Lebensdaten
1858 bis 1944
Geburtsort
Oschersleben/Bode
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Geologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116094583 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Keilhack, Konrad

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Zitierweise

Keilhack, Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116094583.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August, Kreisbaumeister, S d. Brauereibes. Friedrich in Wolmirstedt (Fam. stammte aus d. sächs. Vogtland), u. d. Emilie Klesius;
    M Dorothea, T d. Joh. Peter Daniel Betge, Schulze u. Ackerer in Woltersdorf, u. d. Sophie Elisabeth Lindstedt; 15 Geschw.;
    - 1) Berlin 1884 Klara ( 1889), T d. Pfarrers Carl Gottlieb Baur in Belzig, 2) Berlin 1890 Martha, T d. Rittmeisters Albert Wahrendorff;
    1 S, 2 T aus 1), 1 S aus 2).

  • Leben

    K. besuchte 1869-77 das Gymnasium in Gera. Seine Berufswahl wurde vor allem durch seinen Lehrer Theodor Liebe beeinflußt, der ihn zu geologischen Kartierungsarbeiten heranzog und auch seine botanischen und zoologischen Kenntnisse vertiefte. K. studierte seit 1877 Naturwissenschaften in Jena, Göttingen und Berlin und besuchte danach die Freiberger Bergakademie. 1881 wurde er bei Roth, Jena, promoviert und im Juni des gleichen Jahres nach einer Probekartierung in der Gegend von Friedrichsfelde bei Berlin von der Preußischen Geologischen Landesanstalt als Hilfsgeologe eingestellt, in deren Dienst er zeit seines Lebens verblieb: 1884 planmäßiger Geologe, 1886 Bezirks- und 1890 Landesgeologe für die Provinzen Brandenburg und Sachsen, 1907 Geheimer Bergrat, 1914 als Nachfolger von Felix Wahnschaffe Abteilungsdirektor für die Flachlandaufnahmen, Kriegsgeologe in Belgien (1916–18). K. vereinte 1921 seine heimischen Kartierungen in der Geologischen Übersichtskarte der Provinz Brandenburg im Maßstab 1:500 000; 1923 trat er in den Ruhestand. Er arbeitete jedoch wissenschaftlich weiter und stellte unter anderem die Geologische Übersichtskarte der Provinz Pommern und der nördlichen Grenzmark (1: 500 000, 1930) fertig. – Als K. seine Kartierungsarbeiten im norddeutschen Flachland aufnahm, vollzog sich zugleich der für die Deutung der glazialen Schuttablagerungen entscheidende Wechsel von der bisherigen Drifttheorie Charles Lyells zur fortan führenden Inlandeistheorie des Schweden Otto Torell. K., der Torell 1875 bei dessen Berliner Besuch kennengelernt hatte, war neben Penck und Wahnschaffe einer der ersten deutschen Geologen, der sich dessen Theorie anschloß und sie bei den eigenen Arbeiten weiter ausbaute. Auf seiner ersten Reise nach Island (1883) erkannte K. Beziehungen der eiszeitlichen Ablagerungen zu den Inlandgletschern und ihren Schmelzwässern, wobei er den Begriff des „Sandr“ in die wissenschaftliche Erörterung einführte. Seit 1888 kartierte K. einen Querstreifen durch die pommerische Moränenlandschaft, aus dem sich 1909 seine „Karte der Endmoränen und Urstromtäler Norddeutschlands“ ergab. Insgesamt kartierte er für die „Geologische Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern“ (1:25 000) etwa 120 Blätter und schrieb die Erläuterungshefte dazu. Er richtete zur Sicherung der Kartierungsergebnisse das Bohrarchiv der Landesanstalt ein und verfaßte eine „Einführung in das Verständnis der geologisch-agronomischen Spezialkarten des norddeutschen Flachlandes“ (1900, 41909).

    Neben seiner praktischen Arbeit lehrte K. seit 1896 (1900 Professor) an der Berliner Bergakademie (später der TH Berlin-Charlottenburg eingegliedert) Praktische Geologie sowie Grundwasser- und Quellenkunde. Hieraus gingen 2 Lehrbücher hervor: das „Lehrbuch der praktischen Geologie“ (1896, 41921/22; russisch 1904; spanisch 1928) und das auf K.s „Grundwasserstudien“ beruhende „Lehrbuch der Grundwasser- und Quellenkunde“ (1912, 31935; russische Übersetzung).

    K.s vielfältige Gutachtertätigkeit als Sachverständiger für wirtschaftliche Fragen des In- und Auslandes machte ihn mit fast allen Problemen der angewandten Geologie vertraut und verhalf ihm auch zu mancher großen Reise zwischen dem Westen Nordamerikas und dem Osten Asiens, von den Gletscherfeldern Islands bis zu Ceylons tropischen Torfbildungen. Die Beschäftigung mit dem Niederlausitzer Braunkohlenbergbau erbrachte Beiträge für die Festschriften der Ilse-Bergbau-AG (1913 und 1938). Seine Untersuchungen zur balneologischen Verwertung der Moore förderte die wissenschaftliche Bäderkunde. Hinzu traten Referate über in- und ausländische Neuerscheinungen in dem von ihm 1901 gegründeten „Geologischen Zentralblatt“.|

  • Auszeichnungen

    Ehrensenator d. TH Berlin.

  • Werke

    Verz. (üb. 500 Titel) in: Zs. f. prakt. Geol. 36, 1928, S. 113-19 (P), 46 1938, S. 119 f. -
    Gründer u. Hrsg.: Geolog. Zbl., 1901 ff. (mit zahlr. Referaten K.s).

  • Literatur

    F. W. P. Lehmann, in: Geograph. Anz. 29, 1928, S. 1-4;
    G. Herzog, in: Zs. f. prakt. Geol. 52, 1944, S. 34;
    G. Fliegel, in: FF 20, 1944, S. 190 f.;
    P. Woldstedt, in: Zs. d. Dt. Geolog. Ges. f. d. J. 1947, 99, 1949, S. 229-32 (P);
    ders., in: Geolog. Jb. f. d. J. 1949, 65, 1951, S. XIX-XXV (W-Verz., P);
    Pogg. IV, VI, VII a.

  • Autor/in

    Gerhard Engelmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Engelmann, Gerhard, "Keilhack, Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 408 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116094583.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA