Lebensdaten
1768 bis 1848
Geburtsort
Karwe bei Neuruppin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer Generalfeldmarschall ; Staatsmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116253665 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Knesebeck, Karl Friedrich von dem

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Zitierweise

Knesebeck, Karl Friedrich von dem, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116253665.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Wilhelm (1735–1803), preuß. Hauptm., S d. Karl Christoph Joh. (1672–1739), Amtshauptm. zu Kienitz u. Gottberg, Drost zu Hamm, preuß. Oberstleutnant u. Gen.adjutant, u. d. Anna Louise v. Bredow;
    M Sophie Henriette (1744–70), T d. Karl Ludwig v. dem Knesebeck, auf Tylsen b. Salzwedel, u. d. Charlotte Henriette v. Grumbkow;
    Ur-Gvm Friedrich Wilhelm v. Grumbkow ( 1739), preuß. Staatsmann u. FM (s. NDB VII);
    Schw Friederike (⚭ Wilhelm Gf. Henckel v. Donnersmarck, 1849, preuß. Gen.-Lt., gab K.s Aufzeichnungen üb. dessen Mission nach Rußland 1812 heraus sowie eigene Erinnerungen, s. ADB XI; Priesdorf III, S. 432-34, P);
    - Berlin 1815 Adolfine (1772–1844), T d. Karl Kuno Frdr. v. Klitzing (1728–86), preuß. Gen.-Major (s. Priesdorff II, S. 186 f.), u. d. Joh. Charl. Wilh. Regina v. Wangelin;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    K. trat mit 14 Jahren in den preußischen Militärdienst ein. Während des Feldzuges gegen Frankreich 1794 zeigte sich seine besondere Begabung für Generalstabsarbeiten. Sie wurde zur Grundlage für seine Karriere. Er gehörte zu jenen Kreisen literarisch gebildeter und auch publizistisch tätiger preußischer Offiziere, die stark dem Ideengut der Aufklärung verpflichtet waren. Auch seine kriegswissenschaftlichen Vorstellungen, die auf der vorsichtigen Defensivstrategie absolutistischer Heerführung basierten, waren dem vorrevolutionären Zeitalter verhaftet, doch zeigte sich K. den Praktiken der modernen Revolutionsheere gegenüber aufgeschlossen. In einer Denkschrift über die Anwendung einer variierten levée en masse in Preußen forderte er 1803: „Im Falle der Not ist jeder Eingeborene Soldat und verpflichtet, zur Staatsverteidigung beizutragen.“ Auf die preußische Kriegführung von 1806 blieben diese Ansichten noch ohne Einfluß. K. erlebte den Zusammenbruch Preußens als Oberstleutnant bei der verbündeten russischen Armee, wo er an wichtigen Operationsplanungen beteiligt war; unter anderem wird ihm der Plan der Schlacht von Pultusk zugeschrieben. – Nach dem Tilsiter Frieden unterbrach er seine militärische Laufbahn und betrieb die Landwirtschaft auf seinem väterlichen Erbteil in Karwe, wurde aber mehrfach zu militärpolitischen Missionen herangezogen. Kontroverse Beurteilung fand seine Gesandtschaft nach Petersburg vom März 1812. Nach eigener Darstellung galt sie dem Vortrag eines Defensivkriegsplans für Rußland gegen Frankreich, den Zar Alexander mit allen von K. entwickelten Details zum Operationsplan für die russische Armee bestimmt habe, wodurch schließlich die napoleonischen Heere in Rußland geschlagen werden konnten. Dieser Anspruch, der seit 1846 aus Kreisen der preußischen Generalität mehrfach für K. reklamiert wurde, ist später von der Forschung zurückgewiesen worden. Obgleich dabei nicht alle Aktivitäten der Petersburger Mission aufgehellt werden konnten, kann als gesichert gelten, daß K.s Behauptung, der strategische Gegenspieler Napoleons von 1812 gewesen zu sein, eine starke Übertreibung ist. – Im März 1813 berief ihn der preußische König zu seinem Generaladjutanten. K.s Leistung während der folgenden Kriegsjahre ist unterschiedlich gewürdigt worden. Seine Strategie des vorsichtigen Geländegewinns mit Berücksichtigung der Versorgungslinien widersprach der von Scharnhorst und Gneisenau geforderten offensiven Kriegführung und stimmte dagegen mehr mit den Vorstellungen des Königs überein. Als hochdekorierter Generalleutnant gehörte K. 1814/15 zur preußischen Delegation beim Wiener Kongreß, wo er nunmehr deutlich in Gegensatz zu den Reformern trat. Bis zu seinem Lebensende wirkte er an der Umbildung der preußischen Heeresorganisation in restaurativem Sinne und zählte zu den bekanntesten und einflußreichsten Generälen (1825 General der Infanterie, 1832 Schwarzer Adler-Orden, 1847 Generalfeldmarschall) des vormärzlichen Preußen.

  • Werke

    Bruchstücke aus d. hinterlassenen Papieren d. Kgl. Preuß. GFM C. F. v. d. K., 1850 (P);|

  • Nachlaß

    Nachlaß: Dt. Zentralarchiv Merseburg.

  • Literatur

    ADB 16;
    M. Lehmann, K. u. Schön, Btrr. z. Gesch. d. Freiheitskriege, 1875;
    v. d. Knesebeck, Eine diplomat. Trilogie aus d. Leben K. F. v. d. K.s, 1876;
    Priesdorff IV, S. 344-51 (P).

  • Autor/in

    Günter Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Günter, "Knesebeck, Karl Friedrich von dem" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 179 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116253665.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Knesebeck: Karl Friedrich von dem K., wurde zu Carwe, dem väterlichen Gute bei Neu-Ruppin, am 5. Mai 1768 geboren. Der Vater hatte als Offizier den siebenjährigen Krieg mitgemacht und bewirthschaftete dann seine Besitzung. Die Mutter, eine geborene von dem K., starb früh. Den Unterricht erhielt der Knabe bis zu seinem Eintritt im elterlichen Hause durch Privatlehrer. Vierzehn Jahre alt trat er in das Infanterieregiment v. Kalkstein in Magdeburg, ward 1787 als Porteépéefähnrich zum Regiment Herzog von Braunschweig nach Halberstadt versetzt, und 1788 Secondelieutenant. 1790 schickte man das Regiment nach Schlesien, 1792 nahm es an dem Feldzuge nach Frankreich und dann an dem Rheinfeldzuge Theil. K. focht mit bei Valmy, Pirmasenz und in den beiden Kämpfen bei Kaiserslautern. Während des Feldzuges von 1794 wurde er vom Herzog von Braunschweig zu Generalstabsarbeiten verwendet; durch die Führung einer Angriffscolonne bei Lautern zog er die Aufmerksamkeit seiner höheren Vorgesetzten auf sich. 1797 wurde er Premierlieutenant, 1799 als Hauptmann und Inspectionsadjutant, auf den Antrag des Generallieutenant v. Rüchel, nach Potsdam versetzt, und 1802 zum Major befördert. 1803 wurde K. Quartiermeister im Generalstabe, stand 1806 im October bei Rüchel's Corps, wurde aber am Tage vor der Schlacht bei Jena zum König Friedrich Wilhelm III. nach Weimar geschickt und blieb bei Auerstädt in dessen Nähe. In Magdeburg erhielt er Befehl, der Armee von Hohenlohe voranzugehen und für die Verpflegung auf dem beabsichtigten Marsche zur Oder Sorge zu tragen. So entging er der Kapitulation von Prenzlau. Während des Feldzugs 1806—7 in Preußen war K. theils im preußischen Hauptquartier, theils bei dem russischen Heere. Den Plan der Schlacht bei Pultusk (26. December) soll er entworfen haben. Dann wurde er nach Wien gesandt, um Oesterreich zu einer Diversion im Rücken des französischen Heeres zu bestimmen, deren Ausführung der Abschluß des Waffenstillstands und der Frieden zu Tilsit verhinderten. K. erhielt den Orden pour le mérite mit Eichenlaub, und wurde am 16. Juni 1807 zum Oberstlieutenant befördert, nahm aber im Herbst seinen Abschied und zog sich nach dem von seinem Vater ererbten Landgute Carwe zurück, wo er eifrig die Landwirthschaft betrieb, ohne die politischen und militärischen Angelegenheiten aus dem Auge zu verlieren. — In seiner früheren Garnison Halberstadt, wo damals Gleim lebte und viele von dessen litterarischen Freunden sich vorübergehend aufhielten, hatte K. geistige Anregung empfangen, er studirte die deutsche classische Litteratur und suchte fleißig die Lücken seines Wissens auszufüllen, hielt Vorträge in der dortigen litterarischen Gesellschaft und schrieb Aufsätze für die „Gemeinnützigen Blätter“. Seine militärischen Studien begannen erst, als Oberst v. Grawert (der spätere General) das Regiment bekam. Dieser, ein wissenschaftlich gebildeter Mann, regte im Offiziercorps die eingehendsten Studien der Feldzüge des Siebenjährigen Krieges|an. K. sagte selbst: „Grawert hat den Grund gelegt zu dem Wenigen, was ich später als Soldat geleistet“. Die damalige kriegswissenschaftliche Schule, zu welcher Graweit gehörte, beruhte auf der systematischen, defensiven, sich an das Terrain lehnenden Kriegführung der späteren Jahre des Siebenjährigen Krieges — nicht die kühne und energische Offensive des Königs, sondern die Feldzüge Ferdinands von Braunschweig und des Prinzen Heinrich schwebten ihm als Muster vor. Knesebeck's Anschauungen vom Kriege haben lebenslang die Fesseln dieses Grawert'schen Einflusses getragen (1803 überreichte er dem Herzog von Braunschweig ein Memoire, welches Gedanken einer Volksbewaffnung enthielt, die durch Carnots levée en masse geweckt waren). Als 1809 der Krieg zwischen Frankreich und Oesterreich ausbrach, eilte er nach dem Kriegsschauplatze und gewann die Ueberzeugung von der festen Haltung der österreichischen Armee, auch nach den Verlusten von Regensburg und Abensberg. Durch die Unvorsichtigkeit seines Freundes Heinrich v. Kleist, des Dichters, wurde er durch einen Pistolenschuß in den Arm verwundet und sandte, da er nicht selbst reisen konnte, dem Könige einen Bericht über den Zustand der österreichischen Armee ein, in welchem er vorschlug, einen Berichterstatter zu derselben zu schicken, um die Thunlichkeit einer Cooperation Preußens beurtheilen zu können. Dazu wurde K. gewählt, der, in etwas bedingter Form, die Theilnahme Preußens am Kriege und die Erhebung Norddeutschlands empfahl, was des Königs richtigere Beurtheilung der Verhältnisse verhinderte. Ehe K. nach Königsberg zurückkehrte, wurde der Waffenstillstand geschlossen. — Im Winter 1812 wurde K. vom König Friedrich Wilhelm III. nach Petersburg zum Kaiser Alexander gesandt, um ihn zur Erhaltung des Friedens mit Frankreich zu bestimmen. Er war auf Ancillon's Rath zu dieser Mission gewählt, weil er für einen Vertreter der Friedenspolitik galt. K. wurde nach seiner Rückkehr von St. Petersburg zum Obersten und am 6. März 1813 zum Generaladjutanten des Königs ernannt. Im persönlichen Verkehr, wie durch eingereichte Memoires hatte er den Entschluß des Königs, Frankreich den Krieg zu erklären und das Volk zur Erhebung aufzurufen, zu bestänken gesucht, dann wurde er bei Ausbruch des Krieges nach Wien geschickt, um den Beitritt Oesterreichs zur Coalition gegen Frankreich vorzubereiten, wurde dann Kaiser Alexander nach Kalisch entgegengeschickt, doch glückte ihm der dann durch Scharnhorst vollzogene Abschluß eines Alliancetractats mit Rußland nicht. In der Schlacht bei Bautzen (21. Mai 1813) leitete er den Rückzug des preußischen Heeres nach dem geschickten Abbrechen der Schlacht. Den oft und mit Unrecht getadelten Waffenstillstand im Sommer 1813 hat er befürwortet, nahm Theil an der Berathung des Trachenberger Operationsplanes, an den Schlachten bei Dresden, Culm und Leipzig, war aber als Anhänger einer vorsichtigen, methodischen Kriegführung gegen eine energische Verfolgung Napoleons; namentlich hielt er es für gefährlich, über den Rhein zu gehen und bis Paris zu dringen, ehe alle rückwärtigen Festungen erobert und neue Verpflegungslinien genommen waren. Denselben verzögernden Einfluß suchte er 1814 auszuüben und stand in lebhaftem Widerspruch zu dem Hauptquartier der Blücher'schen Armee. Auf seinen Rath war im Sommer 1813 während des Waffenstillstandes, an Stelle des von Blücher und Gneisenau erbetenen Clausewitz, sein Freund Müffling zum Quartiermeister der schlesischen Armee ernannt worden, weil man in dessen pedantischer und vorsichtiger Natur ein Gegengewicht gegen Blücher's rücksichtslose Energie und Gneisenau's Kühnheit zu finden hoffte. Für seine Leistungen in den Freiheitskriegen hatte K. das eiserne Kreuz zweiter und erster Classe erhalten, war am 11. December 1813 Generallieutenant geworden, begleitete den König von Paris nach London und ging zum Congreß nach Wien. 1815 war K. zum zweiten Male in Paris, begleitete 1819 den|Kronprinzen (später Friedrich Wilhelm IV.) auf einer Reise durch die Schweiz und Baiern, erhielt 1822 die königliche Domäne Röderhof als Gnadengeschenk, wurde 1825 Chef des reitenden Feldjägercorps und General der Infanterie, 1831 nach Gneisenau's Tode Oberbefehlshaber der aus vier Armeecorps bestehenden Observationsarmee in Posen und erhielt am 18. Januar 1832 den schwarzen Adlerorden. 1840 brachte er die Nachricht von dem Tode Friedrich Wilhelms III. nach Wien, wurde im October 1847 zum Generalfeldmarschall ernannt, erhielt gleich darauf den erbetenen Abschied und starb am 12. Januar 1848 auf seinem Landsitze Carwe, wo er sich während der Friedenszeiten, wenn ihn nicht besondere Missionen in Anspruch nahmen, meist aufgehalten hatte. — Wenige Monate nach seinem Tode veröffentlichte sein Schwager, General Graf Henckel von Donnersmark, im Beiheft des Militär-Wochenblatts einen Bericht des Verstorbenen über seine Mission (1812) nach Petersburg, in welchem K. das Verdienst beansprucht, den Kaiser Alexander von der Nothwendigkeit des Krieges gegen Frankreich und eines Rückzugs ins Innere von Rußland überzeugt zu haben, um so Napoleons Heer und Macht zu vernichten. In der Einsamkeit in Carwe will er diesen Gedanken gefaßt und die Rückzugsoperationen des russischen Heeres im Detail auf der Karte ausgearbeitet haben. Dann will er zum Könige gereist sein, und nachdem er diesen überzeugt habe, zu Kaiser Alexander mit geheimen Aufträgen gesandt sein. So hätte er großen Antheil an der Rettung Europas gehabt; seine Behauptungen wurden durch Zeugnisse seines alten Freundes Müffling verstärkt, der mit ihm Feldmarschall geworden war. 1850 erschienen „Bruchstücke aus den hinterlassenen Papieren des Generalfeldmarschalls Karl Friedrich von dem K.“ nur für die Familienglieder und Freunde, welche lebendig geschriebene Erinnerungen aus dem Leben desselben (die nur bis 1792 reichen) und einen Aussatz über die Sendung nach Rußland enthalten, welcher mit Henckel's Veröffentlichung übereinstimmt. Der poetische Anhang, meist die Familiengeschichte betreffend, zeigt ein unbedeutendes Talent, aber doch die vielseitig angeregte Natur des alten Herrn und seine lebhafte Phantasie, die im Verein mit der Gedächtnißschwäche des hohen Greisenalters ihn zum Niederschreiben der seltsamen Illusionen veranlaßt haben mögen, die seine Mission nach Petersburg 1812 betreffen. Die Stürme des J. 1848 und die folgende bewegte Zeit ließen kaum Zeit zu ernster Prüfung der Frage. Nur Bernhardi wies in Toll's Denkwürdigkeiten darauf hin, daß Kaiser Alexander, — wenn er K. versprochen, dessen Kriegsplan zu adoptiren und, immer weiter zurückweichend, nöthigenfalls erst in Kasan Frieden zu schließen — sein Versprechen nicht erfüllt habe, denn er forderte die Offensive von seinen Feldherren, lieferte westlich von Moskau große Entscheidungsschlachten und der Rückzug fand nur statt, um das Heer mit dem unter Bagration vereinigen zu können. Trotz dieser zweifelnden Bemerkungen galt Knesebeck's Darstellung im Allgemeinen für richtig. Erst 1875 veröffentlichte Dr. Max Lehmann Beiträge zur Geschichte der Freiheitskriege, in welchen er Scharnhorst gegen mehrere Vorwürfe, die ihm K. und Müffling machen, rechtfertigt, und aus inneren und äußeren Gründen nachweist, daß Knesebeck's Mission nach Petersburg eine friedliche war. Lehmann hat im geheimen Staatsarchiv ein von K. geschriebenes Memoire vom 21. Januar 1812 gefunden, in welchem dieser nachzuweisen sucht, daß „der Moment des Kampfes noch nicht gekommen, der Augenblick des Duldens noch vorhanden sei“. Das System der retrograden Linie, um den Feind in unfruchtbare Gegenden zu locken, sei ohne eine Allianz mit Oesterreich gefährlich für Rußland. K. war zu der Mission erwählt, weil der König und die Minister wußten, daß er damals den Frieden zwischen Rußland und Frankreich für wünschenswerth hielt. Das ist der heutige Stand der Frage, alle bisherigen|Versuche der Verehrer Knesebeck's, Lehmann's Kritik zu widerlegen, sind vergeblich gewesen, namentlich der, sein Memoire und seine Berichte aus Petersburg als die ostensiblen zu bezeichnen, die nur geschrieben seien, um St. Marson und Napoleon bekannt zu werden und sie irre zu führen. — K. war ein hochgewachseuer Mann von imponirendem Aeußeren, wenn Gneisenau in seinen Briefen an Clausewitz von dem „langen Manne“ spricht, meint er ihn. An Bildung, Kenntnissen und wissenschaftlichem Interesse überragte er die meisten Offiziere, die noch unter Friedrich II. und Friedrich Wilhelm II. im Heere gewesen. Er war ein pflichttreuer, uneigennütziger Mann, hat dem Vaterlande stets nach bester Einsicht mit allen Kräften gedient und stand König Friedrich Wilhelm III., der ihm lebenslang Vertrauen und Freundschaft bewiesen, persönlich nahe. In weiten Kreisen seiner Umgebung genoß er allgemeinste Verehrung. Ein Sohn des Verstorbenen ist Besitzer des Familiengutes Carwe.

  • Autor/in

    v. Meerheimb.
  • Empfohlene Zitierweise

    Meerheimb, von, "Knesebeck, Karl Friedrich von dem" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 281-284 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116253665.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA