Lebensdaten
1880 bis 1936
Geburtsort
Tübingen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 1012416259 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Siebeck, Oskar

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Zitierweise

Siebeck, Oskar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1012416259.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (s. 2), S d. Hermann (s. 1);
    M Thekla Landerer;
    B Richard (s. 5), seit 1920 stiller Teilh. d. Verlags J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Werner (1891–1934), führte seit 1920 mit S. d. väterl. Verlag in T. weiter (s. W);
    Bonn 1910 Marie Pauline (Paula) Josephine (1884–1964), T d. Georg Gräff (1853–1906), Berghptm., Dir. d. Oberbergamts in Breslau (s. BJ XI, Tl.), u. d. Marie Brockhoff;
    3 S Hans Georg (s. 4), Helmut (1914–41 ⚔), Günther (1921–44 ⚔).

  • Leben

    S. studierte Nationalökonomie in Tübingen und Leipzig bei Karl Bücher (1847–1930). Nach seiner Promotion zum Dr. phil. 1904 volontierte er in Bern und Zürich und trat 1906 in den väterlichen Verlag ein. 1913 gründete er eine Zweigstelle in Berlin, die bei Kriegsausbruch 1914 geschlossen und 1919/20 sowie 1934 nochmals kurzfristig geöffnet wurde. Kriegserfahrung und eine schwere Verwundung prägten S. nachhaltig. Nach dem Tod des Vaters 1920 führten S. und sein Bruder Werner den Tübinger Verlag gemeinsam weiter, Bruder Richard war stiller Teilhaber.

    Der Ausbruch des 1. Weltkriegs beendete eine lange Expansionsphase des Unternehmens; wirtschaftliche und politische Probleme im Krieg und in der Inflationszeit erschwerten die Verlagsarbeit. S. und Werner spezialisierten sich in den 1920er Jahren konsequent auf die vier Kerngebiete Theologie, Philosophie, Nationalökonomie und Jura, die bis in die Gegenwart den Schwerpunkt des Verlags bilden. Andere Verlagsteile, etwa das med., naturwiss. und musikalische Programm, wurden verkauft. Es gelang den Verlegern, zwischen 1927 und 1932 die zweite Auflage des RGG zu vollenden und neue Reihen wie „Recht und Staat in Geschichte und Gesellschaft“ zu etablieren. Wie schon sein Vater engagierte sich S. in der Buchhandelsverbandspolitik: In den 20er Jahren war er 2. Schriftführer und 2. Vorsteher im Dt. Verlegerverein, dann 2. Vorsteher im Börsenverein der Dt. Buchhändler, außerdem Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft wiss. Verleger und der Buchhändler-Abrechnungs-Genossenschaft (BAG).

    Die nationalsozialistische „Machtergreifung“ ließ keinen Raum mehr für eigenständiges verlegerisches Arbeiten. Zahlreiche jüd., politisch links und liberal gesinnte Autoren des Verlags durften nicht mehr publizieren oder mußten emigrieren. Auch wachsende Absatzschwierigkeiten, Verkaufsverbote und drohende Säuberungen ließen den Umsatz auf einen Bruchteil früherer Zahlen sinken. Ein Buch des Theologen Emil Brunner schmuggelte S. in die Schweiz, um es vor dem Zugriff der Gestapo zu retten. Nach aussichtslosen Verhandlungen mit der für Zensur zuständigen Reichsschrifttumskammer nahm sich S. im Febr. 1936 das Leben.

  • Werke

    Das Arbeitssystem d. Grundherrschaft d. dt. MA, Seine Entstehung u. seine soc. Bedeutung, 1904 (Diss. Leipzig 1904), auch u. d. T.: Der Frondienst als Arbeitssystem, Seine Entstehung u. seine Ausbreitung im MA (Zs. f. d. gesamte Staatswiss., Erg.h.13, 1904);
    Zukunftssorgen d. dt. Theol., in: Christl. Welt 34, 1920, Sp. 293–95;
    Die Büchernot d. Studenten, in: Frankfurter Ztg. 65, v. 18. 6. 1921;
    Die wiss. Autoren u. d. Verlagsbuchhandel in d. heutigen Wirtsch., in: Dt. Verlegerztg. 22, 1922;
    Das Jubiläumsj. 1801–1926, 1926 (Hg. mit Werner Siebeck);
    Die Aussichten d. wiss. Verlags in Dtld., in: Börsenbl. 100, 1933, Beil.: Mitt. d. Dt. Verlegerver., S. 21–33;
    Die Aufgabe d. wiss. Verlags im Dtld. d. 20. Jh., 1934.

  • Literatur

    L, Qu, P s. 1).

  • Empfohlene Zitierweise

    Knappenberger-Jans, Silke, "Siebeck, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 316-317 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1012416259.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA