Lebensdaten
1859 bis 1940
Geburtsort
Reval
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Epigraphiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116187026 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kirchner, Johannes

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Zitierweise

Kirchner, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116187026.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius (1823–1907), Gymnasialdir. in R., seit 1860 Dir. d. St. Annenschule in Petersburg, russ. wirkl. Staatsrat (s. Dt.balt. biogr. Lex., 1970), S d. Pfarrers Gottlieb in Wolmirsleben u. d. Caroline Grosse;
    M Molly (1832–1912), T d. Andreas Koch (1803–95), Inh. d. Handelshauses J. Ch. Koch (Waren- u. Kornhandel, Reederei u. Brauerei), dt. Konsul in R. (s. Dt.balt. biogr. Lex., 1970), u. d. Molly v. Glehn;
    1889 Helene (1868–1932), T d. Oberpfarrers Theodor August Schüler in Kremmen u. d. Auguste Schulz;
    2 S, u. a. Joachim (* 1890), Bibl.dir., Prof., Buchforscher.

  • Leben

    K. besuchte anfangs die Deutsche Schule in Petersburg, seit 1874 die Landesschule Schulpforta, studierte seit 1880 in Halle und Bonn (Bücheler, Usener) Altphilologie und Geschichte und wurde 1883 in Halle mit der Arbeit „De litis instrumentis quae extant in Demosthenis orationibus“ promoviert. Nach dem Staatsexamen war er 1884-1924 – mit kurzen Unterbrechungen zu wissenschaftlicher Arbeit in Athen – als Lehrer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Berlin tätig. Er wurde Mitglied der wissenschaftlichen Prüfungskommission, Geheimer Studienrat, Professor und war 1905-25 Leiter der griechischen Stilübungen an der Universität Berlin.

    K.s wissenschaftliche Arbeit galt seit seiner Dissertation der attischen Epigraphik und Prosopographie. 1893-95 fertigte er Indices zu Köhlers Attischem Inschriftencorpus, die die Grundlage für weitere Forschungen bildeten. Unter seinen zahlreichen Arbeiten ragt seine 16 000 Kurzbiographien umfassende Prosopographia Attica (1901/03) hervor, ein aus Inschriften erarbeitetes Standardwerk der Altertumswissenschaft und als Verzeichnis aller nachweisbaren attischen Persönlichkeiten bis Augustus ein unentbehrliches Hilfsbuch für das Studium der attischen Geschichte und Kultur. Im Auftrag der Preußischen Akademie der Wissenschaften gab er dann die nacheuklidischen attischen Inschriften (Inscriptiones Atticae Euclidis anno posteriores, 1913-40) in 7 Bänden heraus und ergänzte sie durch einen Bilderatlas (1935). Es ist dies sein auf jahrelangen gewissenhaften Vorarbeiten beruhendes, in zähester Selbstdisziplin vollendetes eigentliches Lebenswerk.|

  • Auszeichnungen

    Silberne Leibniz-Medaille d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1939); Goethe-Medaille f. Kunst u. Wiss. (1939); Dr. h. c. (Athen 1940).

  • Literatur

    F. Frhr. Hiller v. Gaertringen, in: FF 15, 1939, S. 348;
    ders., in: Bursian-Jberr. 280, 1942, S. 133-42 (W);
    G. Klaffenbach, in: Gnomon 16, 1940, S. 429-32;
    F. Boehm, in: Ann. u. Historien, 1940, S. 347-50.

  • Autor/in

    Hellmut Rosenfeld
  • Empfohlene Zitierweise

    Rosenfeld, Hellmut, "Kirchner, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 662 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116187026.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA