Lebensdaten
1848 bis 1926
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Freiburg (Schweiz)
Beruf/Funktion
Mineraloge ; Chemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116092440 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baumhauer, Heinrich Adolph
  • Baumhauer, Heinrich
  • Baumhauer, Heinrich Adolph

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Zitierweise

Baumhauer, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116092440.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Mathias Baumhauer (um 1810–70), Lithograph und Kaufmann;
    M Anna Margaretha Käuffer (Kaeuffer, Keuffer, * 1814 Bonn);
    Gvv Heinrich Jacob Baumhauer, Registrator in Brüssel;
    Gmv Maria Sibilla Degraa in Aachen;
    Gvm Adolf Käuffer (um 1791–1834), Kaufmann;
    Gmm Maria Anna Oppermann (* 1789);
    Bonn 28.9.1072 Hedwig Mathilde (* 1852), T des Konditors Johann Heinrich Welter (* um 1803) und der Jeannette Eckertz (* um 1811);
    3 S, 3 T, u. a. Felix Baumhauer (1876–1960), Kunstmaler in Frankfurt/Main und München, Heinrich Franz Baumhauer (* 1881), Chemiker, bis 1952 Direktor bei „Osram“, Berlin.

  • Leben

    B. studierte seit 1866 an der Universität Bonn bei August Kekulé, Hans Landolt und Gerhard vom Rath. Er promovierte 1869 bei Kekulé und ging 1870 nach Göttingen. Unabhängig von Dimitrij Mendelejeff (1869) und Lothar Meyer (1870) stellte er 1870 ein periodisches System der Elemente auf, die Elemente nach steigendem Atomgewicht auf einer Spirale mit Wasserstoff als Mittelpunkt anordnend. Seit 1871 Lehrer am Technikum Frankenberg (Sachsen), regte er bei der Deutschen Chemischen Gesellschaft die Herausgabe von Titelübersichten chemischer Publikationen an und gab damit die Anregung für das spätere Chemische Zentralblatt. Nach kurzer Lehrtätigkeit an der Handelsschule Hildesheim 1872 war er 1873-96 Lehrer der Chemie an der Landwirtschaftsschule Lüdinghausen (Westfalen). Seit 1869 untersuchte er die Ätzfiguren an Kristallen, wertete sie als Ausdruck der Kristallsymmetrie aus und erkannte ihre Abhängigkeit nicht nur von der Flächenlage, sondern auch von der Natur des Ätzmittels und den physikalischen Verhältnissen bei der Lösung. 1895 nach Freiburg (Schweiz) berufen, wirkte er dort bis 1925 als Professor der Mineralogie und bis 1906/07 auch der anorganischen Chemie. Hier führte er die 1891 begonnenen Studien über Mineralien aus dem Dolomit des Binnentales (Wallis) fort, beschrieb als neue Mineralien Rathit 1896, Seligmannit 1901 und Arsenoferrit 1913 und legte die Binnentalsammlung der Universität Freiburg an. Neben der Untersuchung von Zwillingsbildungen (1879 erzeugte er künstliche Calcit-Zwillinge nach -½ R und erkannte den ellipsoidischen Charakter der Umlagerung) studierte er die Aufeinanderfolge und Beziehungen der Kristallformen in flächenreichen Zonen. Seine Arbeiten fanden Anerkennung durch Ernennung zum Mitglied der Mineralogischen Gesellschaft in Petersburg 1878, der Mineralogical Society in London 1905 und der Leopoldinisch-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher in Halle 1926; Solly benannte nach ihm den B.it (in: Nature 64, 1901, 577).

  • Werke

    u. a. Die Einwirkung v. Brom- u. Chlorwasserstoff auf Nitrobenzol, Diss. Bonn 1870;
    Die Beziehungen zw. d. Atomgewichte u. d. Natur d. chem. Elemente, 1870;

    Gedichte, 1882;

    Kurzes Lehrb. d. Mineralogie, 1884, 41919;

    Leitfaden d. Chemie, I: Anorgan. Chemie, 1884, 81924;

    II: Organ. Chemie, 1885, 51919;

    Das Reich d. Kristalle, 1889;

    Die Resultate d. Ätzmethode, 1894;
    Darst. d. 32 mögl. Kristallklassen auf Grund d. Deck- u. Spiegelachsen…, 1899;

    Üb. d. Ursprung u. d. gegenseitigen Beziehungen d. Kristallformen, Freiburg (Schweiz) 1901;
    Die neuere Entwicklung d. Kristallogr., 1905.

  • Literatur

    L. Weber, Prof. Dr. H. B., in: Actes de la Société helvétique des sciences naturelles, 107e Session, Freiburg (Schweiz) 1926, Annexe „Nekrologe“, Bern 1926, S. 3-15 (W, P); Schweiz. Mineralogische u. Petrograph. Mitt. 6, 1926, S. 391-397 (mit Selbstbiogr. v. 1896, W, P); L. J. Spencer, Mineralog. Mgz. 21, 1927, S. 230 (P).

  • Autor/in

    Walther Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fischer, Walther, "Baumhauer, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 667 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116092440.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA