Lebensdaten
1715 bis 1793
Geburtsort
Frankfurt
Sterbeort
Frankfurt
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116155515 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bethmann, Johann Philipp

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Zitierweise

Bethmann, Johann Philipp, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116155515.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    VSimon Moritz (1687–1725), nassauischer Amtmann, S desKonr. (1625–1701), der Goslar verließ und Münzmeister bei verschiedenen Landesherren, zuletzt beim Mainzer Erzbischof war;
    MElisabeth Thielen (1680–1757), T eines Frankfurter Großfrachtenunternehmers;
    BJohann Jak. gründete in Bordeaux eine Handelsfirma,Simon Moritz (1721–82, 1752 Elisabeth Rummel aus Leipzig), Teilhaber der Firma;
    1762Katharina Marg. Elisabeth (1741–1822), T des kaiserlichen Rats und Prokurators Dr. jur.Anton Schaaff u. d. Susanne v. Scheidlin (aus Augsburg-Lindau-Lyoner Handelsherrengeschlecht);
    SSimon Moritz s. (3), TSusanne Elisabeth (1764–1831, 1780 Johann Jak. Hollweg, 1748–1808), von ihr stammt die Familie Bethmann Hollweg ab (s. 4),Maria (⚭ Vicomte de Flavigny, ihre T ist die französische Schriftstellerin Marie Katharina Soph. D'Agoult, 1805–76, die unter dem Pseudonym Daniel Stern schrieb, M der Cosima, 1837–1930, Frau des Hans von Bülow und Richard Wagner).

  • Leben

    B. übernahm, nachdem er die Erbschaft seines Onkels mütterlicherseits Jakob Adami geordnet hatte, 1746 dessen Firma und führte sie zunächst unter dem alten Namen weiter. Es war ein Geschäft in den üblichen Handelsgütern (Kolonialwaren, wertvolle Textilien) mit dem aus dem Handel entstehenden Wechselverkehr. 1748 nahm er seinen Bruder Simon Moritz (beide waren seit 1746 Frankfurter Bürger) in die Firma auf. In Wirklichkeit war es eine Neugründung, wie der fortan geführte Name „Gebrüder B.“ zeigt. Das Haus gab das alte Warengeschäft nicht völlig auf, aber das Geldgeschäft überwog bald bei weitem. Die Brüder B. nutzten die übernommene Stellung und den durch die Messen auf Frankfurt konzentrierten Zahlungsverkehr; es gelang ihnen, zu dem führenden deutschen Bankhaus ihrer Zeit aufzusteigen. Ihr Haupttätigkeitsfeld war die|Vermittlung und Organisierung von Darlehen an die Fürsten. Fürstliche, d. h. Staatsanleihen, bildeten die einzige große Anlagemöglichkeit für brachliegende Kapitalien, die sich in Frankfurt aus dem bedeutenden Handel bildeten. Die Privatbankiers, die durchaus noch zu dem allgemeinen Handelsstand gerechnet wurden, waren, da öffentliche Banken noch fehlten, die einzigen Vermittler. Sie erzielten aus dieser Monopolstellung große Gewinne, da die Provision 2½ bis 3% zu betragen pflegte, das hohe Risiko suchten sie durch sichere Pfänder zu verringern. Zahlreiche Fürsten zählten zu den Klienten des Bankhauses B., so die von Dänemark, Gotha, Anhalt, Fulda, Kurtrier; am einbringlichsten dürften die Beziehungen zu dem geschäftstüchtigen Landgrafen Wilhelm von Hessen gewesen sein, nach außen wirkten besonders die zum Kaiser, der 1786 B. zum Wirklichen Kaiserlichen Rat ernannte. Die Firma wurde unter voller Vermögensgemeinschaft der Brüder geführt, zu denen sich noch ein Verwandter gesellte (Peter Heinrich B.-Metzler); erst nach dem Tode Simon Moritz' wurde eine Teilung vorgenommen. Beide Brüder taten sich als Mäzene und Förderer der Wohlfahrt hervor, z. B. des Senckenbergschen Bürgerhospitals.

  • Autor/in

    Ludwig Beutin
  • Empfohlene Zitierweise

    Beutin, Ludwig, "Bethmann, Johann Philipp" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 186 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116155515.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA