Lebensdaten
1878 bis 1950
Geburtsort
Norden (Ostfriesland)
Sterbeort
Langeoog
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116197528 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dreesen, Willrath

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Zitierweise

Dreesen, Willrath, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116197528.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus ostfriesisch kleinbürgerlicher Fam.;
    V Willrath (1846–1911), Lehrerssohn aus Weenermoor (Kr. Leer), Kaufm. in Norden;
    M Hilke (1857–1920), T des Kaufm. Klaas Arend Oldewurtel in Norden;
    B Arend (1883–1928), ostfriesischer Dialektdichter (Diek langs, 1927), August (* 1887), Gelegenheitsdichter;
    1) 1907 ( 1919) Helene Eymael (* 1875), 2) 1919 Maria (* 1886), T des Fabrikanten Rudolf Kugel in Werdohl (Westfalen);
    1 S aus 1, 1 S, 1 T aus 2).

  • Leben

    D. studierte in Göttingen, Marburg, Basel und Bonn. 1902/03 wirkte er als Erzieher am evangelischen Pädagogium in Godesberg. 1905 promovierte er bei B. Litzmann in Bonn über „Romantische Elemente bei Th. Storm“. Bis zum Kriegsausbruch war er Lektor für Sprechkunst und Ästhetik in Frankfurt. Nach dem Kriege führte er als Redakteur des Verlags Philipp Reclam (1919–24) unter anderem die Modernisierung der Universalbibliothek durch. Der Verlagsbuchhandel entsandte ihn als Vertreter in den Reichswirtschaftsrat der ersten Republik. Friesische Beharrlichkeit in seinen Plänen, auch gegen die Inhaber, ließ ihn ausscheiden. Als unabhängiger Bürgermeister von Langeoog organisierte er den Fremdenverkehr der ostfriesischen Inseln. 1930 übernahm er den Wiederaufbau des Moorbades Lausick bei Leipzig. Infolge der Sozialisierungsbestrebungen der sowjetisch besetzten Zone kehrte er als Kurdirektor nach Langeoog zurück, wo er wenig später an den Entbehrungen der Lausicker Jahre starb. – D. ist einer der wenigen, welche das alte Wort Frisia non cantat Lügen strafen. Die Reife seines Werkes macht ihn zum echten Partner seines nordfriesischen Meisters Storm. Bereits die Gedichte „Meer, Marsch und Leben“ (1904) weisen bei aller jugendfrischen Stimmungskraft eine sprachliche Vollendung und Präzision auf, die die Meisterschaft der „Gedichte“ (1910) ankündigen. Ebenso weist der Balladenband „Eala freya Fresena“ (1906, 21907, nach friesischen Chroniken) durch dramatischen Aufbau bei blühender Kraft des Wortes vor auf das Drama „Sturmflut“ (1910), das die Einheitskämpfe der Friesen in ihrer letzten Phase vor der Begründung des Cirksenaschen Fürstentums darstellt. Viel gelesen wurde sein Entwicklungsroman „Ebba Hüsing“ (1900). Nach berufsbedingtem, jahrzehntelangem Verstummen brach die gestalterische Kraft sich erst in den letzten Jahren wieder Bahn in einem Lyrikband „Eisvogel“ (zum 75. Geburtstag als Manuskript gedruckt, 1953), der noch nicht nach Gebühr bekannt geworden ist. Diese Gedichte gehören in ihrer Ausgeglichenheit von Gehalt und Gestalt und ihrer strengen Sprachkunst zum Besten der Zeit.

  • Literatur

    C. Enders, W. D., in: Masken 2, Nr. 35, 1907;
    ders., W. D., in: Zeitfragen, 1909, Nr. 47;
    P. Zylwann, W. D., in: Ostfriesland 5, Mai 1944, S. 28 ff.

  • Autor/in

    Carl Enders
  • Empfohlene Zitierweise

    Enders, Carl, "Dreesen, Willrath" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 106 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116197528.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA