Lebensdaten
1734 bis 1778
Geburtsort
Prag
Sterbeort
Prag
Beruf/Funktion
Anatom ; Chirurg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136215742 | OGND | VIAF: 83773259
Namensvarianten
  • Klinkosch, Joseph Thaddäus
  • Klinkosch, Joseph Thaddäus
  • I. T. K.
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Zitierweise

Klinkosch, Joseph Thaddäus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136215742.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Adam Joseph (1707–72), Gelbgießer, Langmesserschmied in P., S d. Adam ( 1718), aus Danzig, Gelbgießer u. Langmesserschmied in P., u. d. Katharina Eleonore Staub aus P.;
    M Barbara (1704–53), T d. Adam Richter in P. u. d. Barbara N. N.;
    B Martin (1735–1809), Metallgießer in P. (s. L);
    - Prag 1762 Anna Kucera;
    2 T.

  • Leben

    K. besuchte die Jesuitenschule in Prag. 1750 begann er mit dem Studium der Rechte, brach es aber 1751 ab und wandte sich der Medizin zu, wobei ihn besonders die Anatomie fesselte (Promotion 1761). Schon 1762 erhielt er eine außerordentliche, 1763 eine ordentliche Professur für Anatomie in Prag, später auch noch für Chirurgie. K. war der erste Prager Anatom, der regelmäßig Präparierkurse abhielt. Sein Einsatz und seine Geschicklichkeit während einer Seuche 1770/71 sowie seine Veröffentlichungen machten ihn auch außerhalb Böhmens bekannt. Seine umfangreiche Korrespondenz umfaßte Namen wie A. von Haller, G. van Swieten, J. Ingenhouß und A. Volta. – K. hat sich besondere Verdienste durch seine Untersuchungen über die Struktur der Knochengewebe erworben, deren Entwicklung aus dem Bindegewebe er lehrte. Von Bedeutung sind auch seine und seiner Doktoranden Arbeiten über die zellige Struktur der Haut, sowie seine Beschreibung der aus einem zelligen Gewebe gebildeten, gefäß- und nervenlosen Epidermis. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit galt seine Vorliebe auch physikalischen Untersuchungen und Experimenten, die ihn mehrere Erfindungen hervorbringen ließen. Er installierte als erster in Böhmen einen Blitzableiter.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ges. d. Wiss. Göttigen (1775).

  • Werke

    u. a Positiones de actionibus naturalibus, 1755;
    Theses physiologicae de sensibilitate et irritabilitate ex experimentis factis deductae theses, 1761;
    Observatio de sensibilitate tendinis et raro cutis morbo, 1775;
    Dissertationes medicae selectiores Pragensis quas collegit et edidit J. Th. K., 1775.

  • Literatur

    ADB 16;
    D. Kirndörfer, Die Personalbibliogrr. d. Professoren u. Dekane (Nicht-Professoren) d. med. Fak. d. Karl-Ferdinands-Univ. in Prag im Zeitraum v. 1749-1880, 1971, S. 49 ff.;
    Wurzbach|XII (W);
    Pogg. I;
    BLÄ. - Zu B Martin:
    F. M. Pelzel, Abb. Böhm. u. Mähr. Gel. u. Künstler nebst kurzen Nachrr. v. ihren Leben u. Werken, 4. T., 1782, S. 152-63.

  • Autor/in

    Erhart Kahle
  • Empfohlene Zitierweise

    Kahle, Erhart, "Klinkosch, Joseph Thaddäus" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 101 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136215742.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Klinkosch: Joseph Thaddäus K., Arzt, den 24. Octbr. 1734 in Prag geboren, hatte sich zuerst dem Studium der Rechte gewidmet, wandte sich aber später der Medicin zu und erlangte im J. 1761 nach Vertheidigung seiner Inauguraldissertation „De sensibilitate et irritabilitate ex experimentis factis deductae“ an der Prager medicinischen Facultät die Doctorwürde. — Während|seiner Studienzeit hatte er sich besonders mit anatomischen Untersuchungen beschäftigt und durch seinen Eifer und seine Geschicklichkeit die Aufmerksamkeit der Professoren so sehr auf sich gezogen, daß er bald nach seiner Habilitation als praktischer Arzt zum Professor der Anatomie ernannt wurde. — Neben seiner akademischen Thätigkeit und einer ausgebreiteten ärztlichen Praxis beschäftigte er sich mit Vorliebe mit physikalischen Studien und Experimenten, für deren Ausführung er in genialer Weise Instrumente und Apparate ersann (K. hat in Böhmen den ersten Blitzableiter, und zwar 1775 auf dem grast. Nostitz'schen Schlosse zu Mieschitz aufgerichtet). Seine Leistungen auf den verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften fanden bei vielen seiner hervorragenden Zeitgenossen, bei van Swieten, Haller, Ingenhouß, Volta, mit welchen er in brieflichem Verkehr stand, u. a. volle Anerkennung und so wurde er im J. 1775 mit der Ernennung zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ausgezeichnet. — Seine litterarischen Arbeiten, welche K. nur in Programmen und anderen akademischen Gelegenheitsschriften veröffentlicht hat, behandeln verschiedene Gebiete der Medicin, vorzugsweise anatomischer und pathologisch-anatomischer Natur; sie sind gesammelt in 2 Bänden (1775, der zweite Band, nach seinem Tode 1793) erschienen und enthalten manches Werthvolle. Ein jäher Tod raffte den thätigen Mann in seinem 44. Lebensjahre am 16. April 1778 hin.

  • Autor/in

    A. Hirsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirsch, August, "Klinkosch, Joseph Thaddäus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 196-197 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136215742.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA