Lebensdaten
1849 bis 1933
Geburtsort
Olmütz (Mähren)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Kriegsminister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 130215511 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krobatin, Alexander Freiherr von
  • Кробатин, Александр фон

Orte

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Zitierweise

Krobatin, Alexander Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130215511.html [14.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Gregor (1807–75), Oberstleutnant d. Artillerie, S d. herrschaftl. Wirtsch.führers Gregor in Krainburg u. d. Agnes Likosar;
    M Theresia (* 1817), T d. Artillerieoffz. Florian Hertzmann u. d. Anna Olport (Ulport); ledig; 1 Adoptiv-S.

  • Leben

    Nach Absolvierung des Kadetteninstitutes in Marburg/Drau (1861–65) und der Artillerieakademie (1865–69) trat K. als Leutnant in das 3. Festungsartilleriebataillon ein. Dem Besuch des Höheren Artilleriekurses und der Artilleriescheßschule (1871–73) folgte 1873 die Zuteilung zum Technischen und administrativen Militärkomitee als Oberleutnant. 1874-76 hörte K. Vorlesungen über Chemie und chemische Technologie an der TH Wien und wurde 1877 Chef des chemischen Laboratoriums des Technischen Militärkomitees. Gleichzeitig fungierte er bis 1885 als Lehrer dieser Fächer an der Technischen Militärakademie, seit 1878 auch am Höheren Artillerie- und Geniekurs. Auch im Truppendienst bewährte sich K. hervorragend. 1890-95 war er Kommandant der Artilleriekadettenschule, bis 1893 zugleich Lehrer für Taktik und Geschichte. Auch diese Tätigkeit sowie die Neubearbeitung des Chemielehrbuches für Militär-Oberreal- und Kadettenschulen 1893 fand Anerkennung. Als Oberst (1895) führte K. knapp über ein Jahr das Korpsartillerieregiment Nr. 1 und übernahm im Nov. 1896 die Stelle eines Vorstandes der 7. Abteilung (Artilleriewesen) des Reichskriegsministeriums. Er konnte auf seinem neuen Posten die Umbewaffnung der Feld- und Gebirgsartillerie zum Abschluß bringen. Die Berufung zum Sektionschef (1904) erweiterte seinen Wirkungskreis auf das Befestigungs- und Bauwesen. Auf artilleristischem Gebiet fällt in seine Amtszeit die Bestellung des 30,5-cm-Mörsers bei Skoda. In spannungsreicher Zeit erfolgte am 12.12.1912 die Berufung K.s zum Kriegsminister. In den Beratungen nach der Ermordung des Thronfolgers 1914 erklärte er zusammen mit Conrad v. Hötzendorf die Armee für kriegsbereit. Die Durchführung der Mobilisierung und vor allem die Versorgung der kämpfenden Truppe mit Nachschub an Menschen und Material stellten gewaltige Anforderungen an seine Arbeitskraft. Da sich K. allgemeiner Wertschätzung erfreute – auch in den Parlamenten beider Reichshälften, wo er schon als Sektionschef oft den Minister vertreten hatte –, gelang es ihm, die Opferwilligkeit der Bevölkerung zu stärken, die Industrie in den Dienst des Feldheeres zu stellen und sogar eine wesentliche Vermehrung der Artillerie zu erreichen. Am 8.4.1917 erfolgte auf wiederholtes Bitten die Enthebung als Minister und die Ernennung zum Kommandanten der 10. Armee, die er nach Neuorganisierung des Trains in der 12. Isonzoschlacht erfolgreich führte. Als Feldmarschall (1917) und Kommandant der neuen 10. Armee in Trient oblag K. der Schutz der West- und Südfront Tirols. Bei der Junioffensive 1918 schlug sein Angriff ebenso wie der Hauptangriff der 11. Armee fehl. Als sich die Bande der Disziplin bereits lösten, übergab Erzhzg. Joseph am 26.10.1918 K. die Leitung der Heeresgruppe, doch waren alle Versuche, den Zusammenbruch zu verhindern, vergeblich. Nach Wien zurückgekehrt, lebte K. nach seiner Pensionierung (1.12.1918) zurückgezogen. In allen militärischen und technischen Bereichen umfassend gebildet, besaß er als Artilleriefachmann internationales Ansehen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. d. techn. Wiss. E.h. (Wien), Mitgl. d. Herrenhauses, Großkreuz d. Leopold- u. d. Stephansordens (1913 bzw. 1916).

  • Werke

    Lehrb. d. Chemie f. d. k. u. k. Militäroberrealschulen u. d. k. u. k. Cadettenschulen, 21893, 41902.

  • Literatur

    F. Gatti, Gesch. d. k. u. k. techn. Militärak. II, 1906, S. 748;
    Neue Freie Presse v. 29.12.1933;
    Wiener Ztg. v. 29.12.1933 u. 4.1.1934;
    Österr. Wehrztg. 1934, Nr. 1;
    Berliner Mhh. 12, 1934, S. 313 f.;
    R. Kiszling, in: NÖB 17, 1968 (L, P);
    ÖBL. -
    Eigene Archivstud.

  • Portraits

    in: Mil.wiss. Mitt. 1934, H. 2.

  • Autor/in

    Walter Wagner
  • Empfohlene Zitierweise

    Wagner, Walter, "Krobatin, Alexander Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 55 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130215511.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA