Lebensdaten
1912 – 1945
Geburtsort
München
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Fotografin ; Privatsekretärin ; Geliebte Adolf Hitlers ; Fotolaborantin
Konfession
römisch-katholisch
Normdaten
GND: 118551663 | OGND | VIAF: 35248393
Namensvarianten
  • Braun, Eva Anna Paula
  • Hitler, Eva
  • Braun, Eva
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Zitierweise

Braun, Eva, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118551663.html [25.02.2024].

CC0

  • Eva Braun führte seit 1932 eine mehr als dreizehn Jahre währende, vor der Öffentlichkeit verheimlichte Beziehung mit Adolf Hitler (1889–1945). Offiziell als dessen Privatsekretärin geltend, hatte sie nach 1933 eine Schlüsselfunktion im sozialen Leben des Diktators. Bis zu ihrem gemeinsamen Selbstmord am 30. April 1945 stand sie loyal und kompromisslos an dessen Seite.

    Lebensdaten

    Geboren am 6. Februar 1912 in München
    Gestorben am 30. April 1945 (Suizid) in Berlin
    Grabstätte keine in
    Konfession römisch-katholisch
    Eva Braun, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Hoffmann (InC)
    Eva Braun, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Hoffmann (InC)
  • Lebenslauf

    6. Februar 1912 - München

    1922 - 1928 - München

    Schulbesuch (mittlerer Abschluss)

    Mädchenlyzeum von Luise Heydenaber, Tengstraße 40

    1928 - 1929 - Simbach am Inn

    Haushaltungsschule

    Klosterschule des Frauenordens der „Englischen Fräulein“

    1929 - 1929 - München

    Sprechstundenhilfe

    Frauenarztpraxis Dr. med. Günter Hoffmann

    1929 - 1933 - München

    Ausbildung und Arbeit als Fotolaborantin und Verkäuferin

    Photohaus Hoffmann

    1933 - 1943 - München

    Fotografin für den NS-Bildberichterstatter Heinrich Hoffmann (1885–1957)

    1932 - 1945 - München, Obersalzberg bei Berchtesgaden

    Geliebte Adolf Hitler (1889–1945), offiziell Privatsekretärin

    1936 - 1945 - München

    Einzug in eine eigene Villa (Wasserburger Straße 12, heute Delpstraße), 1938 auf sie überschrieben

    1936 - 1945 - Obersalzberg

    eigene Wohnung in Hitlers Residenz, dem „Berghof“

    1939 - 1945 - Berlin

    eigenes Apartment in der Alten Reichskanzlei (Wilhelmstraße 77)

    Februar 1945 - München

    Rückkehr

    7.3.1945 - Berlin

    Rückkehr nach Berlin; Einzug in den Luftschutzbunker unter der Reichskanzlei

    30. April 1945 (Suizid) - Berlin
  • Genealogie

    Vater Otto Wilhelm Friedrich (Fritz) Braun 1879–1964 aus Neckargemünd bei Heidelberg; Gewerbeoberlehrer
    Großvater väterlicherseits Karl Friedrich Wilhelm Braun 1844–1893
    Großmutter väterlicherseits Maria Anna Friederike Braun 1848–1927
    Mutter Franziska (Fanny) Katharina Braun, geb. Kronburger 1885–1976 aus München; Schneiderin; Hausfrau; zuletzt in Ruhpolding
    Großvater mütterlicherseits Franz Paul Kronburger 1858–1933 Oberveterinärrat
    Großmutter mütterlicherseits Josefa Kronburger, geb. Winbauer 1851–1927
    Schwester Ilse Ruth Fucke-Michels, geb. Braun 1908–1979 Arzthelferin; Journalistin (1941–1945 bei der „Schlesischen Zeitung“ in Breslau)
    Schwester Margarete Berta Berlinghoff, geb. Braun 1915–1987 Bürokraft; 1944 verh. mit dem SS-Offizier Hermann Fegelein (1906–1945)
    Heirat 29.4.1945 in Berlin
    Ehemann Adolf Hitler 1889–1945 Politiker; 1933–1945 Reichskanzler
    Schwiegervater Alois Hitler, bis 1876 Schicklgruber 1837–1903 Zollbeamter in Österreich
    Schwiegermutter Klara Hitler, geb. Pölzl 1860–1907 Hausfrau
    Kinder keine
    Diese Grafik wurde automatisch erzeugt und bietet nur einen Ausschnitt der Angaben zur Genealogie.

    Braun, Eva (1912 – 1945)

    • Vater

      Otto Wilhelm Friedrich (Fritz) Braun

      1879–1964

      aus Neckargemünd bei Heidelberg; Gewerbeoberlehrer

      • Großvater väterlicherseits

        Karl Friedrich Wilhelm Braun

        1844–1893

      • Großmutter väterlicherseits

        Maria Anna Friederike Braun

        1848–1927

    • Mutter

      Franziska (Fanny) Katharina Braun, geb. Kronburger

      1885–1976

      aus München; Schneiderin; Hausfrau; zuletzt in Ruhpolding

      • Großvater mütterlicherseits

        Franz Paul Kronburger

        1858–1933

        Oberveterinärrat

      • Großmutter mütterlicherseits

        Josefa Kronburger

        1851–1927

    • Schwester

      Ilse Ruth Fucke-Michels, geb. Braun

      1908–1979

      Arzthelferin; Journalistin (1941–1945 bei der „Schlesischen Zeitung“ in Breslau)

    • Schwester

      Margarete Berta Berlinghoff, geb. Braun

      1915–1987

      Bürokraft; 1944 verh. mit dem SS-Offizier Hermann Fegelein (1906–1945)

    • Heirat

      in

      Berlin

      • Ehemann

        Adolf Hitler

        1889–1945

        Politiker; 1933–1945 Reichskanzler

  • Biografie

    alternativer text
    Eva Braun (rechts), BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Hoffmann (InC)

    Braun wuchs in einer wirtschaftlich gesicherten, mittelständischen Familie in München auf, wo sie die Volksschule und das Mädchenlyzeum von Luise Heydenaber besuchte. Die Ehe der Eltern verlief unstet: Der Scheidung im April 1921 folgte im November 1922 die erneute Heirat. Braun, die als Heranwachsende viel Zeit im Elternhaus ihrer besten Freundin Herta Ostermayr (geb. 1912) verbrachte, lernte 1928/29 am katholischen Institut „Marienhöhe“ in Simbach am Inn Haushaltsführung, Buchhaltung und Maschinenschreiben. Im Juli 1929 nach München zurückgekehrt, fand sie im September desselben Jahres eine Lehrstelle im neu eröffneten Photohaus Hoffmann des Presse- und Porträtfotografen Heinrich Hoffmann (1885–1957), der seit 1920 Mitglied der NSDAP und enger Vertrauter Adolf Hitlers (1889–1945) war.

    In Hoffmanns Atelier lernte Braun im Oktober 1929 Hitler kennen. Ihre zunächst lockere Bekanntschaft mit dem knapp 23 Jahre älteren Parteiführer der NSDAP intensivierte sich um die Jahreswende 1931/32 nach dem Suizid von Hitlers Stiefnichte Angela (Geli) Raubal (1908–1931), mit der dieser zusammengelebt und wahrscheinlich ein intimes Verhältnis gehabt hatte. 1932 unternahm auch Braun einen Suizidversuch, über dessen Gründe aufgrund fehlender Primärquellen nur spekuliert werden kann. Seither spielte sie in Hitlers Leben eine wichtige Rolle und gehörte zu seinem engsten privaten Kreis.

    Da Hitler und Braun nicht verheiratet waren und ihre Beziehung nicht zum Nimbus des „einsamen Führers“ passte, trat sie im „Dritten Reich“ öffentlich nie an seiner Seite auf. Offiziell galt sie als Hitlers Privatsekretärin. Spätestens seit 1934 war Brauns Position in Hitlers engstem Zirkel unangreifbar, sodass sie von vielen, die auf privater Ebene mit dem Reichskanzler in Kontakt treten wollten, hofiert wurde. Unter den Berghof-Gästen suchten v. a. Albert Speer (1905–1981) und Margarete Speer (1905–1987), Karl Brandt (1904–1948) und Anni Brandt (geb. 1904) sowie Theodor Morell (1886–1948) und Johanna (Hanni) Morell (1898–1983) ihre Nähe. In Hitlers sozialem Umfeld, jenseits der großen politischen und militärischen Entscheidungen, war Braun eine bestimmende Figur. Wie viele Ehefrauen und Freundinnen hochrangiger NS-Politiker, führte sie ein privilegiertes Leben mit Reisen (v. a. nach Italien) und teurer Gar­de­ro­be. Ende Mai 1935 beging sie laut ihrem Tagebuch vermutlich einen weiteren Suizidversuch.

    Braun, die nie Mitglied der NSDAP wurde, belieferte Hoffmann gegen z. T. sehr hohe Bezahlung bis in die ersten Jahre des Zweiten Weltkriegs mit Bildern und Filmen von Hitler auf dem Berghof. In bedingungsloser Loyalität unterstützte sie Hitler bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in dessen Selbsttäuschung, den Krieg noch gewinnen zu können, sowie seinen Wahn, von Verrätern umgeben zu sein. Die Frage, ob sie vom Holocaust wusste, ist ungeklärt.

    Im April 1945 zog Braun zu Hitler in den Luftschutzbunker unter dem Garten der Reichskanzlei. Das Paar heiratete am 29. April, einen Tag vor ihrem gemeinsamen Suizid. Ihre Leichen wurden von den Adjutanten Otto Günsche (1917–2003) und Heinz Linge (1913–1980) sowie dem Fahrer Erich Kempka (1910–1975) verbrannt, die Überreste Anfang Mai 1945 vom sowjetischen Geheimdienst obduziert und im April 1970 durch den KGB vollständig vernichtet. Im Januar 1957 wurde Braun vom Amtsgericht Berchtesgaden für tot erklärt.

    Von der Existenz Brauns erfuhr die deutsche Öffentlichkeit erst nach Kriegsende. Bücher, Filme und Presseartikel verbreiteten von ihr lange das Bild einer weitgehend missachteten Geliebten. Besonders prägend für ihre Rezeption waren die erstmals 1969 publizierten „Erinnerungen“ Albert Speers. Auch in der historischen Forschung blieb Braun lange unbeachtet, da kein schriftlicher Nachlass überliefert ist, frühere Wegbegleiter Hitlers wie Hoffmann und Ernst Hanfstaengl (1887–1975) sie in ihren Memoiren als oberflächlich und politisch uninteressiert darstellten und anfangs die Bedeutung von Frauen im Nationalsozialismus weitgehend ausgeblendet wurde. So blieb sie eine Randfigur, während Hitler oft als Wesen ohne menschliche Regungen und Bindungen erschien. Tatsächlich gewährt Brauns Biografie einen Einblick in die im NS-Staat verborgene und offiziell geleugnete private Existenz des Diktators.

  • Auszeichnungen

  • Quellen

    Nachlass:

    National Archives of the United States, Washington, DC, Record Group 242/6921915 (Tagebuchfragment, 6.2.–28.5.1935, handschriftliches Original); Record Group 242 (Fotoalben); Record Group 43461 (Filme).

    Weitere Archivmaterialien:

    Staatsarchiv, München, Spruchkammern, Karton 718 (Verfahren gegen Eva Hitler, geb. Braun); Spruchkammern, Karton 188 (Verfahren gegen Friedrich und Franziska Braun); Spruchkammern, Karton 1670 (Verfahren gegen Herta Schneider, geb. Ostermayr); Spruchkammern, Karton 468 (Verfahren gegen Ilse Fucke-Michels, geb. Braun).

    Stadtarchiv, München, Meldekarte Eva Anna Paula Braun.

  • Literatur

    Nerin E. Gun, Eva Braun-Hitler. Leben und Schicksal, 1968.

    Glenn Infield, Eva und Adolf, 1974.

    Anna Maria Sigmund, Eva Braun. Die verborgene Geliebte, in: dies., Die Frauen der Nazis. Die drei Bestseller vollständig aktualisiert in einem Band, 2005, S. 235–349.

    Angela Lambert, The Lost Life of Eva Braun, 2006.

    Ulrike Grunewald, Eva Braun und Magda Goebbels, in: dies., Rivalinnen, 2006, S. 191–236.

    Danielle Costelle, Eva Braun. Dans l‘intimité d’Hitler, 2007.

    Heike B. Görtemaker, Eva Braun. Leben mit Hitler, 2010.

    Heike B. Görtemaker, Hitlers Hofstaat. Der innere Kreis im Dritten Reich und danach, 2019.

    Sven Keller, Art. „Obersalzberg“, in: Historisches Lexikon Bayerns, 2020. (Onlineressource)

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Fotografien, Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek München, Sammlung Heinrich Hoffmann.

  • Autor/in

    Heike B. Görtemaker (Kleinmachnow)

  • Zitierweise

    Görtemaker, Heike B., „Braun, Eva“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.07.2022, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118551663.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA