Lebensdaten
1626 bis 1686
Geburtsort
Danzig
Sterbeort
Danzig
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
evangelisch Augsburger Bekenntnisses
Normdaten
GND: 103820825 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Erben, Baltzer
  • Erben, Balthasar
  • Erben, Baltzer

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Zitierweise

Erben, Balthasar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd103820825.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Danziger Bürgerfamilie;
    V David ( 1655), Inhaber des Lehens üb. die Aus- u. Einladung der Steinkohlen u. Schleifsteine;
    1) 1658 Anna (1631–69), Schw des Astronomen Johannes Hevelius ( 1687), 2) 16.11.1670 Anna Maria Albert;
    2 S, 1 T aus 1), u. a. Joh. Jakob, 1671-83 Altist in der Ratskapelle, dann Schulkollege (Vorsänger im Schülerchor der Pfarrschulen) an der Marienschule.

  • Leben

    Über den Bildungsgang von E. bis zur vergeblichen ersten Bewerbung um das Kapellmeisteramt an Sankt Marien in Danzig (1653) ist nichts bekannt. Ein Stipendium der Kirchenväter ermöglichte ihm damals eine Studienreise, die zur vollen Entwicklung seines Könnens und seiner Persönlichkeit entscheidend beigetragen haben muß. Sie führte ihn über Regensburg, wo er mit Froberger in engere Beziehung getreten ist, nach Nürnberg, Würzburg, Antwerpen, Brüssel und Paris (1654-55), weiter über Flandern nach England und endete erst 1657 in Rom. Von dort heimgekehrt, wurde er Februar 1658 in das erneut freigewordene Amt des Kapellmeisters an Sankt Marien eingeführt, das er bis zu seinem Tode bekleidet hat. Durch Fortfall seiner Nebeneinkünfte geriet er in den letzten 10 Jahren in immer größere Not, so daß seine Witwe in Armut hinterblieb. – Die Bedeutung von E. erschöpft sich nicht in seinem maßgeblichen Einfluß auf die Musikpflege in Danzig, auch in der Geschichte der Kantate wie des frühen deutschen Liedes nimmt er eine ehrenvolle Stellung ein. Dies erweisen schon die nur wenigen von ihm in Upsala und der Berliner Staatsbibliothek handschriftlich erhaltenen Kompositionen – deutsche Choralvariationen mit Instrumenten (Proben bei Rauschning) sowie einige lateinische Motetten und geistliche Konzerte – und die als einziges veröffentlichten 5 Lieder in G. Neumarks „Der fortgepflanzte Lustwald“ (Jena 1657). In allem zeigt er sich als Meister in der Verwendung der Gestaltungs- und Ausdrucksmittel seiner Zeit, mit deutlichen persönlichen Zügen in seiner durch die Errungenschaften der Italiener bereicherten Harmonik, in der charakteristischen Verwendung der Chromatik, in der Folgerichtigkeit der aus dem Choral entwickelten thematischen Fortspinnung von Haupt- und Nebenstimmen und nicht zuletzt der unmittelbar ansprechenden Innigkeit des Empfindens.

  • Literatur

    H. Rauschning, Gesch. d. Musik u. Musikpflege in Danzig, 1931, S. 186 f., 197, 227-39;
    J. Müller-Blattau, in: Dt. Staatenbildung u. dt. Kultur im Preußenland, 1931;
    Altpreuß. Biogr.

  • Autor/in

    Hugo Sočnik
  • Empfohlene Zitierweise

    Socnik, Hugo, "Erben, Balthasar" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 565 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103820825.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA