Lebensdaten
1840 bis 1920
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Forschungsreisender ; Alpinist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 12870814X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Güßfeldt, Richard Paul Wilhelm
  • Güßfeldt, Paul
  • Güßfeldt, Richard Paul Wilhelm
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Zitierweise

Güßfeldt, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12870814X.html [17.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Unehel.;
    M Maria Sophie Frieder. Heideblut aus Stendal; Adoptiv-Eltern (seit 1844/47) Joh. Frdr. Wilh. Güßfeldt, Stadtrat u. Kaufm. in B., u. Aug. Antonie Müller;
    Berlin 1895 Helene (1843–1919), T d. Moritz Sobernheim (1804–71), Bankier, Getreide- u. Produktenhändler in B., u. d. Therese Reiche; Schwager Adolf S. (1840–80), Bankier in B.; Schwägerin Margarethe S. ( Felix Moscheles, 1833–1917, Maler, Vorkämpfer d. Friedensbewegung, s. ThB).

  • Leben

    G. studierte Naturwissenschaften und Mathematik in Heidelberg, Berlin, Gießen und Bonn, promovierte 1865 zum Dr. phil. und habilitierte sich 1868 in Bonn für Mathematik. Pläne zu einer Forschungsreise, zunächst durch die Teilnahme am deutsch-französischen Krieg 1870/71 zurückgestellt, fanden 1873 ihre Verwirklichung, als G. durch A. Bastians Vermittlung im Auftrage der „Gesellschaft zur Erforschung Äquatorial-Afrikas“ eine Expedition nach Westafrika an die Loango-Küste leitete. Sie blieb auf die Erforschung des Küstengebietes beschränkt, da Mißgeschicke, unter anderem Schiffbruch, Seuchen, Trägerschwierigkeiten, das geplante Eindringen ins Innere vereitelten. Die über dieses Unternehmen niedergelegten Ergebnisse gehören zu den frühesten und wertvollsten Aufschlüssen über diesen damals noch kaum erforschten Teil der afrikanischen Küstengebiete. 1876 bereiste G. Ägypten und mit G. Schweinfurth die Arabische Wüste. 1882/83 führte ihn eine von der Preußischen Akademie der Wissenschaften (Humboldt-Stiftung) unterstützte Reise in die Kordilleren Südamerikas, in das noch wenig erschlossene Gebiet zwischen dem 32. und 35. Grad südlicher Breite. G.s Reisebericht enthält außer den Resultaten der Orts- und Höhenbestimmungen und der erdmagnetischen Messungen auch Beschreibungen über Flora, Fauna und Besiedlung und gibt Zeugnis von beachtenswerten bergsteigerischen Leistungen (Besteigung des Vulkans Maipo, 5400 m, im Alleingang, 1. Besteigungsversuch des Aconcagua bis zu 6400 m Höhe). In den folgenden Jahren mit literarischen Arbeiten beschäftigt, übernahm G. 1892 als Professor und Dirigent des naturwissenschaftlichen Unterrichts des Seminars für Orientalische Sprachen das Lehramt für geographisch-astronomische Ortsbestimmungen. Er war als Reiseschriftsteller und gewandter Gesellschafter von Wilhelm II. geschätzt und begleitete den Kaiser auf dessen Nordlandreisen. – G. war ein begeisterter Alpinist, erstieg schwierige Gipfel der Schweizer und der französischen Alpen und nahm an etlichen Erstbesteigungen teil (unter anderem 1. Besteigung des Piz Bernina über den|Biancograt, 1. Besteigung des Mont Blanc über die Aiguille Blanche de Péteret [Peuterey] 1893).

  • Werke

    W u. a. Reise in d. Arab. Wüste, in: Petermanns geogr. Mitt. 23, 1877;
    Die Loango-Expedition 1873–76, e. Reisewerk in 3 Abt. (mit J. Falkenstein u. E. Pechuel-Loesche), 1. Abt., 1879;
    In den Hochalpen, 1886, 31892;
    Reise in d. Andes v. Chile u. Argentinien, 1888;
    Kaiser Wilhelm's II. Reisen nach Norwegen in d. J. 1889–92, 1892;
    Der Montblanc, Stud. im Hochgebirge, vornehml. in d. Montblanc-Gruppe, 1894;
    Grundzüge d. astron.-geogr. Ortsbestimmung …, 1902.

  • Literatur

    H. Marquardsen, in: Petermanns geogr. Mitt. 66, 1920, S. 27;
    H. B[arth], in: Mitt. d. Dt. u. Österr. Alpenver., NF 36, 1920, S. 13;
    H. W[ödl], in: Österr. Alpenztg. 42, 1920, S. 30;
    Pogg. III, IV, VI;
    DBJ II (Tl. 1920, W, L);
    E. Banse, Lex. d. Geogr. I, 1933.

  • Portraits

    in: A. Dreyer, Der Alpinismus u. d. Dt.-Österr. Alpenver., 1909, n. S. 70.

  • Autor/in

    Grete Ronge
  • Empfohlene Zitierweise

    Ronge, Grete, "Güßfeldt, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 289-290 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12870814X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA