Lebensdaten
1920 – 1990
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Rosenheim
Beruf/Funktion
Journalist ; Herausgeber ; Wirtschaftswissenschaftler ; Redakteur
Konfession
evangelisch-lutherisch
Normdaten
GND: 123557534 | OGND | VIAF: 10757274
Namensvarianten
  • Eick, Jürgen
  • Eick, Jürgen

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Zitierweise

Eick, Jürgen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123557534.html [22.05.2024].

CC0

  • Als einer der führenden Köpfe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) leitete Jürgen Eick von 1949 bis 1963 die Wirtschaftsredaktion und war danach bis 1986 einer der Herausgeber der Zeitung. Er war mitverantwortlich für die marktwirtschaftliche Ausrichtung der FAZ und arbeitete eng mit dem Mitherausgeber Erich Welter (1900–1982) zusammen. Von 1985 bis 1990 gab er „Die Neue Ärztliche. Allgemeine Zeitung für Klinik und Praxis“ heraus.

    Lebensdaten

    Geboren am 24. März 1920 in Dresden
    Gestorben am 13. Juni 1990 in Rosenheim
    Grabstätte Waldfriedhof in Neu-Isenburg
    Konfession evangelisch-lutherisch
    Jürgen Eick, FAZ Archiv (InC)
    Jürgen Eick, FAZ Archiv (InC)
  • Lebenslauf

    24. März 1920 - Dresden

    1926 - 1938 - Dresden

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Vitzthum-Gymnasium

    1938 - 1939

    Reichsarbeitsdienst

    1939 - 1940 - Frankreich

    Kriegsdienst

    Wehrmacht

    1941 - 1945 - Berlin

    Studium der Philologie, seit 1942 Nationalökonomie und Spanisch (Nebenfach)

    Universität

    1946 - 1946 - Augsburg

    Sachbearbeiter

    Arbeitsamt

    1946 - 1948 - Stuttgart

    Redakteur

    Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung

    1946 - 1948 - Frankfurt am Main

    Universität

    1947 - 1947 - Erlangen

    Promotion (Dr. rer. pol.)

    Universität

    1948 - 1949 - Mainz

    Redakteur

    Allgemeine Zeitung

    1949 - 1963 - Frankfurt am Main

    Leiter der Wirtschaftsredaktion

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

    1963 - 1986 - Frankfurt am Main

    Herausgeber

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

    1985 - 1990 - Frankfurt am Main

    Herausgeber

    Die Neue Ärztliche – allgemeine Zeitung für Klinik und Praxis

    1986 - 1990 - Frankfurt am Main

    Kurator

    Fazit-Stiftung

    13. Juni 1990 - Rosenheim
  • Genealogie

    Vater Heinrich Eick gest. 1972 Lehrer, Professor
    Mutter Hedwig Eick, geb. Jürgens
    Heirat 1947
    Ehefrau Elisabeth Eick, geb. Durchleuchter
    Kinder ein Sohn, eine Tochter
    Diese Grafik wurde automatisch erzeugt und bietet nur einen Ausschnitt der Angaben zur Genealogie.

    Eick, Jürgen (1920 – 1990)

    • Vater

      Heinrich Eick

      gest. 1972

      Lehrer, Professor

      • Großvater väterlicherseits

      • Großmutter väterlicherseits

    • Mutter

      Hedwig Eick

      • Großvater mütterlicherseits

      • Großmutter mütterlicherseits

    • Heirat

      • Ehefrau

        Elisabeth Eick

  • Biografie

    Aus bescheidenen bürgerlichen Verhältnissen stammend, besuchte Eick seit 1926 das Vitzthum-Gymnasium in Dresden. Sein als Lehrer tätiger Vater wurde 1933 aus dem Schuldienst entfernt, nachdem er sich geweigert hatte, in die NSDAP einzutreten. Nach dem Abitur wurde Eick 1938 zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. 1939 zur Wehrmacht einberufen, wurde er 1940 in Frankreich verwundet und als untauglich eingestuft. Seit 1941 studierte er in Berlin zunächst Philologie, später Nationalökonomie und Spanisch im Nebenfach. 1942 hielt sich Eick anlässlich einer Studienreise für einige Wochen in Madrid auf und lernte dort Fritz Otto Ehlert (1904–1973) kennen, der von 1950 bis 1973 Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) in Spanien war. 1942 verfasste Eick einen Serientitel in der Reihe „Kriegsbücherei der Deutschen Jugend“ mit dem Titel „Panzerspähtrupp überfällig“ – eine Kurzgeschichte, die unkritisch das Kriegsgeschehen an der Ostfront verherrlicht.

    Eick erlebte das Ende des Zweiten Weltkriegs in Süddeutschland und fand 1946 eine Anstellung als Sachbearbeiter beim Arbeitsamt der Stadt Augsburg. 1947 wurde er bei Carl Brinkmann (1885–1954) im Fach Nationalökonomie an der Universität Erlangen mit der Arbeit „Die wirtschaftlichen Folgen der Aufteilung Deutschlands in Zonen“ zum Dr. rer. pol. promoviert. Kurz vor der Promotion wechselte er als Lehrassistent des Wirtschaftswissenschaftlers und Journalisten Erich Welter (1900–1982) an die Universität Frankfurt am Main.

    Die enge Zusammenarbeit mit Welter prägte Eicks weiteren Werdegang. 1946 waren beide in führender Position an der Gründung der „Deutschen Zeitung und Wirtschaftszeitung“ (DZ) in Stuttgart beteiligt. Während Welter das Blatt bereits 1947 wieder verließ, blieb Eick neben seiner Lehrassistenz bis 1948 Wirtschaftsredakteur der DZ. Danach verlagerte sich das berufliche Wirken beider nach Mainz. An der dortigen Universität übernahm Welter den Lehrstuhl für Nationalökonomie und initiierte die Gründung der „Allgemeinen Zeitung“ (AZ). Im Herbst 1948 wurde Eick hauptberuflicher Wirtschaftsredakteur des Blatts.

    Als die AZ im November 1949 nach Frankfurt am Main überführt und zur FAZ wurde, rückte Eick in die Position des Leiters der Wirtschaftsredaktion auf. Welter wurde einer der fünf Gründungsherausgeber mit Zuständigkeit für den Wirtschaftsteil. Das operative Tagesgeschäft, wie Personalplanung, Themensetzung und Gestaltung der Arbeitsabläufe, wurde maßgeblich von Eick organisiert. In enger Abstimmung mit Welter betrieb er die bis heute prägende, marktwirtschaftliche Ausrichtung der FAZ. Er achtete bei der Auswahl neuer Redakteure auf eine fundierte Ausbildung an einem ordoliberalen Lehrstuhl und legte in enger Abstimmung mit seinen Redakteuren die redaktionelle Linie fest.

    Seit Anfang der 1950er Jahre war Eick Mitglied vertraulicher Gesprächskreise zwischen Journalisten und hochrangigen Mitarbeitern des Bundeswirtschaftsministers und des späteren Bundeskanzlers Ludwig Erhard (1897–1977), bekannt als „Brigade Erhard“. Eick engagierte sich zudem in der Mont Pelerin Society, in der viele internationale wirtschaftsliberale Stimmen der Nachkriegsjahre zusammenfanden. 1963 wurde er Mitherausgeber der FAZ und beeinflusste mit Welter, der bis 1980 ebenfalls Herausgeber war, maßgeblich die Entscheidungen des fünfköpfigen (zeitweise vierköpfigen) Herausgebergremiums. 1970 spielten Eick und Welter eine zentrale Rolle bei der Entlassung des Herausgebers Jürgen Tern (1909–1975).

    Eick schrieb insbesondere meinungsstarke Kommentare zu wirtschaftspolitischen Fragen, wie etwa zur Debatte um das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen in den frühen 1950er Jahren oder gegen die Inflation der D-Mark in den 1970er Jahren. Sein Schreibstil war markant und pointiert, ohne wissenschaftlich komplexe Formulierungen und exaltierte Phrasen. 1985 wurde Eick Herausgeber von „Die Neue Ärztliche. Allgemeine Zeitung für Klinik und Praxis“, einem Schwesterblatt der FAZ, und schied 1986 aus dem Kreis der Herausgeber der FAZ aus. Sein Nachfolger wurde Jürgen Jeske (geb. 1935). Eick schrieb auch im Ruhestand regelmäßige Kommentare für die FAZ und wurde 1986 Mitglied des Kuratoriums der Fazit-Stiftung, die seit 1959 Trägerin der FAZ ist.

  • Auszeichnungen

    1974 Medaille des Goldenen Merkur (Italien)
    1976 Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1977 Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik der Ludwig-Erhard-Stiftung
    1977 Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
    1980 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Quellen

    Nachlass:

    Bundesarchiv, Koblenz, N 1314.

    Weitere Archivmaterialien:

    FAZ Archiv, Frankfurt am Main. (Materialien zur Geschichte der FAZ; Notizen von Graefe 1949–1959; Korrespondenz mit Erich Welter 1949–1980)

  • Werke

    Panzerspähtrupp überfällig. Kriegsbücherei der deutschen Jugend, 1942, slow. 1942.

    Die wirtschaftlichen Folgen der Aufteilung Deutschlands in Zonen, 1947. (Diss. rer. pol., unveröff.)

    Die wirtschaftlichen Folgen der Zonengrenzen. Versuch einer Theorie der volkswirtschaftlichen Entflechtung, 1948.

    Jürgen Eick/Kurt Gauger, Angina temporis. Zeitnot, die Krankheit unserer Tage. Ein Wirtschaftler u. ein Arzt zum Thema: Keine Zeit!, 1955, 51956, finn. 1957, span. 1963.

    Wenn Milch und Honig fließen. Eine wirtschafts-kritische Studie, 1958, 21958.

    Das Jahrhundert des kleinen Mannes. Eine zeitkritische Studie, 1960, 21961.

    Wirtschafts-Quiz. Die deutsche Wirtschaft in Frage und Antwort, 1970, 21971.

    Jürgen Eick (Hg.), So nutzt man den Wirtschaftsteil einer Tageszeitung, 1971, 121989.

    Wie man eine Volkswirtschaft ruinieren kann. Die wirtschaftspolitischen Irrtümer unserer Tage, 1974, 21974, Neuausg. 2002.

    Das Regime der Ohnmächtigen, 1976.

    Als noch Milch und Honig flossen. Erinnerungen an die Marktwirtschaft, 1982, 31982.

    Von Ahnungslosigkeit bis Zuversicht. Wörterbuch eines Journalisten, 1989.

  • Literatur

    Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sie redigieren und schreiben die FAZ, 1960. (P)

    Jürgen Jeske, Ein Leben für die Zeitung und die Marktwirtschaft, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.5.1990, S. 2. (P)

    Bruno Jahn (Bearb.), Die deutschsprachige Presse. Ein biographisch-bibliographisches Handbuch, Bd. 1, 2005, S. 242.

    Maximilian Kutzner, Marktwirtschaft schreiben. Das Wirtschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung 1949 bis 1992, 2019.

    Peter Hoeres, Zeitung für Deutschland. Die Geschichte der FAZ, 2019. (P)

  • Porträts

    Fotografie, Abbildung in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sie redigieren und schreiben die FAZ, 1960, S. 16.

  • Autor/in

    Maximilian Kutzner (Würzburg)

  • Zitierweise

    Kutzner, Maximilian, „Eick, Jürgen“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.01.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/123557534.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA