Lebensdaten
1551 bis 1617
Geburtsort
Lüttich
Sterbeort
Lüttich
Beruf/Funktion
Lütticher Generalvikar ; Schulmann ; Historiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 12916612X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Chapeaville, Johann
  • Chapeauville, Johann
  • Chapeaville, Johann
  • mehr

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Chapeauville, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12916612X.html [22.09.2019].

CC0

  • Leben

    Chapeauville: Johann C. (oder wie er schrieb Chapeaville), geb. zu Lüttich 5. Jan. 1551, 11. Mai (10. Juni?) 1617. Von seinen Eltern zum Richterberufe bestimmt, wendete er sich dem geistlichen Stande zu, und studirte Philosophie zu Köln und Theologie zu Löwen, wo er auch promovirte. Schon 1578 ernannte ihn der Cardinal Groesbeck von Lüttich zum Synodal-Examinator, 1579 zum Pfarrer an St. Michael und Canonicus von St. Peter. Ernst von Baiern, dessen Nachfolger, machte ihn 1582 zum Inquisitor und, nachdem er 1587 durch Sixtus V. Domherr geworden war, 1598 zum Generalvicar und Archidiakon. 1599 wählten ihn die Stiftsherren von St. Peter zu ihrem Propste. An dieser Stelle war er 10 Jahre lang sehr thätig für den Volksunterricht und lehrte zugleich Theologie unter bedeutendem Zulaufe in mehreren Klöstern der Stadt. Auch Ferdinand von Baiern behielt ihn trotz seiner dringenden Bitten als Generalvicar bei. Große Verdienste erwarb er sich bei der Pest 1581 im|Dienste der Kranken. Dieser Krankheit verdankt sein gerühmtes, oft aufgelegtes Werk: „Tractatus de necessitate et modo ministrandi sacramenta tempore pestis“ den Ursprung, und seiner Sorge für den Volksunterricht die beiden Schriften: „Elucidatio scholastica Catech. Rom.“ und „Summa Catech. Rom.“. Mehrere Auflagen erlebte auch der „Tractatus de casibus reservatis“. Das verdienstvollste seiner Werke ist die „Historia sacra, profana etc. pontificum Tungrensium, Trajectin., Leodens., pontific. Rom., Imperat. etc.“, welche unter diesem Titel nach seinem Tode erschien (1618 mit einem Lebensabriß Chapeauville's) als Titelausgabe des Werkes: „Qui gesta Tungr., Traject., Leod. scripserunt auctores“. 1612—1616. Augustae Eburonum (Lüttich). 3 voll. Eine Sammlung älterer Schriftsteller (Hariger, Anselm von Lüttich, Hocsem, Radulf de Rivo, Suffrid Petri), der er selber eine Fortsetzung der Lütticher Kirchengeschichte bis 1613 beifügte. Als Anhang finden sich im ersten und zweiten Bande die einschlägigen historischen Abhandlungen des Jesuiten Aegid Bouchier (Bucherius), und im zweiten Bande überdies seine eigene geschätzte Schrift: „De prima origine festi s. Corporis et sanguinis Domini.“

    • Literatur

      Vita (s. o.), Niceron XVII. 92 ss.

  • Autor/in

    A. Weiß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiß, A., "Chapeauville, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 102-103 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12916612X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA