Lebensdaten
1785 bis 1850
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Übersetzer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 107968169 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bärmann, Jürgen Niklaas
  • Bärmann, Jürgen Nicolaus
  • Bärmann, Georg Nikolaus
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Bärmann, Georg Nikolaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd107968169.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg David Böhrmann (Bärmann, Behrmann), Speisewirt, aus Coburg;
    M Anna Lucia Bauser, aus Seester (Holstein);
    11.5.1808 Catharina Dorothea Wernicke; 2 S.

  • Leben

    B. war Sprach- und Handelslehrer in seiner Vaterstadt, 1810-37 Vorsteher einer von ihm|gegründeten Privatschule; 1820 erwarb er ohne Studium den philosophischen Doktorgrad in Halle. Er verfaßte zahlreiche Übersetzungen aus dem Englischen, Französischen und Spanischen (u. a. Bulwer, Byron, Marryat, Scott, Shakespeare; Molière, Scribe; Calderon) und sprach- und heimatkundliche Werke. Seine hochdeutschen Dichtungen kennzeichnen ihn als biedermeierlichen „Dichter der allgemeinen Bildung“. Sein Lied „Stadt Hamburg an der Elbe Auen“ ist als Hamburger Nationalhymne volkstümlich geworden. Eigene Töne findet er in Dichtungen in niederdeutscher Mundart, die damals viel Anklang fanden und ihm einen Platz in der neu-niederdeutschen Mundartdichtung als Vorläufer Klaus Groths sichern.

  • Werke

    u. a. Dat grote Höög- un Häwelbook, 1827;
    Dat sülwern Book, 1846, 21859;
    Bühnenstücke (Buurenspillen): Kwatern, 1822;

    Windmööl un Watermööl, 1823;

    Stadtminschen un Buurenlüüd, 1833;

    Freud up un Truwr dahl, 1835;

    De drüdde Fyrdag, 1846;
    s. a. Schröder I, 1853, S. 118 ff.;
    Goedeke IX, 1910, S. 397 ff. (L); Sämtl. poet. Schrr. (Ms.), in d. Staatsbibl. Hamburg (z. Z. verschollen).

  • Literatur

    ADB II; K. Th. Gaedertz, Niederdt. Drama II, 1884, S. 7 ff. u. ö.; F. A. Cropp, G. N. B., in: Mitt. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 7, 1885, S. 66 ff.;
    H. Teske, G. N. B., in: Ztschr. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 38, 1939, S. 183-210;

    K. Scheel, Der Wortschatz G. N. B. s, in: Niederdt. Jb. 71-73, 1948-50, S. 192-230;
    Kosch, Lit.-Lex. I (W).

  • Autor/in

    Käthe Scheel
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogel, Kurt, "Bärmann, Georg Nikolaus" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 527 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107968169.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bärmann: Georg Nicolaus B., Schriftsteller, geb. zu Hamburg als Sohn armer Eltern 19. Mai 1785, daselbst 1. März 1850. Anfangs zum Kaufmann bestimmt, bildete er sich ohne eigentliche akademische Studien selbst so weit, daß er seit 1810 als Vorsteher einer Schulanstalt wirken konnte, welche er 1837 aufgab, um fortan als Schriftsteller zu leben. In späteren Jahren wirkte er, auch namentlich als Referent über das Theater, am litterarischen Theil der „Hamburger Nachrichten“. Seinem von manchem Mühsal gedrückten Alter machte ein Schlagfluß ein plötzliches Ende. Seine weit über 300 Bände herangewachsenen Schriften sind nur das Werk eines fleißigen Bearbeiters fremder Stoffe, haben darum auch keinen bleibenden Werth. Ein von ihm selbst verfaßtes Verzeichniß derselben gibt Schröder's Hamb. Schriftstellerlexikon I. S. 118 ff. Seine größeren dramatischen Arbeiten, wie „Alexander von Soltwedel", 1817, „Die Seeräuber auf Heiligland", 1822, „Bürgertreue", 1828, „König Kanut", 1829, sind außer der Hamburger Bühne kaum beachtet worden. Weitere Verbreitung fanden manche Lustspiele ("Der glückliche Bettler", nach Gozzi, 1819; „Das Haus mit zwei Thüren", nach Calderon, 1821; „Welcher ist mein Vetter"; „Die Briefe"; „Der König und der Künstler"; „Der Oberrock", 1825; „Staatspapiere", 1827; „Einer für Drei", 1830; „Der Geblendete", nach Bulwer und de Planard, 1836), z. Theil gesammelt in „Dolch und Maske, Ein Jahresgeschenk f. d. deutsche Bühne“, 1821 und im „Theater“, 3 Bände, 1837. Daneben gehen, abgesehen von grammaticalischen Arbeiten für Schulzwecke und Schriften zur Topographie und Geschichte Hamburgs, zahlreiche Dichtungen (darunter das Heldengedicht „Adlev der vierte, der Held von der Schauenburg", 1832), Romane und Erzählungen; auch zwei mundartliche Sammlungen: „Höögun Höwel-Book“, 1822 u. 1827; „Dat sülvern Book, plattdütsche Schrivden“, 1847 (erschien, wol als das einzigste seiner Werke, nach des Verfassers Tod noch 1859 in 2. Auflage). — Mit guter Kenntniß der lebenden Sprachen ausgerüstet und nicht ohne Gewandtheit des deutschen Ausdrucks, war B. als Uebersetzer ungemein thätig. Mit Richard übersetzte er Calderon's Schauspiele, 12 Bde. 1825 ff.|und lieferte zahlreiche Beiträge zu den Werken Walter Scott's (bei Schumann in Zwickau), Bulwer's (das.) Shakespeare's (Ausg. von Jul. Körner), Byron's (Adrian'sche Ausg. v. 1836), Marryat's, Mistr. Anna El. Bray's, Grattan's, Disraeli's u. A.

    • Literatur

      Hamb. Unparth. Correspond. 1850, Nr. 59.

  • Autor/in

    v. L.
  • Empfohlene Zitierweise

    L., von, "Bärmann, Georg Nikolaus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 68-69 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107968169.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA