Lebensdaten
um 1538 bis 1611
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Wolfenbüttel
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 104125365 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofmann, Daniel
  • Hoffmann, Daniel
  • Hofmann, Daniel
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Zitierweise

Hoffmann, Daniel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104125365.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph, Steinmetz, dann Baumeister in H.;
    M N. N.;
    30.5.1577 Marie, T d. Sup. Simon Musäus ( 1582) in Soest; Schwager Tileman Heßhus ( 1588), luth. Theol. (s. NDB IX);
    4 S, 2 T, u. a Eva ( Jacob v. Steinberg, 1586–1660, Kanzlei- u. Gerichtsfiskal in W., dann schwed. GR, Resident zu Erfurt u. Landdrost zu Bremen).

  • Leben

    H. war einer der ersten der für die 1576 in Helmstedt begründete Universität berufenen Professoren. Über sein früheres Leben ist kaum mehr bekannt, als daß er im streng lutherischen Jena studiert hat. Der Kampf seines Schwiegervaters Musäus gegen Flacius einerseits und Melanchthon andererseits erklärt wahrscheinlich auch H.s „lutherischen Zelotismus“ und seine Sonderstellung im Luthertum. H. stand eindeutig zu Herzog Julius bis zu dessen Tod und verteidigte sogar die Weihe eines Prinzen zum Bischof von Münster, was ihm die Ernennung zum Konsistorialrat einbrachte. Als Herzog Heinrich Julius ausgesprochene Verfechter einer sich wieder auf Aristoteles und Melanchthon beziehenden Metaphysik nach Helmstedt berufen hatte (J. Caselius, C. Martini) und durch Edikt 1597 der Vortrag der antiaristotelischen Lehre des Pierre de la Ramée (Petrus Ramus) (bedingt) verboten wurde, nahm der um seinen eigenen Einfluß bangende H. gegen eine die Theologie überfremdende Metaphysik den Kampf auf (Hoffmannscher Streit seit 1598). Ihm, der 2 Jahre lang selbst erst Philosophieprofessor gewesen war, ehe er in die Theologische Fakultät einrücken konnte, gelang es nur unvollkommen klarzustellen, ob er lediglich vor einem Mißbrauch der Philosophie in der Theologie warnen oder die Bedeutung der Philosophie für die Theologie gänzlich in Abrede stellen wollte. Die Bedeutung H.s besteht darin, daß er Luthers Grenzziehung zwischen Theologie und Philosophie und dessen Abkehr von Aristoteles über eine Zeit hin lebendig erhielt, in der unter Melanchthons Einfluß eine Rückkehr zu Aristoteles erfolgte und eine neue Metaphysik sich auf der ganzen Linie durchsetzte. Schüler von H., die von mystischem Spiritualismus beeinflußt sind (Werdenhagen), eröffneten eine heute noch lebendige Schule, in der man überhaupt keine andere Begründung der Gotteslehre als die durch die Offenbarung in Jesus Christus gelten läßt (Zinzendorf und Karl Barth).

  • Werke

    Pro duplici veritate Lutheri, 1600;
    Super questione num syllogismus rationis locum habeat in regno fidei, 1600.

  • Literatur

    ADB XII;
    P. Zimmermann, Album Academiae Helmstadiensis I, 1926;
    M. Wundt, Die dt. Schulmetaphysik d. 17. Jh., 1939;
    C. H. Ratschow, Luth. Dogmatiker zw. Ref. u. Aufklärung II, 1966;
    PRE (L).

  • Autor/in

    Franz Lau
  • Empfohlene Zitierweise

    Lau, Franz, "Hoffmann, Daniel" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 404 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104125365.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hofmann: Daniel H., 1538 zu Halle geboren, wurde nach Vollendung seiner theologischen und philosophischen Studien frühzeitig nach Helmstädt berufen, wo er anfangs als Professor der Dialektik und Ethik, hernach als Professor der Theologie und als Superintendent fungirte.. Ein entschiedener Anhänger Melanchthons wies er die Concordienformel und deren neue Christologie auf das Entschiedenste zurück, — worüber er mit Jacob Andreä und den anderen Vätern des Lutherthums in den bittersten Hader kam. Aber auch mit den Reformirten, mit Beza und Christoph Pezel gerieth er in Fehde. H. konnte sich eben einer einseitig antithetischen confessionalistischen Richtung von seinem streng Melanchthonischen Standpunkt aus nicht hingeben. Von allen Seiten verkannt und verstoßen entschloß sich daher H. endlich von Helmstädt nach Wolfenbüttel zu seiner Schwester überzusiedeln, wo er 1621 starb. — H., eine durchaus unabhängige theologische Persönlichkeit, hat den Biographen, den er verdient, noch nicht gefunden.

  • Autor/in

    Heppe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heppe, Heinrich, "Hoffmann, Daniel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 628-629 unter Hofmann [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104125365.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA