Lebensdaten
1810 bis 1881
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Verlagsbuchhändler ; Druckereibesitzer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116236612 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kind, Karl Theodor
  • Klinkhardt, Julius
  • Kind, Karl Theodor

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Zitierweise

Klinkhardt, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116236612.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich August (1774–1850), Schuhmachermeister in L., Nachkomme d. Stadtrichters Christoph Klinghart (um 1700) in Halbau/Schlesien;
    M Erdmuthe Menge (1777–1850);
    Leipzig 1839 Julia Schreiber (1818–69);
    7 S, 2 T, u. a. Robert Julius (1841–1908), Verlagsbuchhändler (s. BJ 13, Tl.), Bruno (1843–97), KR, Druckereibes. (s. ADB 51);
    E Wilhelm Julius (1871–1935), Verlagsbuchhändler;
    Ur-E Walther (1899–1968, 1925 Annemarie Reclam), Dr. phil., Verlagsbuchhändler;
    Urur-E Julius (* 1926) u. Michael (* 1931), Verlagsbuchhändler.

  • Leben

    Nach seiner 1823 begonnenen Lehrzeit im Buchhandel gründete K. zunächst ein Sortimentsgeschäft, 1834 schließlich ein eigenes Verlagsgeschäft in Leipzig, das aus J. Sührings Verlags-Expedition mit einem Programm von sieben in verschiedenen Arbeitsbereichen angesiedelten Titeln hervorging. K. trat mit Pädagogen (Berthelt, Jäkel, Petermann, Thomas, Florey und Dittes) in Verbindung und legte den Schwerpunkt der verlegerischen Arbeit auf den Bereich der Pädagogik. Zu den Büchern für die Volksschule traten im Laufe der nächsten Jahrzehnte auch|Unterrichtswerke für das mittlere und höhere Schulwesen hinzu. Außerdem nahm seit 1853 das pädagogische Lehr- und Handbuch einen wesentlichen Platz im Verlagsprogramm ein. Neben dem Ausbau des Verlags widmete sich K. der Angliederung und Erweiterung graphischer Herstellungsbetriebe, die allerdings 1929 stillgelegt werden mußten. Aus der 1861 übernommenen Buch- und Notendruckerei „Umlauf & Lüder“ (Leipzig) entwickelte sich in wenigen Jahren ein graphischer Großbetrieb mit 220 Beschäftigten (1881: 400, 1910: 800), der 1874 eine Buchdruckerei mit 10 Schnellpressen, eine Schriftgießerei, eine Lithographische Anstalt (ehemals J. G. Bach) und eine Buchbinderei umfaßte.

    1870 nahm K. seine Söhne Robert Julius und Bruno in die Verlagsleitung auf, wobei ersterer vornehmlich den Verlag, letzterer die graphischen Betriebe betreute. Die beiden Brüder kauften Verlagshäuser in Berlin (1882) und Wien (1883) auf und erweiterten die Betriebsgebäude in Leipzig beträchtlich. Unter Robert Julius wurde mit der Herausgabe von „Die Deutsche Schule“, „Sammlung Stößner“ und „Pädagogium“ (herausgegeben von E. Meumann u. A. Fischer, später von A. Huth) begonnen.

    K.s Enkel Wilhelm Julius steuerte den Verlag durch die schwierigen Jahre während des 1. Weltkriegs, der Inflation und der Weltwirtschaftskrise. Neben der Erziehungswissenschaft war es nun auch die Betriebswirtschaftslehre, die in dem von Wilhelm Julius übernommenen Verlag G. A. Gloeckner gefordert wurde.

    Nachdem das Stammhaus Ende 1943 zerstört worden und eine Fortführung des Verlags in der bisherigen Form in Leipzig nicht mehr möglich war, übersiedelte K.s Urenkel Walther (seit 1929 in der Firmenleitung) nach Bad Heilbrunn (Oberbayern); seit 1948 betrieb er die Firma als Versandbuchhandlung, seit 1950 wieder als Verlag. Er baute das pädagogische Verlagsprogramm weiter aus, unter anderem durch „Klinkhardts Pädagogische Abrisse“. Später traten die Sammlungen „Didaktische Grundrisse“, „Texte zur Fachdidaktik“ und „Studientexte zur Grundschuldidaktik“ hinzu. Während einiger Jahre wurden auch mykologische Arbeiten und die „Zeitschrift für Pilzkunde“ im Verlagsprogramm geführt; dieses Gebiet war 1952 vom Verlag Werner Klinkhardts übernommen und 1968 an den Verlag Cramer abgegeben worden. 1959 beziehungsweise 1964 traten Walthers Söhne Julius und Michael in die Firma ein, deren alleinige Leitung sie 1968 übernahmen.

  • Werke

    Gedichte, 1867, 1877 (unter Ps. Karl Th. Kind).

  • Literatur

    Goldene Erinnerungsbll. z. 50j. Buchhändler-Jubiläum v. J. K. 1824/74, 1874 (P);
    C. B. Lorck, Die Druckkunst u. d. Buchhandel in Leipzig durch 4 Jhh., 1879;
    Erinnerungsbll. an d. Feier d. 50j. Jubiläums d. Fa. J. K. am 1. Mai 1884, 1885 (P);
    K.sche Fam.bll. f. d. Sippen Klinkhardt-Klinghardt-Klinkhart-Klickhard Nr. 4, 1918 (P), Nr. 6, 1938;
    125 J. J. K., 1959.

  • Autor/in

    Michael Klinkhardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Klinkhardt, Michael, "Klinkhardt, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 100 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116236612.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Klinkhardt: Julius K., geboren in Leipzig am 24. Juli 1810, begründete seine Selbständigkeit als Buchhändler am 1. Mai 1834, an welchem Tage er die Suhring'sche Verlagsanstalt zu Leipzig in seinen Besitz brachte. K. widmete sich mit eifrigem Interesse dem Ausbau des von ihm erworbenen, noch in sehr kleinen Verhältnissen befindlichen Geschäfts; zuerst pflegte er hauptsächlich den fremdsprachlichen Verlag, später wandte er sich mit Vorliebe der pädagogischen Verlagsrichtung zu. Er hatte die Freude, sein Streben von Erfolg begleitet zu sehen und eine allmähliche Vergrößerung der Firma vornehmen zu können. Im J. 1844 gründete er ein Sortiments- und Commissionsgeschäft, das ihm zunächst ein Förderungsmittel für seinen eigenen Verlag sein sollte, das er aber bereits im J. 1850, infolge der Ausdehnung seines Verlagsgeschäfts, an Otto Klemm verkaufte.

    Eine weitere Ausdehnung erfuhr das Geschäft, außer durch Klinkhardt's eigene Unternehmungen, sowie durch eine Reihe Erwerbungen, u. a. (1860) des Verlags von L. Mertens in Leipzig, ferner (1869) einer Unzahl Werke aus dem G. Mayer'schen Verlag, (1849) durch Uebernahme von Chun's Verlag in Berlin und in demselben Jahre durch Ankauf der Jütting und Weber'schen Lehrbücher aus dem Verlage von Siegismund & Volkening in Leipzig, jener Schulbücher, welche sich in der Folge zu einem mächtigen Stützpunkte seiner Verlagsthätigkeit erheben sollten. K. hatte bereits in dem Jahre 1849 sich seine Specialität gewählt: den Schulbücherverlag, und diesen durch Herausgabe der „Lebensbilder“ (4 Theile, bearbeitet von den vier Schuldirectoren Berthelt, Jäckel, Petermann und Thomas) begonnen.

    Der geradezu großartige Erfolg, den diese jetzt weltbekannten Schulbücher errangen, verschaffte K. gar bald einen geachteten Namen und zeitigte eine größere Anzahl anderer in diese Specialität einschlagender Verlagsartikel, darunter auch Zeitungen, von welch' letzteren wir nur die „Allgemeine deutsche Lehrer-Zeitung“ (1849 begründet) und die „Sächsische Schulzeitung“ (seit 1858) nennen wollen. Alle diese Unternehmungen glückten K. in hervorragendem Maße und steigerten den Umfang des Geschäfts, so daß es bald in die vordere Reihe der Leipziger Buchhändlerfirmen rückte. Klinkhardt's Speculationslust begnügte sich aber nicht mit den von ihm als Verleger erzielten Resultaten. Bereits im J. 1861 war durch Ankauf der Lüders & Umlauf'schen Buchdruckerei das Geschäft erweitert worden; 1869 folgte die Errichtung einer eigenen Buchbinderei, zu der sich später (1870) der Ankauf der Schelter'schen Schriftgießerei gesellte. Durch diese großartigen Unternehmungen hatte das Klinkhardt'sche Geschäft ganz gewaltige Dimensionen erreicht; nichts vermag dies besser zu illustriren, als die Thatsache, daß sich das Personal der Firma, das 1871 120 Personen zählte, im J. 1889 bis auf ca. 500 gesteigert hat. — K. beschloß sein thaten- und erfolgreiches Leben am 26. April 1881. Nach seinem Tode ging die Firma an seine beiden Söhne Robert und Bruno Klinkhardt über, welche dem Vater bereits lange Jahre vorher, Robert seit 1861 und Bruno seit 1862, als thatkräftige Mitarbeiter zur Seite gestanden hatten und später als Theilhaber eingetreten waren. Die Söhne blieben nicht da stehen, wo der Vater aufgehört hatte zu schaffen; in seinem Geiste und in seinem Sinne wirkten sie weiter, bauten den Verlag weiter aus und brachten mit der Zeit die Leistungen ihrer Druckerei auf eine Stufe der Vollkommenheit, die sie allen andern berühmten Druckofficinen ebenbürtig zur Seite stellte; auch erweiterten sie das Geschäft noch durch Errichtung von Filialen (1881) in Berlin und Wien, für welch letztere die Erwerbung des H. Manz'schen Verlags die Grundlage bildete; gleich dem Stammhause pflegt diese die Herausgabe gediegener Schul- und Lesebücher für die österreichischen Staaten. Nach Bruno Klinkhardt's Tode (1898) ist Robert K. Besitzer der Firma.

  • Autor/in

    K. F. Pfau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pfau, Karl Friedrich, "Klinkhardt, Julius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 51 (1906), S. 234-235 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116236612.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA