Lebensdaten
1902 bis 1978
Geburtsort
Burg bei Magdeburg
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116011335 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Paatz, Walter

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Zitierweise

Paatz, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116011335.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann;
    M Bertha Huhn;
    1935 Elisabeth (1900–91, s. W), Dr. phil., Kunsthist., T d. Justus Theodor Valentiner (1869–1952), Geh. Reg.rat in Berlin, Kurator d. Univ. Göttingen, 1932/33 Min.-dir. im preuß. Kultusmin., u. d. Marie Pagenstecher ( 1968); Verwandte d. Ehefrau Wilhelm Valentiner (1845–1931, Anna Isis Elisabeth Lepsius, 1847–1919, T d. Ägyptologen Richard Lepsius, 1810–84, s. NDB 14), o. Prof. d. Astronomie 1875-79 in Mannheim, 1879-96 in Karlsruhe, seit 1896 in H. (s. Drüll I), u. dessen S Siegfried (1876–1971), Prof. d. Physik an d. Bergak. Clausthal, Theodor (1878–1969), Dr. phil., Lehrer, Psychologe, 1911 Gründer u. Leiter d. „Inst. f. Jugendkde. u. Jugendbildung“ in Bremen, Wilhelm Reinhold (1880–1958), Kunsthist., 1923-45 Dir. d. Inst. of Arts in Detroit; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Studium, abgeschlossen 1923 bei Georg Gf. Vitzthum (1880–1945) in Göttingen mit einer Arbeit über die Magdeburger Plastik des 13. Jh., arbeitete P. bis 1925 zunächst am Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin, danach bis 1929 als Assistent von Carl Georg Heise am St. Annen-Museum in Lübeck. Reiche Anregungen brachten sodann nahezu zehn in Florenz verbrachte Forschungsjahre. Nach der Habilitation in Göttingen 1935 (Werden u. Wesen d. Trecentoarchitektur in Toskana, 1937) und anschließender Dozententätigkeit in Frankfurt/M. und Freiburg (Br.) erfolgte 1942 die Berufung auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte in Heidelberg, den P. – unterbrochen 1943-47 infolge Kriegsdienst und Gefangenschaft – bis zu seiner Emeritierung 1967 innehatte. P. konnte das Kunsthistorische Institut der Universität erheblich ausbauen und auch die Besetzung des Fachs „Kunstgeschichte Ostasiens“ durchsetzen.

    P.s Lebensweg entsprechen die Themen seiner weitgespannten wissenschaftlichen Aktivitäten und Forschungsunternehmen über Lübeck und Nordeuropa, die deutsche Spätgotik und die Kunst der Renaissance in Italien. Sie fanden ihren Niederschlag in einer Serie von beispielhaften Publikationen, die sich dank souveräner Beherrschung des Stoffes, strenger Methodik sowie einer klaren Sprache den Rang von Standardwerken bewahrt haben. Zu nennen sind vor allem das sechsbändige wissenschaftlich-kritische Inventar von über 200 florentin. Kirchenbauten (Die Kirchen v. Florenz, 1940–54, mit Elisabeth Paatz), das zweibändige Monumentalwerk „Bernt Notke und sein Kreis“ (1939) sowie „Die Kunst der Renaissance in Italien“ (1953, 31961, amerik. 1974). Kurz vor seinem Tod gelang es P. noch, den 2. Band der Edition der Akademischen Szepter der europ. Universitäten – zugleich ein Beitrag zur europ. Universitätsgeschichte im allgemeinen – zu vollenden.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. (1950); Goldmedaille f. Verdienste um d. Stadt Florenz (1972).

  • Werke

    Weitere W Stud. z. Gesch. d. Magdeburger Skulptur d. 13. Jh., Diss. Göttingen 1923 (ungedr.);
    Die Magdeburger Plastik um d. Mitte d. 13. Jh., in: Jb. d. Preuß. Kunstslgg. 46, 1925, S. 91 ff.;
    Der Meister d. lübeck. Steinmadonnen, ebd. 47, 1926, S. 168 ff.;
    Die Marienkirche z. Lübeck, 1926;
    Die lübeck. Steinskulpturen d. 1. H. d. 15. Jh., 1929;
    Zur Baugesch. d. Palazzo del Podestà (Bargello) in Florenz, in: Mitt. d. Kunsthist. Inst. in Florenz 3, 1931, S. 287 ff.;
    Eine nordwestdt. Gruppe v. frühen flandr. Schnitzaltären, in: Westfalen 21, 1936, S. 49 ff;
    Von d. Gattungen u. v. Sinn d. got. Rundfigur, 1951;
    Sceptrum Universitatis, Die europ. Univ.szepter, 1953;
    Prolegomena z. e. Gesch. d. dt. spätgot. Skulptur im 15. Jh., 1956;
    N. Gerhaerts v. Leiden, in: Heidelberger Jbb., NF 3, 1959, S. 68 ff.;
    Süddt. Schnitzaltäre d. Spätgotik, 1963;
    Verflechtungen in d. Kunst d. Spätgotik zw. 1360 u. 1530, 1967;
    Ber. üb. d. Entwicklung d. Kunsthist. Inst. d. Univ. Heidelberg in d. J. 1942-1967, 1969 (W-Verz., P);
    G. W. u. I. Vorbrodt, Corpus Sceptrorum, Bd. 1, 1971, vorgelegt v. W. P;
    Die akad. Szepter u. Stäbe in Europa, Systemat. Unters. zu ihrer Gesch. u. Gestalt, 1979. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: 44 Bde. Vorlesungsskripten 1935–67, 5 Bde. Vorträge 1935-61 (Univ.bibl. Heidelberg). – Zu Elisabeth: Lb. aus d. Fam. Valentiner zw. 1830 u. 1970, 1976.

  • Literatur

    P. A. Riedl, in: Zs. f. Kunstgesch. 43, 1980, S. 115 ff.;
    H. Belting, in: Jb. d. Heidelberger Ak. d. Wiss. 1979, 1980, S. 71-74 (P);
    ders., in: Ruperto Carola 31, 1979, S. 116 f.;
    E. Hüttinger, Porträts u. Profile, Zur Gesch. d. Kunstgesch., 1992, S. 165-68.

  • Autor/in

    Hartmut Seeliger
  • Empfohlene Zitierweise

    Seeliger, Hartmut, "Paatz, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 736 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116011335.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA