Lebensdaten
1859 bis 1933
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Cellist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116230797 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klengel, Julius

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Zitierweise

Klengel, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116230797.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius (1818–79), Dr. phil., Naturkundler, Gesangslehrer, Dichter, Komponist, S d. Moritz|Gotthold (1793–1870), Geiger im Gewandhausorchester u. Lehrer am Konservatorium in L., u. d. Susette Roger;
    M Elisabeth Werner (1818–90);
    Ur-Gvv Joh. Gottlieb (1761–1848), Kantor in Stolpen;
    B Paul (1854–1935), Dr. phil., Mitgl. d. Gewandhausorchesters, Lehrer am Konservatorium in L. 1883-86 u. 1907-34, seit 1881 Dirigent in L., Stuttgart u. New York, Komponist u. Pianist (s. L);
    1884 Helene Kretschmann ( 1934);
    1 S, 4 T.

  • Leben

    K. begann bereits mit 7 Jahren das Violoncellospiel, wurde Schüler von Emil Hegar u. S. Jadassohn (Theorie) und war schon als 16jähriger, vor seinem Abitur, ein begehrter Solist. Seit 1878 unternahm er Konzertreisen in Europa und wurde 1881 Solocellist im Gewandhausorchester, dem er bis 1924 angehörte. Zur gleichen Zeit wurde er auch Lehrer am Leipziger Konservatorium (Titel Professor 1899); in dieser Stellung blieb er bis zu seinem Lebensende. Er erlebte mitschaffend die große Zeit des Gewandhausorchesters unter Arthur Nikisch und (seit 1922) unter W. Furtwängler. Nach Fr. Grützmacher war er in Mitteldeutschland der bedeutendste, auch von Brahms bewunderte Meister seines Instruments, ebenso berühmt aber auch als Lehrer. Aus seiner Schule sind unter anderem die Violoncellisten E. Feuermann, P. Grümmer, L. Hölscher, W. Lamping, R. Metzmacher und G. Piatigorsky hervorgegangen. Er besaß eine ungewöhnliche pädagogische Begabung, verstand es, die ihm anvertrauten Talente durch individuelle Führung zur Entfaltung zu bringen und wußte seinen Unterricht dank einer umfassenden Literaturkenntnis und staunenswerter Gedächtnispräsenz durch Beispiele stets interessant zu beleben. Überragendes Können verband sich in seinem Spielen und Lehren mit sublimer künstlerischer Kultur. Beachtliches leistete er auch als Komponist im Bereich seines Spezialgebietes, sowie in seinen Studienwerken.

  • Werke

    u. a. f. Orch.: Serenade f. Streicher op. 24;
    Konzertouvertüre op. 36. -
    Konzerte: 4 Konzerte f. Violoncello u. Orch. op. 4, op. 20, op. 31, op. 37;
    Konzert f. 2 Violoncelli op. 45;
    Doppelkonzert f. Violine u. Violoncello op. 61. -
    f. Violoncello allein: Caprice in Form e. Chaconne op. 43 - Suite op. 56;
    Chaconne op. 63. -
    f. mehrere Violoncelli: Suite f. 2 Vc. op. 22;
    Kleine Suite f. 3 Vc. op. 59;
    2 Stücke f. 4 Vc. op. 5;
    Variationen üb. ein eigenes Thema f. 4 Vc. op. 15 u. op. 28;
    Hymnus f. 12 Vc. op. 57. -
    f. Violoncello u. Klavier: Sonata op. 23, Sonatinen op. 47 u. op. 48 (je 3);
    viele Vortragsstücke. -
    f. Orgel u. Violoncello: Suite op. 54. -
    Kammermusik: Klaviertrio op. 25;
    Streichquartette op. 21 u. op. 34;
    Streichsextett op. 60. -
    Unterrichts- u. Studienwerke: Techn. Studien durch alle Tonarten, 1909;
    Tägl. Übungen, 1911 - Hrsg. u. Bearb. versch. Kompp. v. Bach, Brahms, Haydn, Schumann, Volkmann u. a.

  • Literatur

    A. Dörffel, Gesch. d. Gewandhauskonzerte zu Leipzig, 1884;
    M. Unger, in: Neue Zs. f. Musik 86, 1919 (P);
    H. Grabner, in: Dt. Tonkünstlerztg. 27, 1929;
    E. Creuzburg, Die Gewandhauskonzerte zu Leipzig 1781-1931, 1931;
    J. Hohlfeld, Leipziger Geschlechter I, 1933 (darin Ergebnisse d. Fam.-forschung v. Eva Klengel, T);
    B. Weigl, Hdb. d. Violoncello-Lit., 31929;
    MGG VII (auch f. Fam.);
    Riemann (auch f. B Paul). - Zu Paul Klengel: Arionenztg. 45, H. 3, 1935 (P).

  • Autor/in

    Anton Würz
  • Empfohlene Zitierweise

    Würz, Anton, "Klengel, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 39 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116230797.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA