Lebensdaten
1845 bis 1931
Geburtsort
Langenbielau
Sterbeort
Langenbielau
Beruf/Funktion
Textilindustrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136192742 | OGND | VIAF: 80579736
Namensvarianten
  • Dierig, Friedrich junior
  • Dierig, Friedrich
  • Dierig, Friedrich junior

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Zitierweise

Dierig, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136192742.html [05.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich sen. (1818-94), S des Christian Gottlob s. (1);
    M Auguste (1821–89), T des Karl Frdr. Wilh. Werner, Kaufm. in Langenbielau, u. der Johanna Dor. Hieronymus;
    B Philipp (1847–1902), Georg (1848–1917), Mitinhaber der D.schen Firma;
    1875 Minna (1855–1920), T des Gottlieb Traugott Bienert ( 1894, s. NDB II), Hofmühlenbesitzer in Plauen b. Dresden;
    5 S u. a. Dr. Wolfg. (1879–1945), Aufsichtsratsvorsitzender der Christian D. AG, Gottfr. (1889–1945), Vorstandsmitglied der Christian D. AG, 1933 Leiter der Wirtschaftsgruppe Textilindustrie, dann bis 1939 der Reichsgruppe Industrie.

  • Leben

    D. trat 1868 in die von seinem Vater geleitete, fast ganz zur Baumwollverarbeitung übergegangene Familienfirma ein, die 1866 nach ernsten Krisen in Langenbielau die ersten mechanischen Webstühle aufgestellt hatte. Zusammen mit seinen Brüdern verfügte er um die Jahrhundertwende über 1900 mechanische Webstühle, eine Färberei und eine Stoffdruckerei (1894). Nach Umwandlung der Firma in eine GmbH wurde 1905 eine neue Weberei in Gellenau (Grafschaft Glatz) errichtet, die die dortigen Handweber zur Fabrikarbeit erzog, 1911 in Langenbielau eine eigene mechanische Spinnerei. 1907 war D. der größte deutsche Bunt- und Inlettweber geworden. Am Ausbau der betrieblichen Sozialarbeit war auch Minna D. stark beteiligt. 1917 gründete D. zusammen mit L. Gottstein von der Papierfabrik Feldmühle zur direkten Verspinnung von Zellstoff im großen - ohne den Umweg über das Papier - die „Dierfeld GmbH“ in Odermünde bei Stettin. Im selben Jahr erwarb D. sein erstes süddeutsches Zweigwerk in Augsburg, dem heutigen Sitz des Unternehmens.

    Nach dem 1. Weltkrieg begann der dritte große Entwicklungsabschnitt von D. Unter der Führung von Wolfgang und Gottfried D. erstreckte sich das Unternehmen bald über ganz Deutschland mit Schwerpunkten in Ost-, West- und Süddeutschland. Um den Bezug von fremden Garnen und Geweben für die vergrößerte Ausrüstungsabteilung auszuschalten, wurde 1924 mit der F. H. Hammersen AG in Osnabrück eine Interessengemeinschaft gegründet. Nach Umwandlung der D. GmbH in eine AG (1928) wurde 1935 die Hammersen AG von der Christian D. AG übernommen und als Organgesellschaft weitergeführt. Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften in Augsburg, Haunstetten bei Augsburg und Kottern bei Kempten war die „D-Gruppe“ nun mit 800 000 Spindeln und 14 000 Webstühlen sowie 6 Ausrüstungsanstalten mit 27 Druckmaschinen und rund 15 000 Arbeitern und Angestellten das größte Unternehmen der kontinentalen Baumwollindustrie und ist noch heute trotz der Katastrophe von 1945 (Verlust der schlesischen Stammwerke und Enteignung der in der Sowjetzone gelegenen Betriebe) das größte deutsche Textilunternehmen. - GKR., Dr.-Ingenieur Ehren halber.

    In der Familiengeschichte D. vollzieht sich beispielhaft für Schlesien der Aufstieg von der Handweberei über den Verlag zur Fabrikindustrie und - in diesem Einzelfall - auch zum Industriekonzern.

  • Literatur

    zum Gesamtartikel Das Werk v. fünf Generationen, 150 J. Ch. Gottfr. D. Augsburg, 1955 (P, auch f. GV).

  • Autor/in

    Christian Gottfried Dierig
  • Empfohlene Zitierweise

    Dierig, Christian Gottfried, "Dierig, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 656 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136192742.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA