Lebensdaten
1921 – 2016
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
römisch-katholisch
Normdaten
GND: 118501232 | OGND | VIAF: 12303855
Namensvarianten
  • Aichinger, Ilse Maria
  • Eich-Aichinger, Ilse
  • Eich, Ilse
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Zitierweise

Aichinger, Ilse, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118501232.html [21.04.2024].

CC0

  • Die österreichische Schriftstellerin Ilse Aichinger erlangte mit frühen Erzählungen und dem Roman „Die größere Hoffnung“ (1948/60) Bekanntheit. Ihre Sprach- und Gattungskonventionen überschreitenden späteren Texte manifestierten ihren literarischen Rang in Fachkreisen. Aichingers Werk intervenierte mit einer sperrigen Formsemantik gegen eine als unzumutbar erfahrene Wirklichkeit und wurde in seiner Sprach- und Glaubensskepsis zunehmend radikaler.

    Lebensdaten

    Geboren am 1. November 1921 in Wien
    Gestorben am 11. November 2016 in Wien
    Grabstätte Zentralfriedhof in Wien
    Konfession römisch-katholisch
    Ilse Aichinger, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Timpe (InC)
    Ilse Aichinger, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Timpe (InC)
  • Lebenslauf

    1. November 1921 - Wien

    1921 - 1927 - Linz

    Kindheit in Linz; Scheidung der Eltern 1926

    1927 - Wien

    Übersiedlung zur Großmutter mütterlicherseits

    1927 - 1932/33 - Wien

    Schulbesuch

    Volksschule; Klosterschule Sacré Cœur (Gymnasium)

    1932/33 - 1934 - Wien

    Schulbesuch

    Gymnasium Rahlgasse

    1934 - 1938 - Wien

    Schulbesuch

    Klosterschule St. Ursula

    1938 - 1939 - Wien

    Schulbesuch (Abschluss: Matura)

    Oberschule für Mädchen an der Novaragasse

    1939 - 1945 - Wien

    Arbeitsdienst

    Apothekenbuchstelle am Schwarzbergplatz

    1940 - Wien

    Helferin im Arbeitskreis einer Jugendgruppe

    Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken

    1945 - 1947 - Wien

    Studium der Medizin (abgebrochen)

    Universität

    1947 - März 1948 - Großbritannien, u. a. London

    Reise mit der Mutter; zeitweilige Arbeit in einer Knopffabrik

    1948 - 1948 - Wien

    Hilfskraft

    Verlag Bermann-Fischer/Querido

    Ende 1950 - Mitte 1951 - Frankfurt am Main; Wien

    Lektorin

    S. Fischer Verlag

    Mitte 1951 - Wien; Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz)

    Rückkehr nach Wien; erste Tagungsteilnahme (Mai 1951)

    Gruppe 47

    September 1951 - März 1952 - Ulm

    Mitarbeiterin auf Einladung von Inge Aicher-Scholl (1917–1998)

    (Vorbereitung der) Hochschule für Gestaltung

    1952 - Niendorf (Ostsee)

    Tagungsteilnahme

    Gruppe 47

    1953 - Geisenhausen (Niederbayern)

    Übersiedlung

    1954 - Breitbrunn (Chiemsee)

    Übersiedlung

    1955 - Köln-Müngersdorf; Spanien; Portugal; Dürnstein (Niederösterreich)

    Aufenthalt im Haus Heinrich Bölls (1917–1985); Reisen

    1956 - Lenggries (Oberbayern)

    Übersiedlung

    1957 - Niederpöcking (Oberbayern)

    Tagungsteilnahme

    Gruppe 47

    1958 - München; Kampen auf Sylt

    Mitarbeit; Sommeraufenthalt

    Komitee gegen Atomrüstung

    Sommer 1963 - Großgmain bei Salzburg

    Übersiedlung

    April 1966 - Westafrika

    Reise

    Oktober 1967 - Dezember 1967 - USA

    Lesereise

    1984 - Frankfurt am Main

    Übersiedlung

    1988 - Wien

    Übersiedlung

    2001 - 2005 - Wien

    freie Mitarbeiterin

    Der Standard (Tageszeitung); Wochenendbeilage „Spectrum“ der Zeitung Die Presse

    11. November 2016 - Wien
  • Genealogie

    Vater Ludwig Aichinger 1882–1957 Bürgerschullehrer in Linz; römisch-katholisch
    Großvater väterlicherseits Michael Aichinger Steinmetz
    Großmutter väterlicherseits Theresia Aichinger , geb. Reichart(s) gest. 1920 (?)
    Mutter Berta Aichinger , geb. Kremer 1891–1983 aus Lemberg (heute Lwiw, Ukraine); Dr. med.; Ärztin; jüdisch, später römisch-katholisch
    Großvater mütterlicherseits Jakob Kremer 1852–1931 aus Dworecz (Ungarn, heute Dvorec, Slowakei); Hauptmann in der k.u.k.-Armee; Oberrechnungsführer
    Großmutter mütterlicherseits Gisela Kremer , geb. Rabinek 1868–1942 aus Pohl (Mähren, heute Polom, Tschechien); deportiert und in Minsk (Weißrussland) ermordet
    Zwillingsschwester Helga Maria Michie , geb. Aichinger 1921–2018 emigrierte 1939 nach England; bildende Künstlerin, Schriftstellerin
    Heirat 24.6.1953; 27.6.1953 (kirchlich) in München; Salzburg (kirchlich)
    Ehemann Günter Eich 1907–1972 Schriftsteller
    Schwiegervater Otto Eich 1874–1942 Landwirt, Gutsverwalter in der Mark Brandenburg; Buchprüfer, Steuerberater in Berlin
    Schwiegermutter Helene Eich, geb. Heine 1880–1918
    Sohn Clemens Eich 1954–1998 Schriftsteller, Schauspieler
    Tochter Mirjam Eich geb. 1957 Bühnenbildnerin
    Tante mütterlicherseits Klara Kremer 1889–1983 aus Lemberg; emigrierte 1939 nach Großbritannien
    Tante mütterlicherseits Erna Kremer 1896–1942 aus Lemberg; Pianistin, Hochschullehrerin an der Wiener Musikakademie; deportiert und in Minsk (Weißrussland) ermordet
    Diese Grafik wurde automatisch erzeugt und bietet nur einen Ausschnitt der Angaben zur Genealogie.

    Aichinger, Ilse (1921 – 2016)

    • Vater

      Ludwig Aichinger

      1882–1957

      Bürgerschullehrer in Linz; römisch-katholisch

    • Mutter

      Berta Aichinger

      1891–1983

      aus Lemberg (heute Lwiw, Ukraine); Dr. med.; Ärztin; jüdisch, später römisch-katholisch

      • Großvater mütterlicherseits

        Jakob Kremer

        1852–1931

        aus Dworecz (Ungarn, heute Dvorec, Slowakei); Hauptmann in der k.u.k.-Armee; Oberrechnungsführer

      • Großmutter mütterlicherseits

        Gisela Kremer

        1868–1942

        aus Pohl (Mähren, heute Polom, Tschechien); deportiert und in Minsk (Weißrussland) ermordet

    • Heirat

      in

      München; Salzburg (kirchlich)

  • Biografie

    alternativer text
    Ilse Aichinger, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Timpe (InC)

    Nach der Scheidung der Eltern 1926 übersiedelte Aichinger mit ihrer Mutter von Linz zur Großmutter mütterlicherseits nach Wien. Hier besuchte sie seit 1927 die Klosterschule Sacré Coeur, wechselte aus finanziellen Gründen 1932/33 auf das Gymnasium Rahlgasse und anschließend an die Klosterschule St. Ursula. Nach deren Schließung durch die Nationalsozialisten 1938 legte sie die Matura 1939 an einem öffentlichen Gymnasium in Wien ab und wurde danach in der Apothekenbuchstelle am Schwarzbergplatz dienstverpflichtet. Seit 1940 arbeitete sie wöchentlich in einer von Ludger Born SJ (1897–1980) geleiteten Jugendgruppe der „Hilfsstelle für nichtarische Katholiken“ in Wien mit.

    Im Zuge nationalsozialistischer Repressionen wurde die Familie 1939 zur Wohnungsaufgabe gezwungen, Aichinger erhielt Studienverbot. Ihre Zwillingsschwester emigrierte mit einem der letzten Kindertransporte nach England zu ihrer Tante Klara Kremer (1889–1983); der Kriegsausbruch verhinderte den Nachzug der Familie. Aichingers Mutter war durch die minderjährige, im Haushalt lebende und nach den Rassegesetzen als „Mischling 1. Grades“ geltende Tochter vor der Deportation geschützt; die Großmutter und zwei ihrer Kinder wurden 1942 deportiert und in Minsk ermordet.

    Das nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien aufgenommene Medizinstudium brach Aichinger 1947 ab. Während eines Besuchs bei ihrer Schwester und Tante in England lernte sie Ende 1947 Erich Fried (1921–1988) und Elias Canetti (1905–1994) kennen. 1948 arbeitete sie als Hilfskraft in der Wiener Niederlassung des S. Fischer Verlags, seit Ende 1950 als Lektorin für Fischer in Frankfurt am Main. 1951 wechselte sie auf Einladung von Inge Aicher-Scholl (1917–1998) nach Ulm, wo sie an den Vorbereitungen zur Gründung der „Hochschule für Gestaltung“ beteiligt war. Mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Günter Eich (1907–1972), den sie 1951 auf der Niendorfer Tagung der Gruppe 47 kennengelernt hatte, lebte Aichinger seit 1953 in Geisenhausen (Niederbayern), seit 1954 in Breitbrunn am Chiemsee und – nach einem Aufenthalt im Haus von Heinrich Böll (1917–1985) in Köln-Müngersdorf sowie Reisen nach Spanien, Portugal und Niederösterreich – seit 1956 in Lenggries (Oberbayern). 1963 übersiedelte die Familie nach Großgmain bei Salzburg; nach dem Tod ihrer Mutter zog Aichinger 1984 nach Frankfurt am Main, bevor sie 1988 nach Wien zurückkehrte.

    Aichinger begann Ende der 1930er Jahre mit literarischen Schreibversuchen, die in ihren Tagebüchern dokumentiert sind. 1945 veröffentlichte sie im „Wiener Kurier“ mit „Das vierte Tor“ den ersten österreichischen Erzähltext, der die Konzentrationslager thematisierte. Im Mittelpunkt ihres einzigen Romans, „Die größere Hoffnung“ (1948), den sie 1960 in einer überarbeiteten Fassung vorlegte, stand das Schicksal rassisch verfolgter Kinder. Große Beachtung bei Kritik und Publikum fand ihre das Leben einer jungen Frau, die an einer illegalen Abtreibung stirbt, rückwärts erzählende „Spiegelgeschichte“ (1949), für die sie 1952 mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet wurde, deren Tagungen sie mehrfach besuchte. Aichingers als surrealistisch wahrgenommene Dialoge „Zu keiner Stunde“ (1957) führten in der Gruppe zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen „Realisten“ und „Ästheten“.

    Neben ihrem in lyrisch-bildhafter Sprache verfassten Roman wurden v. a. Aichingers frühe Erzählungen viel rezipiert; die späteren, bis zur Formdestruktion auf lineare Erzählweisen verzichtenden Prosatexte, Hörspiele und Dialoge, ihre Prosagedichte und ihr einziger Gedichtband „Verschenkter Rat“ (1978) waren hingegen eher Achtungserfolge und wurden teils, u. a. aufgrund unterstellter Hermetik, in der Kritik kontrovers diskutiert. Von 2001 bis 2005 schrieb Aichinger nach längerer Publikationspause wöchentlich Kolumnen für Wiener Feuilletons. Dieses erinnerungspoetische Spätwerk, in drei Buchpublikationen überführt, brachte auch ihrem Gesamtwerk wieder neue Aufmerksamkeit. Ihr Nachlass im Deutschen Literaturarchiv, Marbach am Neckar, birgt zahlreiche unveröffentlichte Texte aus diversen Gattungen und Werkphasen.

  • Auszeichnungen

    1952 Preis der Gruppe 47
    1956 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin-West
    1957 Bremer Literaturpreis
    1962 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
    1968 Anton-Wildgans-Preis der österreichischen Industriellenvereinigung
    1971 Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund
    1974 Literaturpreis der Stadt Wien (mit Manès Sperber)
    1977 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
    1979 Georg-Trakl-Preis für Lyrik der Stadt Salzburg und des Landes Salzburg
    1983 Franz-Kafka-Preis der Stadt Klosterneuburg und der Österreichischen Franz-Kafka-Gesellschaft
    1991 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
    1991 Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (abgelehnt)
    1991 Ehrenzeichen des Landes Salzburg (abgelehnt)
    1994 Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (abgelehnt)
    1994 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (abgelehnt)
    1995 Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur
    2002 Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln
    2015 Großer Kunstpreis des Landes Salzburg
    2018 Ilse-Aichinger-Gasse, Wien-Donaustadt
  • Quellen

    Nachlass:

    Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar. (Werkmanuskripte u. unveröffentlichte Werkentwürfe, Tagebücher, Briefe, Fotografien)

    Literaturarchiv Kulturpreis der Stadt Dortmund, Nelly-Sachs-Preis. (Sammlung Ilse Aichinger)

  • Werke

    Monografien und Sammelbände:

    Die größere Hoffnung. Roman, 1948, überarb. 1960, zuletzt 2015, engl. 2016.

    Rede unter dem Galgen, hg. v. Hans Weigel, 1952.

    Der Gefesselte, 1953, um „Das Erzählen in dieser Zeit“ und „Wo ich wohne“ erw. Ausg. 1991.

    zu keiner Stunde, 1957, zuletzt 1991.

    Besuch im Pfarrhaus. Ein Hörspiel, Drei Dialoge, 1961.

    Wo ich wohne. Erzählungen, Dialoge, Gedichte, hg. v. Klaus Wagenbach, 1963.

    Eliza Eliza. Erzählungen, 1965, um „Die Rampenmaler“, „Ajax“, „Die Geschwister Jouet“ und „Meine Sprache und ich“ erw. Ausg. 1991.

    Auckland, Vier Hörspiele, 1969, u. d. T. „Auckland, Hörspiele“ um „Knöpfe“ und „Gare Maritim“ erw. Ausg. 1991.

    Nachricht vom Tag. Erzählungen, 1970.

    Dialoge, Erzählungen, Gedichte, hg. v. Heinz Schafroth, 1971.

    Günter Eich, Gedichte, Ausgew. u. hg. v. Ilse Aichinger, 1973.

    schlechte Wörter, 1976, u. d. T. „Schlechte Wörter“ um „Friedhof in B.“ erw. Ausg. ohne das Hörspiel “Gare maritime“ 1991.

    Meine Sprache und ich. Erzählungen, 1978.

    verschenkter Rat. Gedichte, 1978, u. d. T. „Verschenkter Rat“ um sechs Gedichte erw. Ausg. 1991, engl. 2022.

    Kleist, Moos, Fasane, 1987, um „Thomas Bernhard“ erw. Ausg. ohne „Die Linien meiner Schwester“ 1991.

    Ilse Aichinger/Gert Jonke, Das Verhalten auf sinkenden Schiffen. Reden zum Erich-Fried-Preis 1997.

    Eiskristalle, Humphrey Bogart und die Titanic, hg. v. Richard Reichensperger, 1997.

    Film und Verhängnis. Blitzlichter auf ein Leben, 2001.

    Kurzschlüsse. Wien, hg. v. Simone Fässler, 2001, Hörbuch, gelesen v. Ilse Aichinger, CD, 2001.

    Ilse Aichinger/Brüder Grimm, Der Wolf und die sieben jungen Geißlein, 2004.

    Unglaubwürdige Reisen, hg. v. Simone Fässler/Franz Hammerbacher, 2005.

    Subtexte, 2006.

    Über Adalbert Stifter, Rundfunkfeuilleton 1957, 2007.

    Es muss gar nichts bleiben. Interviews 1952–2005, hg. v. Simone Fässler, 2011.

    Aufruf zum Misstrauen. Verstreute Publikationen 1946–2005, hg. v. Andreas Dittrich, 2021.

    Die Frühvollendeten. Radio-Essays, hg. v. Simone Fässler, 2021.

    Poesiealbum Nr. 365: Ilse Aichinger, hg. v. Roland Berbig, 2021. (Gedichte, teils Erstveröffentlichungen)

    Unselbstständige Schriften:

    Das vierte Tor, in: Wiener Kurier v. 1.9.1945, Nr. 6, S. 3. (Onlineressource)

    Reise nach England, in: Europäische Rundschau 4 (1949), H. 3, S. 2–7.

    Spiegelgeschichte, in: Wiener Tageszeitung v. 7.8.1949, Nr. 183, S. 7, Nr. 184, S. 5 u. Nr. 185, S. 5, Nachdr. in: Ilse Aichinger, Rede unter dem Galgen, hg. v. Hans Weigel, 1952, S. 49–63, zuletzt 2020.

    Die Vögel beginnen zu singen, wenn es noch finster ist. Porträt von Ilse Aichinger, in: Ulmer Monatsspiegel, Programm 5, Monatsabschnitt 1950/51, Januar 1951, S. 4 f. (Onlineressource)

    Die Sicht der Entfremdung. Über Berichte und Geschichten von Ernst Schnabel, in: Frankfurter Hefte 9 (1954), H. 1, S. 46–50.

    Plätze und Straßen, in: Jahresring 1954, S. 19–24.

    Werkausgabe:

    Werke. Taschenbuchausgabe in acht Bänden, hg. v. Richard Reichensperger, 1991.

    Briefe:

    „halten wir einander fest und halten wir alles fest!“. Der Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Ilse Aichinger und Günter Eich, hg. v. Irene Fußl/Roland Berbig, 2021.

    „Ich schreib für Dich und jedes Wort aus Liebe“. Briefwechsel, Wien-London 1939–1947, hg. v. Nikola Herweg, 2021. (Ilse Aichinger u. Helga Michie)

    Tonträger:

    Knöpfe. Hörspiel, Lesungen und Originalaufnahmen, 2 CDs, 2007.

    Ilse Aichinger. Schriftstellerin. Erzählungen, Gedichte, Interviews, Gelesen v. Ilse Aichinger/Peter Handke/Corinna Kirchhoff/Michael Krüger, hg. v. Peter Handke/Michael Krüger, CD, 2011.

    Die größere Hoffnung. Klangbuch mit 2 CDs, 2016.

    Bibliografie:

    Andreas Dittrich, dial. Das digitale ilse aichinger literaturverzeichnis. gamma-Version. (Onlineressource)

  • Literatur

    Monografien, Themenhefte und Sammelbände:

    Richard Reichensperger, Die Bergung der Opfer in der Sprache. Über Ilse Aichinger. Leben und Werk, 1991. (Supplement der „Werke in acht Bänden“)

    Kurt Bartsch/Gerhard Melzer (Hg.), Ilse Aichinger. Dossier 5, 1993. (L, P)

    Barbara Thums, „Den Ankünften nicht glauben wahr sind die Abschiede“. Mythos, Gedächtnis und Mystik in der Prosa Ilse Aichingers, 2000.

    SALZ. Zeitschrift für Literatur 27. Hommage an Ilse Aichinger, Oktober 2001, H. 105.

    Britta Herrmann/Barbara Thums (Hg.), „Was wir einsetzen können, ist Nüchternheit“. Zum Werk Ilse Aichingers, 2001.

    Samuel Moser (Hg.), Ilse Aichinger. Leben und Werk, 1995, aktual. u. erw. Neuaufl. 2003.

    Stefan Moses, Ilse Aichinger. Ein Bilderbuch, Mit Texten v. Ilse Aichinger u. Michael Krüger, 2006.

    Roland Berbig, Ilse Aichinger, 2007. (L)

    Ingeborg Rabenstein-Michel/Françoise Rétif/Erika Tunner (Hg.), Ilse Aichinger. Misstrauen als Engagement?, 2009.

    Roland Berbig/Hannah Markus, Ilse Aichinger, 2010.

    Simone Fässler, Von Wien her, auf Wien hin. Ilse Aichingers „Geographie der eigenen Existenz“, 2011.

    Christine Ivanović, Ilse Aichinger in Ulm, 2011.

    Christine Ivanović/Sugi Shindo (Hg.), Absprung zur Weiterbesinnung. Geschichte und Medien bei Ilse Aichinger. Mit der Erstveröffentlichung des Radio-Essays Georg Trakl von Ilse Aichinger aus dem Jahr 1957, 2011.

    Christa Gürtler/Irene Fußl (Hg.), Ilse Aichinger. „Behutsam kämpfen“, 2013.

    Hannah Markus, Ilse Aichingers Lyrik. Das gedruckte Werk und die Handschriften, 2015. (Qu)

    Gail Wiltshire, A Spatial Reading of Ilse Aichinger’s Novel „Die größere Hoffnung“, 2015.

    Roland Berbig, Landschaft und Ort bei Günter Eich und Ilse Aichinger, 2017.

    Birgit Erdle/Annegret Pelz (Hg.), Ilse Aichinger. Wörterbuch, 2021.

    Thomas Wild, ununterbrochen mit niemandem reden. Lektüren mit Ilse Aichinger, 2021.

    Aufsätze:

    Bettina Knauer, Der Text als Entfaltung des Namens. Ilse Aichingers Erzählung "Eliza Eliza", in: Sprachkunst 23 (1992), H. 2, S. 246–265.

    Vivian Liska, Vom Schutteimer zum Schüttelreim. Über Ilse Aichingers Erzählung „Der Engel“, in: Heidy Margrit Müller (Hg.), Verschwiegenes Wortspiel, 1999, S. 95-109.

    Johann Sonnleitner, Grenzüberschreitungen. Ilse Aichinger und die Gruppe 47, in: Stuart Parkes/John J. White (Hg.), The Gruppe 47 Fifty Years on. A Re-Appraisal of Its Literary and Political Significance, 1999, S. 195–212.

    Irene Fußl, Ein Lektüreweg durch Ilse Aichingers „Meine Sprache und Ich“, in: Sprachkunst 36 (2005), H. 2, S. 263–287.

    Annegret Pelz, Ilse Aichinger, „Die größere Hoffnung“ (1948), in: Claudia Benthien/Inge Stephan (Hg.), Meisterwerke, Deutschsprachige Autorinnen im 20. Jahrhundert, 2005, S. 20–32.

    Klaus B. Kaindl, „Ich dränge mich in euer Leben, obwohl ihr mich nicht gerufen habt“. Zur Verwandtschaft der Figuren in den Hörspielen Günter Eichs und Ilse Aichingers, in: Berliner Hefte zur Geschichte des literarischen Lebens 7 (2005), S. 203–223.

    Bettina Bannasch, Der Tod des Autors und das Überleben der Autorin. Ilse Aichingers Poetik des Verschwindens, in: Christine Künzel/Jörg Schönert (Hg.), Autorinszenierungen, Autorschaft und literarisches Werk im Kontext der Medien, 2007, S. 93–110.

    Richard Reichensperger, Ilse Aichingers frühe Dekonstruktionen, in: Klaus Kastberger/Kurt Neumann (Hg.), Grundbücher der österreichischen Literatur seit 1945. Erste Lieferung, 2007, S. 11–17.

    Vivian Liska, Schattenstreifen, Aichinger und Kafka, in: dies., Fremde Gemeinschaft. Deutsch-jüdische Literatur der Moderne, 2011, S. 297–315.

    Barbara Thums, Zumutungen, Ent-Ortungen, Grenzen. Ilse Aichingers Poetik des Exils, in: Doerte Bischoff/Susanne Komfort-Hein, Literatur und Exil. Neue Perspektiven, 2013, S. 183–209.

    Hans Höller, „Schreiben heißt sterben lernen“. Die Aichinger-Linie in der österreichischen Literatur nach 1945, in: Martin Kubaczek (Hg.), Stimmen im Sprachraum. Sterbensarten in der österreichischen Literatur, Beiträge des Ilse-Aichinger-Symposions Tokio, 2015, S. 15–23.

    Hannah Markus, Poiesis und Poetik in der Textgenese. Autorvarianten in Ilse Aichingers lyrischem Vorlass, in: editio 30 (2016), H. 1, S. 111–123. (Qu)

    Roland Berbig, „Auf der höflichen Wanderung den von Gräbern durchsetzten Hügeln entgegen“. Tod und Tote in Ilse Aichingers Werk, in: ders./Richard Faber/Christof Müller-Busch (Hg.), Krankheit, Sterben und Tod im Leben und Schreiben europäischer Schriftsteller, Bd. 2, 2017, S. 109–132.

    Hannah Markus, „Schnell, solang du noch tot bist“. Ilse Aichingers „Spiegelgeschichte“, in: Mona Körte (Hg.), Rückwärtsvorgänge. Retrogrades Erzählen in Literatur, Kunst und Wissenschaft, 2019, S. 43–63.

    Armin Schäfer, Das Prosagedicht. Ilse Aichingers Arbeit an der literarischen Form, in: Torsten Hahn/Nicolas Pethes (Hg.), Formästhetiken und Formen der Literatur. Materialität – Ornament – Codierung, 2020, S. 315–336.

    Roland Berbig, Ilse Aichingers Tagesaufzeichnungen, in: Wiener Digitale Revue, Halbjahresschrift für Germanistik und Gegenwart, 2020, H. 1. (Onlineressource)

    Christine Ivanovic, „‚Heimat. Heimat? My country. Es krachte, als wir heimkamen‘. Zum Konzept Heimat im Gesamtwerk von Ilse Aichinger“, in: treibhaus. Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre 17 (2021), S. 97–123.

    Uljana Wolf, Die Westsäulenliebhaberei der Übersetzung. Ilse Aichingers „schwache Architektur“, in: Uljana Wolf, Etymologischer Gossip, 2021, S. 56–61.

    Lexikonartikel:

    Samuel Moser, Art. „Aichinger, Ilse“, in: Wilhelm Kühlmann (Hg.), Killy Literaturlexikon, 1988, Bd. 1, S. 81 f.

    Heinz Schafroth, Art. „Aichinger, Ilse“, in: Bernd Lutz/Benedikt Jeßing (Hg.), Metzler Autoren Lexikon, 32004, S. 5-7. (P)

    Heinz Schafroth/Simone Fässler, Art. „Aichinger, Ilse“, in: Axel Ruckaberle, Axel (Hg.), KLG – Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, 1008–2022. (W, L) (zugangsbeschränkte Onlineressource)

    Anke Hees, Art. „Aichinger, Ilse“, in: Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, Bd. 1, hg. v. Carl Ludwig Lang, 2000, Sp. 102–107. (W, L)

    Christine Lubkoll/Arne Kilian, Art. „Aichinger, Ilse. Das lyrische Werk“, in: Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Kindlers Literatur Lexikon, 2020. (zugangsbeschränkte Onlineressource)

    Christine Lubkoll, Art. „Aichinger, Ilse. Schlechte Wörter“, in: Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Kindlers Literatur Lexikon, 2020. (zugangsbeschränkte Onlineressource)

    N. N., Art. „Aichinger, Ilse“, in: Austria-Forum, 2009/17. (P) (Onlineressource)

    Brigitte Siebrasse, Art. „Ilse Aichinger“, in: FemBio. Frauen.Biographieforschung. (P) (Onlineressource)

    Dokumentarfilm:

    Christine Nagel, Wo ich wohne. Ein Film für Ilse Aichinger, 2014, DVD 2016.

  • Onlineressourcen

    Audioressourcen (O-Töne), in: Österreichische Mediathek. (u. a. Ilse Aichinger erzählt aus ihrem Leben, 1977, ORF, u. Lesung von „Die größere Hoffnung, 1965)

    Ilse Aichinger, Lesung im Literarischen Colloquium Berlin, 30.10.1996. (P)

  • Porträts

    Fotografien, Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar. (Nachlässe Ilse Aichinger u. Günter Eich)

    Fotografie v. Otto Breicha (1932–2003), 1966, Hulton Archive, Imagno 00472 341.

    zwei Fotografien v. Renate von Mangoldt (geb. 1940), 1968/96. (Onlineressource)

    18 Fotografien v. Isolde Ohlbaum (geb. 1953), 1970er Jahre–2003. (Onlineressource)

  • Autor/in

    Hannah Markus (Berlin)

  • Zitierweise

    Markus, Hannah, „Aichinger, Ilse“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.04.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118501232.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA