Lebensdaten
1623 bis 1692
Geburtsort
Schwerin
Sterbeort
Den Haag
Beruf/Funktion
Herzog von Mecklenburg-Schwerin
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 101053037 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Christian Louis
  • Christian Ludwig I.
  • Christian I.
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Zitierweise

Christian Louis I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101053037.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Adolf Frdr. I. v. Mecklenburg-Schwerin (1588-1658 [s. ADB I]), S des Hzg. Joh. V. (1558–92) u. der Sophie (1569–1634), T Hzg. Adolfs v. Schleswig-Holstein-Gottorf ( 1586 [s. NDB I]);
    M Anna Maria (1601–1634), T des Gf. Enno III. v. Ostfriesland ( 1625 [s. NDB III, Cirksena ]) u. der Anna (1575–1610, Schw der Gr0ßmutter v. Sophie);
    1) 1650 Christine Marg.|( 1666), T Hzg. Joh. Albrechts II. v. Mecklenburg-Güstrow ( 1636), Witwe Hzg. Franz Albrechts v. Sachsen-Lauenburg ( 1642 [s. ADB VII]), 1663, 2) Paris 1666 Isabella Angelika ( 1695), T des Franz III. v. Montmorency-Boutteville, Gf. v. Luze, Witwe des Hzg. Gaspard v. Châtillon, Schw des Franz, Hzg. v. Luxemburg (1628–95), Marschall v. Frankreich; kinderlos;
    N Hzg. Christian Ludwig II. v. Mecklenburg-Schwerin ( 1756, s. NDB III).

  • Leben

    Chhristian Ludwig, zerfallen mit seiner Familie, in nicht abreißende Prozesse verstrickt, enttäuscht durch das Verhalten des Kaisers, der in den Konflikten des Herzogs mit den Ständen diese begünstigte und andere Erwartungen nicht erfüllte, suchte und fand Anschluß an König Ludwig XIV. von Frankreich, um seine politischen Ziele, Durchsetzung der Primogenitur und Niederwerfung der ständischen Opposition, und sein persönliches Ziel, Scheidung von seiner ersten Gemahlin, zu erreichen. Seit 1659 lebte er vorwiegend in Frankreich, in seinem Stammland weilte er nur selten und auf kurze Zeit. 1663 trat er in Paris zur katholischen Kirche über, nahm den Zunamen Louis an, erlangte vom Papst die Scheidung von seiner ersten Gemahlin wegen zu naher Verwandtschaft und schloß ein Bündnis mit Ludwig XIV., dem eine Stärkung seines Einflusses im Ostseegebiet willkommen war. Freilich blieb das Bündnis auf die Dauer nicht ungetrübt. 1664 ließ Chhristian Ludwig sich heimlich mit Isabella Angelika von Montmorency trauen. Da Ludwig XIV. die neue Ehe seines Schützlings nicht anerkannte, mußte Chhristian Ludwig nach dem Tode seiner ersten Gemahlin 1666 eine zweite, öffentliche Trauung vornehmen lassen. Die Erwartungen, die er auf diese aus politischen und materiellen Gründen geschlossene Ehe setzte, erfüllten sich nicht. Bei Ausbruch des Krieges zwischen einer europäischen Koalition, der auch der Kaiser angehörte, und Ludwig XIV. 1688 mußte Chhristian Ludwig Frankreich verlassen, kehrte aber nicht in sein Stammland zurück. - Die Bestrebungen des Herzogs, die Primogenitur in seinem Lande einzuführen, die Vorherrschaft der Stände zu brechen, die bäuerliche Leibeigenschaft zu erleichtern, das Unwesen der Hexenprozesse zu beseitigen, lagen im Interesse des Landes, hatten jedoch keinerlei Erfolg. Im Ganzen hat er durch sein schroffes, unstetes, eigensinniges Wesen seinem Lande mehr geschadet als genützt.

  • Literatur

    ADB IV;
    R. Wagner, Der Güstrowsche Erbfolgestreit, T. 1, in: Jbb. d. Ver. f. mecklenburg. Gesch. 67, 1902, S. 197-376, bes. 218-40;
    ders., Stud. z. Gesch. d. Hzg. Ch. (Louis), I: Hzg. Ch. vor seiner Thronbesteigung, ebenda 70, 1905, S. 191-234, II: Hzg. Ch.s Bündnis mit Frankreich u. zweite Ehe, ebenda 74, 1909, S. 1-70, III: Der Feldzug d. Hzg. Ch. L. u. d. Rgt. Halberstadt f. Ludwig XIV. (1672–1674), ebenda 86, 1922;
    ders. Hzg. Ch. (Louis) I. 1658-92, in: Mecklenburg. Gesch. in Einzeldarst., H. 9, 1906;
    O. Vitense, Gesch. v. Mecklenburg, 1920, S. 229-40;
    s. a. W. Heeß, Gesch. Bibliogr. v. Mecklenburg, 1944, T. 1, S. 232 f.

  • Portraits

    Gem. v. unbek. franz. Meister (Landesmus. Schwerin). Stiche v. C. F. Rudolph, A. Frölich (Slg. F. Wadzeck, Preuß. Staatsbibl. Berlin).

  • Autor/in

    Heinz Maybaum
  • Empfohlene Zitierweise

    Maybaum, Heinz, "Christian Louis I." in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 227-228 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101053037.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Christian I. (Louis), Herzog von Mecklenburg-Schwerin, ältester Sohn des Herzogs Adolf Friedrich I. und dessen erster Gemahlin Anna Maria Gräfin von Friesland, wurde am 1. December 1623 geboren und succedirte am 27. Febr. 1658. Er begab sich im Jahre 1662 nach Frankreich, wo er, um sich von seiner Gemahlin Christine Margarethe, Tochter des Herzogs Johann Albrecht II. von Mecklenburg-Güstrow, geboren am 19. März 1615, 1666, seiner Cousine, wegen zu naher Verwandtschaft scheiden zu können, im October 1663 zur katholischen Kirche übertrat. Nachdem er hieraus im November dieses Jahres sich mit Isabelle Angelique de Montmorency-Bouteville ( 23. Januar 1695), verwittweten Herzogin von Chatillon und Schwester des Marschalls Luxemburg, vermählt hatte, nahm er seinen fast dauernden Aufenthalt in Frankreich. Am 18. December 1663 schloß er einen Schutzvertrag mit Louis XIV. und trug sich 1665 und 1666 sogar mit dem Plane, Mecklenburg an den Kurfürsten von Brandenburg gegen das Herzogthum Cleve zu vertauschen, um letzteres an Louis XIV. verkaufen zu können, ein Plan, der am Widerstreben des Kurfürsten scheiterte. Beim Ausbruch des deutsch-französischen Krieges mußte er 1688 Frankreich verlassen, nahm seinen Wohnsitz im Haag und starb hier am 21. Juni 1692.

    • Literatur

      Lisch, Meckl. Jahrb. XII, 111—122. IX, 244. Boll, Gesch. Meckl. II, 173 ff.

  • Autor/in

    Fromm.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fromm, "Christian Louis I." in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 170 unter Christian I. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101053037.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA