Lebensdaten
erwähnt 1609, gestorben 1622
Beruf/Funktion
Theologe
Konfession
evangelisch,Remonstrant
Normdaten
GND: 138818304 | OGND | VIAF: 95441063
Namensvarianten
  • Geesteranus, Johann
  • Geestheranus, Johann

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Geesteranus, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138818304.html [30.09.2022].

CC0

  • Biographie

    Geesteranus: Johann G., gehört einem Geschlecht an, aus welchem mehrere Mitglieder in den remonstrantischen Zwistigkeiten hervortraten und ihres Predigeramtes entsetzt wurden, z. B. die Gebrüder Cornelius und Arnold und ihre Vettern Peter und Nannius G. Der bedeutendste aber war Johann G., seit 1609 Prediger im Dorfe Vreeland und dem Remonstrantismus ganz ergeben. 1610 folgte er dem Ruf der Gemeinde zu Alkmaar, wo er im J. 1586 geboren war, und predigte dort mit großem Beifall. Als sich zur Zeit der nationalen Synode von Dordrecht ein Aufruhr in Alkmaar erhob, führte dies 1619, wiewol die Staaten von Holland ihn von aller Betheiligung daran freisprachen, dennoch seine Absetzung herbei, nicht nur weil er als Remonstrant den calvinistischen Eiferern verhaßt war, sondern auch wegen seiner Hinneigung zum Socinianismus. Wirklich enthielt seine Confession, welche er, zusammen mit seinem ebenfalls abgesetzten Bruder Peter, der Synode überreichte, eine sich in mancher Hinsicht vom Remonstrantismus entfernende Religionsauffassung, indem er die Allgegenwart Gottes, die zwei Naturen Christi und die Erbsünde leugnete, sich dabei den Ansichten der Taufgesinnten von der Obrigkeit und Kindtaufe anschloß und die Lehre von der Rechtfertigung ganz eigenartig erklärte. Diese Gesinnung führte ihn bald den Collegianten von Rhynsburg zu, für die er eifrig thätig war, bis er sich im J. 1620, um der hitzigen Verfolgung zu entgehen, nach dem Norden Ost-Frieslands zurückzog, wo sein Bruder Peter und|der bekannte Kamphuyzen sich schon aufhielten. Ein ihm noch im selben Jahre angetragenes Professorat lehnte er ab und lebte in stiller Zurückgezogenheit von seiner Hände Arbeit, bis die Pest ihn mit Frau und Kind 1622 wegraffte. Von ihm erschien eine „Predicatie over „t ontset van Alcmaer, gedaen a° 1618, 8 October over Act. IX: 31, Mitsgaders 't Examen over hem gehouden in 't Consistorie a° 1619, 11 en 12 Maarz 4°“, und ein lateinisches Gedicht „Idolelenchus“, welches von Kamphuyzen übersetzt worden ist.

    • Literatur

      Vgl. Paquot, Mem. III. p. 174. Historie der Rhynsb. Vergad. door Paschier de Fyne. Glasius, Godg. Nederl. und Van der Aa, Biogr. Woordenb.

  • Autor/in

    Van Slee.
  • Zitierweise

    Slee, Jacob Cornelis van, "Geesteranus, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 492-493 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138818304.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA