Lebensdaten
1840 – 1918
Geburtsort
Altlambach (Oberösterreich)
Sterbeort
Brunn am Gebirge (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Dramatiker ; Schriftsteller ; Gymnasiallehrer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124278191 | OGND | VIAF: 69171879
Namensvarianten
  • Keim, Franz
  • Ceim, Franz

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Zitierweise

Keim, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124278191.html [04.07.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Franz, aus Wien, Bahnhofswirt in A., S d. Franz Wendelin aus d. bad. Franken;
    M Luise, T d. Gutsbes. Franz Rr. v. Steinhauser in Pulgarn b. Steyregg/Oberösterreich;
    1877 Helene, T d. Fabrikbes. Blum in St. Pölten.

  • Biographische Darstellung

    K. besuchte 1852-60 das Gymnasium der Benediktiner in Kremsmünster; mit dem nachmaligen Bürgermeister von Wels, Johann Schauer, verband ihn eine enge Jugendfreundschaft. Eine von Oktavanern veranstaltete Schiller-Feier (1859) blieb von nachhaltigem Einfluß auf den Jüngling, der vielseitiges Talent (Malerei, Musik, Dichtkunst) bekundete. Im Wintersemester1860/61 begann K. das Studium der Rechte in Wien, wechselte aber bald an die philosophische Fakultät über. Der häufige Besuch des Burgtheaters und eine Begegnung mit Hebbel (Sommer 1862) in Gmunden nährten den Wunsch, Dichter zu werden. Reisen nach München zur Shakespeare-Feier (1864) und in die Schweiz, wo K. Vorlesungen des Ästhetikers F. Th. Vischer hörte, vergrößerten den Gesichtskreis, ehe infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage der Eltern das Studium ohne Abschluß abgebrochen werden mußte. Nach vorübergehender Tätigkeit als Hauslehrer nahm K. eine Stelle als Aspirant bei der Marineverwaltung in Triest an und brachte sich ab 1867 als Rechnungsbeamter bei der Direktion der Südbahn in Wien „als geistiger Galeerensklave und Ziffernmensch“ durch, bis er 1875 sein unterbrochenes Studium mit der staatlichen Lehramtsprüfung für die Fächer Deutsch, Geschichte und philosophische Propädeutik abschloß. Er erhielt im Herbst 1875 eine Stelle als Supplent (seit 1876 als Professor) an der Landes-Oberrealschule (später Obergymnasium) in Sankt Pölten (Niederösterreich), wo er bis zu seiner Pensionierung 1898 wirkte. Als freier Schriftsteller lebte K. 1902-13 in Wien und übersiedelte dann nach Brunn am Gebirge bei Mödling.

    Das 1875 entstandene biblische Trauerspiel „Sulamith“, das am Wiener Stadttheater (19.10.1876) unter Heinrich Laube und am Burgtheater (3.11.1892) aufgeführt wurde, begründete den Ruhm K.s als Theaterdichter. Es folgten weitere historische Dramen, wie „Der Königsrichter“ (1879, Kampf der Siebenbürger gegen Zápolya), „Der Meisterschüler“ (1881, Lessings Studentenzeit in Leipzig) und „Die Brüder von Marathon“ (1884), ehe sich K. unter dem Einfluß Roseggers und Anzengrubers dem Volksstück mit Stoffen aus der Sage und Geschichte der|engeren Heimat, vor allem der niederösterreichischen Wachau, zuwandte: „Die Spinnerin am Kreuz“ (1891), „Der Schenk von Dürnstein“ (1891), „Das Steinfeldmärchen“ (1892), „Der Schmied von Rolandseck“ (1892), „Der Schelm vom Kahlenberg“ (1893), „Fridolin, ein Donaumärchen“ (1907), „Die Sünde von Gottestal“ (1908) und „Der Büßer von Göttweih“ (1908). Alle diese Stücke leiden außer oft gewaltsam konstruierter Handlung und Mängeln in der Form vor allem an dem starken Hervortreten des Rhetorischen und Theatralischen, so daß sie sich nicht dauernd auf der Bühne zu halten vermochten. Sehr stark treten liberale Tendenzen hervor, vor allem im Trauerspiel „Mephistopheles in Rom“ (1892), durch das K. den „Faust II“ Goethes in liberalem Sinn korrigiert und ersetzt wissen wollte. Der Verehrung für Wildenbruch und Dahn entstammt das deutsche Heldenspiel „Die Amelungen“ (1904) um die Gestalt der Amalasuntha. Die lyrische Produktion K.s (2 Sammlungen: „Aus dem Sturmgesang des Lebens“ 1882 und „Lieder aus der weiten Welt“ 1902) umfaßt fast nur Gelegenheitsgedichte auf zeitgenössische Künstler und auf vaterländische Anlässe. Auch sie kranken an falschem Pathos und mangelhafter Form; nur in Gedichten an Personen, die ihm menschlich nahestanden, fand K. echte Töne: gut gelungen ist eine Gruppe von oberösterreichischen Mundartgedichten „Landlerisch“. Ebenfalls einen Stoff aus der oberösterreichischen Heimat behandelte der Gedichtzyklus „Stefan Fadinger, ein deutsches Bauernlied auf [24] fliegenden Blättern“ (1885).

  • Werke

    Ges. Werke (mit Selbstbiogr.), 5 Bde., 1912 f.;
    - Selbstbiogr.: Aus d. Bilderbuche m. Lebens, 1911, Kurzfassung in: Hoamatsgsang, 1910, S. 102 f.

  • Literatur

    F. Krackowizer, in: Linzer Tagespost, Unterhaltungsbeil., 1910, Nr. 52 (P);
    A. Draxler, in: 4. Jber. d. K. K. Staatsgymnasiums in Wels 1915/16;
    G. Ressel, F. K.s Leben u. Schaffen, in: Jb. d. dt. Univ. Prag, 1926 (P);
    H. Anschober, in: Oberösterr. Männergestalten, 1926, S. 147-51 (P);
    O. Scholz, F. K. als Dramatiker, Diss. Wien 1928 (W, L);
    Nagl-Zeidler-Castle III (P);
    ÖBL.

  • Porträts

    in Wien, Nat.bibl.;
    Denkmal v. F. Hänlein, 1924 (Wien 19, Wertheimsteinpark);
    v. dems., 1928 (Mödling, Friedhof).

  • Autor/in

    Gerhard Winkler
  • Zitierweise

    Winkler, Gerhard, "Keim, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 409-410 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124278191.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA