Lebensdaten
1630 bis 1691
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Architekt ; Ingenieuroffizier
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 120911876 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klengel, Wolf Caspar (bis 1664)
  • Klengel, Caspar (bis 1664)
  • Klengel, Caspar von
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Zitierweise

Klengel, Wolf Caspar von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120911876.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Caspar (1594–1654), Ob.steuerbuchhalter;
    M Sabine Elisabeth, T d. Wolfgang Fischer, kursächs. Hauptm. in d. Trabantenleibgarde, u. d. N. N. Buchner;
    Ur-Gvm Paul Buchner d. Ä. (1531–1607), Oberzeug- u. Baumeister in D., seit 1585 maßgebl. an d. Schloß- u. Festungsbauten beteiligt;
    Groß-Om Augustus Buchner ( 1661), Dichter u. klass. Philol. (s. NDB II);
    B Christian v. K. (Reichsadel 1664), Prof. d. Rechte in Wittenberg, kursächs. Kammer- u. Geh. Rat (s. Jöcher), Karl v. K. (Reichsadel 1664), Artillerieoffz. in kaiserl., schwed., dän. u. angebt, engl. Diensten;
    - Dresden 1662 Maria (1645–1717), T d. Franz Bex (1604–61), Pfänner in Halle/Saale, Kauf- u. Ratsherr in Leipzig, u. d. Elisabeth Satzer;
    4 S, 4 T, u. a. Hans Caspar, braunschweig. Gen.-Major.

  • Leben

    K. wurde durch Christoph Pinkerden Älteren in Mathematik, Geometrie und in der Militärbaukunst unterwiesen sowie durch Offiziere des Dresdner Zeughauses in das Artilleriewesen und in die Feuerwerkerei eingeführt. Zur Vertiefung seiner Ausbildung unternahm er 1647-49 eine Reise nach den Niederlanden und nach Frankreich. In Leiden setzte er seine Studien bei dem Mathematiker Origanus fort, Besichtigungen der bedeutendsten holländischen und belgischen Festungen erweiterten seine Kenntnisse auf dem Gebiet des Festungsbaues und des Artilleriewesens. Nach einem Aufenthalt in Paris trat er 1649 vorübergehend als Volontär in das zu Abbeville stationierte Regiment des Feldmarschalls Joachim Rüdiger von der Goltz ein. Von Dresden aus begann er 1651 eine Reise nach Italien, die ihn über Venedig und Florenz nach Rom führte, wo er unter anderem die Bekanntschaft Athanasius Kirchers machte, mit dem er mathematische und mechanische Fragen erörterte. Über Süditalien setzte er seine Reise bis nach Malta fort, 1652-54 soll er an den Feldzügen der Malteser gegen die Berber teilgenommen haben. 1654/55 stand K. als Hauptmann in venezianischen Diensten, wobei ihm die Aufsicht über die dalmatinische Festungen übertragen wurde.|Berichte über seine Tätigkeit als Ingenieuroffizier, die er dem sächsischen Kurprinzen Johann Georg (II.) sandte, veranlaßten 1656 seine Berufung zum Oberlandbaumeister. Da sein Aufgabengebiet auch die Ausgestaltung von Hoffesten und die Verwaltung der Kunstsammlungen umfaßte, wurde er mehrfach zu Verhandlungen mit Künstlern und zu Ankäufen, aber auch mit diplomatischen Aufträgen ins Ausland gesandt, 1656-61 vor allem nach Italien, 1669 nach England, 1670 nach Holland. Schon 1658 mit der Erneuerung der kurfürstlichen Räume im Dresdner Residenzschloß beauftragt, war er seit 1661 vorwiegend mit Bauten für den Kurfürsten Johann Georg II. und den Hof beschäftigt. 1664 wurde K. zum Kammerjunker ernannt, 1665 zum Oberstleutnant befördert. 1672 erhielt er als Oberinspektor der Zivil- und Militärgebäude die Leitung des gesamten kurfürstlichen Bauwesens, zugleich wurde er Oberkommandant der Festungen Sonnenstein und Stolpen. Die militärische Seite seines Aufgabengebietes, insbesondere der Festungsbau, nahm ihn seitdem stärker in Anspruch. 1676 erfolgte die Beförderung zum Oberst der Artillerie und 1677 die Übertragung der Aufsicht über das Bauwesen der Residenz, ebenfalls vorwiegend aus militärischen Rücksichten heraus. Während daneben die künstlerischen Arbeiten für Kurfürst Johann Georg II. bis zu dessen Tode 1680 weiterliefen, wurde K. unter Johann Georg III., dem „sächsischen Mars“, fast ausschließlich durch die Verwaltungstätigkeit und durch militärische Aufgaben beansprucht. 1685 wurde er zum Oberkommandanten der Festungen Neu- und Altendresden ernannt, 1689 zum Generalwachtmeister.

    Obwohl K. vor allem wegen seiner militärbaulichen Kenntnisse zum Oberlandbaumeister berufen worden war, rückten unter Johann Georg II. die Aufgaben der höfischen Repräsentation in den Vordergrund, was seinen Neigungen offenbar entgegenkam. Die Anpassung des Dresdner Residenzschlosses an die Bedingungen einer barocken Hofhaltung stand im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens, eine Aufgabe, die K. allerdings unter Beibehaltung des Renaissancebaues in herkömmlicher Weise durch das Zufügen einzelner Baulichkeiten lösen mußte. Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung des höfischen Barocks in Dresden war dabei der Bau des Komödienhauses (1664), neben dem Wiener (1651) und dem Münchner (1657) einer der ersten deutschen Theaterbauten. Die genealogisch betonte Verherrlichung des Fürstenhauses, die sich Johann Georg II. angelegen sein ließ, äußerte sich in Mausoleumsentwürfen (1651, 1658), in der Erneuerung der Dresdner Schloßkapelle (1661), die gleichermaßen der frühbarocken höfischen Musikpflege unter Heinrich Schütz diente, in der Wiederherstellung der Fürstenkapelle und der Albrechtsburg zu Meißen sowie in der Ausgrabung der Fürstengräber zu Altzella (1676), die ebenfalls mit einem Mausoleumsentwurf verbunden war. – Von außerordentlicher Bedeutung für die städtebauliche Entwicklung Dresdens war K.s Planung für den Neuaufbau von Altendresden (Dresden-Neustadt) nach dem Brand von 1685, wobei er an Vorbilder des barocken italienischen Städtebaues anknüpfte.

    Sein Werk, in dem sich der Übergang vom Manierismus zum Barock vollzieht, bezeichnet den Beginn der durch einen deutschen Künstler eingeleiteten sächsischen Barockarchitektur. Ausgangspunkt seines Stiles ist die höfische Dresdner Architektur des frühen 17. Jahrhunderts. Seine Kenntnis des italienischen Barocks äußert sich weniger formal als durch die Neigung zu einer großformigen Gestaltungsweise und zur architektonischen Monumentalität. Als Chef des Oberbauamtes hat er die Entwicklung der nachfolgenden Architektengeneration bis hin zu M. D. Pöppelmann wesentlich beeinflußt, als Lehrer der kurfürstlichen Prinzen hat er den späteren Kurfürsten August den Starken in die Grundlagen der Baukunst eingeführt. K. hat dadurch stärker in der sächsischen Barockarchitektur nachgewirkt als durch seine Bauten. Sie fielen zu einem großen Teil sehr bald schon dem sich wandelnden künstlerischen Geschmack und den hochfliegenden Bauplänen Augusts des Starken zum Opfer, der andererseits K.s großzügige Planung für den Aufbau der Dresdner Neustadt verwirklicht hat.

  • Werke

    Weitera W u. a. in Dresden: Ballhaus, 1668;
    Bebauungsplan Friedrichstadt, 1670;
    Erhöhung d. Sthloßturmes, 1674;
    Reithaus, 1677;
    Ausbau d. Altendresdner Festungswerke, 1683;
    Grünes Tor d. Schlosses, 1690. -
    Schloßkapelle in Moritzburg, 1661;
    Festungsbauten in Stolpen, 1675 u. Königstein, 1676. -
    2 Mss. üb. d. Artilleriewesen. 1 üb. Feuerwerke (Stuttgart, Württ. Landesbibl.).

  • Literatur

    ADB 51;
    B. Schmidt, Lpr., 1691 (Nekr., P);
    F. A. Frhr. ôByrn, in: Mitt. d. Kgl. Sächs. Alterthumsver. 22, 1872, S. 29-51;
    E. Sigismund, Ein sächs. Künstler u. Soldat d. 17. Jh., in: Dresdner Gesch.bll. 22, 1913, S. 33-56 (P);
    A. Döring, Die Neue Königstadt, 1920;
    F. Löffler, Das alte Dresden, 1955, 51966;
    E. Hempel, Unbekannte Skizzen v. W. C. v. K., 1958 (P);
    G. Meinert, Zur Gesch. d. Theaterbaus in Dresden, I. Das erste Opernhaus, in: Sächs. Heimatbll. 14, 1968, S. 209-13;
    W. Hentschel, Die Zentralbauprojekte Augusts d. Starken, 1969;
    ders., Denkmale sächs. Kunst, Die Verluste d. 2. Weltkrieges. 1973;
    ders., Bibliogr z. sächs. Kunstgesch., 1960;
    ThB (L, auch f. Ur-Gvm P. Buchner).|

  • Quellen

    Qu.: Dresden, Staatsarchiv, Stadtarchiv u. Sächs. Landesbibl.

  • Portraits

    Ölgem. v. H. C. Fehling, um 1680 (Dresden, Gem.gal.);
    Kupf. v. M. Bodenehr n. d. Gem. Fehlings, um 1690 (ebd., Kupf.kab.), Abb. b. Sigismund, s. L. Singer 48 497 f.

  • Autor/in

    Walter May
  • Empfohlene Zitierweise

    May, Walter, "Klengel, Wolf Caspar von" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 40-42 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120911876.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Klengel: Wolf Caspar von K., Baumeister und Ingenieur, ist am 8. Juni 1630 zu Dresden als Sohn des kursächsischen Rathes und Obersteuerbuchhalters Caspar K. geboren. In seiner Jugend wurde er durch Hauslehrer unterrichtet, die ihn soweit förderten, daß er bereits mit 13 Jahren die lateinische Sprache in Wort und Schrift geläufig beherrschte. Daneben erhielt er auch Unterweisung im Zeichnen und in der Geometrie, da er als Erbtheil seines Urgroßvaters mütterlicherseits, des Oberlandbaumeisters Paul Buchner, frühzeitig ausgesprochene Begabung für Mathematik und technische Künste verspüren ließ. Als er herangewachsen war, wurde er zu weiterer Ausbildung dem Mathematiker Christoph Pinker in Dresden übergeben, der ihn in die Elemente des Euklid, in die Kenntniß der Perspective, die Kunst des Feldmessens und die Theorie der Militärbaukunde einführte. Auch ließ er sich durch einige Officiere des kurfürstlichen Zeughauses über das Artilleriewesen und die Feuerwerkerei belehren. Da ihn aber ein unwiderstehlicher Drang erfaßte, die Welt zu sehen und sich im Auslande weiter in den Ingenieurwissenschaften auszubilden, verließ er im Sommer 1647 seine Vaterstadt, fuhr zunächst die Elbe abwärts bis Hamburg und reiste dann über Amsterdam nach Leiden, wo er an der Universität mathematische Vorlesungen hörte und sich im Hause und unter Anleitung des Mathematikers Origanus mit dem Studium der Statik, Mechanik und Algebra beschäftigte. Hierauf begab er sich nach dem Haag, um die mustergültige Organisation des niederländischen Heerwesens kennen zu lernen. Da er sich die besondere Gunst eines Gardeobersten erwarb, durfte er den Exercirübungen der Truppen beiwohnen. Auch verschasste er sich Empfehlungen, die es ihm ermöglichten, die wichtigsten niederländischen und belgischen Festungen zu besichtigen und ihre Bauweise genau zu studiren, sodaß er eine gründliche Kenntniß des Fortificationswesens gewann. Daneben unterließ er es auch nicht, die Meisterwerke der holländischen und flämischen Künstler zu besichtigen, die ihm reiche ästhetische Anregung gewährten. Dann setzte er seine Reise über Brüssel nach Paris fort. Hier besuchte er längere Zeit hindurch die Akademie eines Herrn de Beaufort, um sich im Gebrauche der französischen Sprache, sowie in allen ritterlichen Künsten, im Reiten, Fechten und Tanzen zu üben. Nachdem er den Sommer 1648 zu einer Rundreise durch Frankreich benutzt hatte, trat er, um das französische Heerwesen näher kennen zu lernen, als Volontär in ein Regiment ein, das in Abbeville in Garnison lag. Eine ihm angebotene Officiersstelle mußte er ausschlagen, da ihn sein schwer erkrankter Vater plötzlich nach Hause rief. Im Januar 1650 traf er wieder in Dresden ein und hatte die Freude, seinen Vater als Genesenden vorzufinden. Das ermuthigte ihn zu neuen Reiseplänen. Seine Liebe zur Kunst, die in den Niederlanden erwacht war und in Paris neue Anregungen empfangen hatte, veranlaßte ihn, nach Italien zu pilgern. Im Frühjahr 1650 zog er über den Brenner nach Venedig. Im Haust Nicolo Cornaro's, des Procurators von San Marco, lernte er die meisten berühmten Künstler der Lagunenstadt kennen. Dann begab er sich nach Florenz, wo die kunstliebenden Medicäer Malerei und Baukunst pflegten. Auch hier gewann er reiche Anregung und knüpfte werthvolle persönliche Beziehungen an. Endlich kam er nach Rom, wo er die Ueberreste des Alterthums und die Schöpfungen der Renaissance auf sich einwirken ließ. Von großem Nutzen war ihm die Bekanntschaft des gelehrten Jesuiten Athanasius Kircher, mit dem er sich namentlich über mathematische und mechanische Probleme unterhielt. Doch setzte er allen Versuchen, ihn von seinem lutherischen Glauben abzubringen, festen Widerstand entgegen. Nach einem flüchtigen Besuche Neapels und Siciliens fuhr er nach Malta über. Hier traf er einen sächsischen Landsmann, der ihm rieth, in den Dienst des Malteserordens zu treten. Von Abenteuerlust getrieben folgte er diesem Rathe und nahm nun drei Jahre hindurch an verschiedenen Kriegszügen der Ritter gegen die Barbaresken in Nordafrika theil. Als er 1654 die Nachricht vom Tode seines Vaters erhielt, kehrte er nach Dresden zurück. Nachdem die Erbschaftsregulirung vorüber war, zog es ihn abermals nach Venedig. Da ihm die militärische Thätigkeit wohlgefiel, bot er der Republik seine Dienste an. Auf Befürwortung des in Dalmatien und Albanien commandirenden Generals Marquis de Villeneuve wurde er zum Hauptmann ernannt und zu verschiedenen schwierigen Expeditionen nach der Levante, nach Corfu und den Dardanellen verwendet. Da er sich bei mehreren Gelegenheiten auszeichnete, wurde ihm die Inspection über die Festungen in Dalmatien und Albanien übertragen, die er nicht nur durch zweckmäßige Umbauten verstärkte, sondern auch in artilleristischer Hinsicht verbesserte. Dadurch gewann er das Wohlwollen des venetianischen Generalissimus Lazaro Mocenigo, der ihn dem Senate zu weiterer Beförderung empfahl. Er|wäre gern im Dienste der Republik geblieben, wenn er nicht 1655 einen Brief seines Landesherrn, des Kurfürsten Johann Georg I. erhalten hätte, der ihm Aussichten für eine gute Versorgung in der Heimath eröffnete. Er kehrte deshalb nach Dresden zurück und fand sogleich ein seinen Wünschen und Fähigkeiten entsprechendes Amt, indem er im Januar 1656 zum Nachfolger des soeben verstorbenen Oberlandbaumeisters Wilhelm Dilich und zugleich zum kurfürstlichen Ingenieur und Geographen mit dem Range eines Hauptmanns ernannt wurde. Diese Stellung behielt er auch unter den beiden folgenden Kurfürsten Johann Georg II. und III. Als Architekt folgte er theils den Traditionen seiner Vorgänger Lynar, Buchner, Nosseni und Dilich, theils den Anregungen, die er selbst in Italien gesammelt hatte. Den Bedürfnissen des nach französischem Vorbilde an Pracht zunehmenden Hoflebens entsprechend renovirte er mehrere Räume des Dresdner Residenzschlosses und das in unmittelbarer Nähe des Schlosses gelegene Reithaus, das bereits unter August dem Starken wieder abgebrochen wurde. Ferner erbaute er ein ebenfalls nicht mehr vorhandenes Komödienhaus, sowie wichtige Theile der Festungswerke von Altdresden. Auch in der Provinz besorgte er zahlreiche Um- und Neubauten, so namentlich an den kurfürstlichen Schlössern in Meißen, Torgau, Moritzburg und Stolpen, an den Festungswerken des Königsteins und des Sonnensteins, sowie am Grimmaischen Thore in Leipzig. Zu seiner Unterstützung bei diesen Arbeiten zog er sich zahlreiche Schüler heran, von denen namentlich Johann Friedrich Karcher und Johann Georg Starke, der Erbauer des Palais im Großen Garten bei Dresden, ihrem Meister Ehre machten. Der prachtliebende Kurfürst Johann Georg II. verwendete K. auch vielfach als Arrangeur glänzender Hoffeste. Außerdem ernannte er ihn zum Inspector der im Dresdner Schlosse befindlichen Kunst- und Raritätenkammer. Als solcher reiste er sechs Mal nach Italien, sowie auch nach Frankreich, Holland und England, um im kurfürstlichen Auftrage Gemälde, Bildhauerarbeiten, Bronzen, Alterthümer, Edelsteine, Erzeugnisse des Kunstgewerbes, Kupferstiche und seltene Bücher, sowie Naturmerkwürdigkeiten aller Art zu erwerben, die sich zum Theil noch heute in den Dresdner Museen befinden. 1664 verlieh ihm Kaiser Leopold den erblichen Adel. In demselben Jahre wurde er zum kurfürstlichen Kammerjunker, im folgenden, als er eine ehrenvolle Aufforderung, in den österreichischen Militärdienst zu treten, abgelehnt hatte, zum Oberstlieutenant, 1673 zum Obercommandanten der Festungen Sonnenstein und Stolpen und zum Oberinspector der Festungswerke und Civilgebäude, 1676 zum Obersten über die gesammte sächsische Artillerie, 1685 zum Obercommandanten der Festungen Alt- und Neu-Dresden, endlich 1689 zum Generalwachtmeister ernannt. Doch konnte er dieses letztere Amt nicht lange verwalten, da ihn schmerzhafte Gichtbeschwerden ans Bett fesselten. Am 10. Januar 1691 starb er zu Dresden und wurde in der Sophienkirche begraben. Sein lebensgroßes Bild, in Oel gemalt von dem Hofmaler Heinrich Christian Fehling, hängt im kgl. historischen Museum zu Dresden.

    • Literatur

      Bernhard Schmidt, Eines geplagten, doch unverzagten Christens ... Hoffnung zu Gott, Ben dem ... Leich-Begängnüs ... Wolf Caspars von Klengel ... fürgestellet ... Dreßden [1691). (Mit Bild, nach H. C. Fehling's Gemälde gestochen von M. Bodenehr.) — Christoph Dietrich Bose, Kurtzgefaste Lob-Rede ... des ... Hn. Wolff Caspar von Klengel ... [Dresden 1691]. —
      Christian Beuthner, Die Seelige Hoffnung, welche ... ergriffen hat ... Wolff Caspar von Klengel ... Dresden [1691). —
      Georg Kayser, Frommer Christen Glaubens- und Hoffnungs-Ancker ... An ...|Wolff Caspar von Klengel ... fürgestellet ... Dresden [1691]. — Heroa .... Wolff Caspar a Klengel ... venerabatur ... Grothofredus Schmidius ... Dresdae 1691. — ô Byrn, Wolf Caspar von Klengel (Mittheilungen des Kgl. sächsischen Alterthumsvereins XXII [1872], S. 29—51).

  • Autor/in

    Viktor Hantzsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hantzsch, Viktor, "Klengel, Wolf Caspar von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 51 (1906), S. 209-212 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120911876.html#adbcontent

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