rodewald in Bremen und der Amalie Müller;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Von Jugend auf technisch, besonders am Eisenbahnwesen, lebhaft interessiert, studierte B. 1870-73 an der Gewerbeakademie Berlin, war bei der Bergisch-Märkischen Eisenbahn (in Witten), dann bei der Preußischen Eisenbahndirektion Hannover tätig und wurde 1894 Mitglied der Direktion. 1902 wurde er als Professor für das Verkehrsmaschinenwesen an die Technische Hochschule Berlin berufen. Studienreisen und Teilnahme an Preisgerichten von Weltausstellungen führten ihn nach England, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Er hatte verschiedene ehrenvolle Ämter inne und erhielt mehrfach Preise für seine Erfindungen und Verbesserungen bei Lokomotiven.

    Es ist B.' Verdienst, daß durch Ministerialerlaß von 1895 das Verbundsystem bei allen Schnellzug- und bei Güterzuglokomotiven|für lange Strecken bei der Preußischen Staatsbahn eingeführt wurde. Durch die Verbundanordnung nach Mallet (Zweizylinder-Verbundlokomotiven) und das B.'sche Anfahrventil wurden große Mengen an Kohle und Wasser eingespart. Mitte der 90er Jahre setzte er sich außerdem für die Einführung der Vierzylinder-Verbund-Schnellzuglokomotive in Preußen ein und konstruierte an Stelle des „de Glehn-Systems“ eine weit einfachere Steuerung (B.'sche Steuerung genannt), die bald auf fast allen deutschen und vielen ausländischen Bahnen Verwendung fand und heute die in der Welt meist verbreitete ist. Auf B.' Entwurf und Initiative geht auch die Einrichtung einer der ersten europäischen Lokomotiv-Versuchsstationen (Grunewald) zurück.

  • Werke

    Üb. Compound-Lokomotiven, in: Glasers Ann. f. Gewerbe u. Bauwesen, Bd. 17, 1885, 41885 (Sonderabdruck);
    Schnellbetrieb auf Hauptbahnen, in: VDI-Zs., 1904, S. 949;
    Die neuere Entwicklung d. Lokomotivbaues im Gebiete d. Ver. dt. Eisenbahn-Verwaltungen, in: Organ f. d. Fortschritte d. Eisenbahnwesens, 1900, S. 232, 274, 297;
    Neuere Fortschritte im Lokomotivbau, in: VDI-Zs., 1902, Nr. 36;
    Mithrsg.: Die Eisenbahn-Technik d. Gegenwart, 1897–1901;
    Organ f. d. Fortschritte d. Eisenbahnwesens, 1889–1905.

  • Literatur

    E. Brückmann, Die Entwicklung d. Verbundlokomotiven, in: VDI-Zs. 30, 1896, S. 361-69;
    ebenda, 50, 1906, S. 353 (P);
    Dt. Zeitgenossen-Lex., 1905 (L);
    G. Barkhausen, in: Organ f. d. Fortschritte d. Eisenbahnwesens, NF 43, 1906, H. 3, S. 47-49 (P);
    Stahl u. Eisen 26, 1906, S. 370;
    C. Matschoss, Technik, 1925, S. 26;
    ders., Die Entwicklung d. Dampfmaschine II, 1908, S. 574-75;
    BJ XI (Totenliste 1906, L);
    F. Klemm, Die Technik d. Neuzeit, Bd. 3, 1941, H. 6/7, S. 113 f.

  • Autor/in

    Anny Kochherr
  • Empfohlene Zitierweise

    Kochherr, Anny, "Borries, August von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 474 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116256052.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA