Lebensdaten
1600 bis 1675
Sterbeort
Kolberg
Beruf/Funktion
kurbrandenburgischer Staatsmann
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 115794484 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krockow, Matthias von
  • Croccow, Matthias a
  • Krockow, Mathias von
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Zitierweise

Krockow, Matthias von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115794484.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1575–1642), auf Ossecken usw., Landrat u. Hauptm. z. Rügenwalde, S d. Reinhold (s. Einl.) u. d. Barbara v. Weiher;
    M Ida, T d. Matthias v. Viereck, auf Rosswitz, u. d. Adelheid v. Levetzow;
    B Gneomar Reinhold (1598–1658), poln. Obrist, Starost v. Lauenburg u. Bütow;
    - 1654 Anna, Wwe d. Georg v. Dewitz ( 1650), Oberst z. Roß, T d. Bernd Joachim v. Dewitz (1623–88), auf Daber; kinderlos.

  • Leben

    Als poln. Untertan geboren, erlernte K. in Danzig die poln. Sprache und studierte in Wittenberg, Jena, Tübingen, Straßburg und Frankfurt öffentliches und privates Recht. Es folgte die übliche Kavalierstour durch Holland, Frankreich, England und Schottland. Da er in seiner ersten Stellung als Hofrat am Hofe Bogislavs XIV. seine juristischen Kenntnisse nicht verwenden konnte, bewarb er sich um die Hofgerichtsverwaltung, die er auch bald erlangte. Nach dem Tode Bogislavs, des letzten Herzogs aus dem Greifengeschlecht, fielen die Lande Lauenburg und Bütow an die poln. Krone, das übrige Pommern aufgrund des Vergleichs von Grimnitz (1529) an Brandenburg. Noch aber saßen die Schweden im Lande, und K. hätte das Hofrichteramt als schwed. Beamter führen müssen. Doch dank seinem Ruf als kenntnisreicher Jurist wurde ihm 1646 vom König von Polen eine Residentenstelle zur Vertretung der poln. Interessen bei den Friedensverhandlungen in Osnabrück angeboten. Er durchschaute die gefährlichen Machenschaften der schwed. Legaten, die dem brandenburg. Kurfürsten Hinterpommern zu entreißen trachteten. Auch wußte er sich von den franz. Gesandten wertvolle Informationen zu verschaffen, die für die brandenburg. Gesandten Matthaeus Wesenbeck und Joh. Fromhold von großem Wert waren. Obwohl ihn der König von Polen mit Ehren und Dotationen überhäufte, waren seine Sympathien für Brandenburg schließlich so stark, daß er das ihm vom Großen Kurfürsten gemachte Angebot, als Wirkl. Geh. Rat in dessen Dienste zu treten, gern annahm. Eine Beschäftigung im Geh. Rat hat indessen nie stattgefunden, da er gleich nach seiner Ernennung im diplomatischen Dienst verwendet wurde. Seine erste Mission führte ihn 1651 an den kaiserl. Hof, wo er in der pomm. Grenzregelungsfrage und zugunsten der brandenburg. Forderung auf Nichtzulassung Schwedens zum Reichstag tätig wurde. Seit Mitte Okt. 1652 gehörte K. dann zu den Komitialgesandten am Regensburger Reichstag; seinem energischen Auftreten war es zu verdanken, daß die Schweden keinen Sitz erhielten. In der Folgezeit hat sich K. ausschließlich der Verwaltung des Hofgerichts in Kolberg gewidmet. 1672 verlieh ihm der Kurfürst den Titel eines Hofgerichtspräsidenten, das Burgrichteramt und die Hauptmannschaft zu Saatzig auf Lebenszeit.

  • Literatur

    H. Saring, in: Balt. Stud. NF 42, 1940, S. 198-211;
    Dipl. Vertr. I.

  • Portraits

    Gem. in poln. Tracht (Osnabrück, Rathaus), Abb. in: F. Schultz, Gesch. d. Gfl. Krockowschen Fam., 1911.

  • Autor/in

    Hans Saring
  • Empfohlene Zitierweise

    Saring, Hans, "Krockow, Matthias von" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 56 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115794484.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA