Lebensdaten
1892 bis 1974
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Münster
Beruf/Funktion
Verkehrswissenschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118741764 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Predöhl, Andreas

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Predöhl, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118741764.html [12.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Max (1854–1923), aus H., Dr. iur., 1910-12 Senator, 1914 u. 1916/17 1. Bgm. d. Freien u. Hansestadt H. (s. DBJ V, Tl.), S d. Joachim (1823–73);
    M Clara Elisabeth (1864–1945), T d. Martin Garlieb Amsinck (1831–1905), Reeder in H. (s. NDB I. Fam.art);
    5 B, 3 Schw;
    Hamburg 1922 Emma (1867–1960), T d. Kaufm. Carl Schulz u. d. Dorothea Philipps; kinderlos.

  • Leben

    P. studierte in Berlin und Bonn Volkswirtschaftslehre und leistete Militärdienst bei den Bonner Husaren; 1915 wechselte er von der Kavallerie zur Fliegertruppe, wo er hohe Auszeichnungen erhielt. Nach Kriegsende studierte er Wirtschaftswissenschaften in Kiel, trat anschließend in das dortige Institut für Weltwirtschaft ein und wurde 1921 bei dessen Gründer und Leiter Bernhard Harms (1876–1939) zum Dr. sc. pol. promoviert (Die Grenzen d. Verwendung v. Arbeit in d. Wirtsch.). Er stieg zum Direktionsassistenten auf und habilitierte sich 1924 mit einer Arbeit über die „Problematik der Standortlehre“. In den 20er Jahren folgten längere Aufenthalte als Rockefeller-Stipendiat in England, USA und Kanada. 1930 wurde er an die Handelshochschule Königsberg auf den neu errichteten Lehrstuhl für Handels-, Wirtschafts- und Arbeitsrecht berufen, kehrte aber bereits 1932 an die Univ. Kiel zurück. Als das Institut für Weltwirtschaft nach 1933 auf Grund seiner weltoffenen, anglophilen und liberalen Haltung in Konflikt mit der nationalsozialistischen Regierung geriet und Harms sein Amt als Direktor aufgeben mußte, wurde P. 1934 Nachfolger seines Lehrers. Es gelang P., Harms' Lebenswerk über die Jahre 1935-45 zu retten. Wenngleich er die Vertreibung von Gelehrten wie Gerhard Colm (1897–1968), Adolf Löwe (1893–1995) u. a. nicht verhindern konnte, blieb doch die bedeutende Bibliothek intakt und das wissenschaftliche Umfeld weitgehend erhalten; am Institut arbeiteten u. a. Walter Hoffmann (1903–71), Gerhard Mackenroth (1903–55) und der spätere Wirtschaftsminister Karl Schiller (1911–94). Seit 1942 war P. auch Rektor der Univ. Kiel.

    1945 seiner Ämter enthoben und einem Entnazifizierungsverfahren unterworfen, das Ende 1946 mit einem Freisprach beendet wurde, kehrte P. Anfang 1947 wieder in seine Professur zurück und legte 1949 mit seiner „Außenwirtschaft“ (21971) eine noch nach 50 Jahren wegweisende Studie über Grundlagen und Perspektiven der Weltwirtschaft mit einer weit vorausschauenden Aussage zur europ. Integration vor. 1953 erhielt P. einen Ruf an die Univ. Münster, mit dessen Annahme die Ernennung zum Direktor des 1920 gegründeten Instituts für Verkehrswissenschaft verbunden war. In wenigen Jahren machte er Münster mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Industrie an Rhein und Ruhr zu einem Zentrum verkehrswissenschaftlicher Forschung und Ausbildung. 1958 legte er mit der „Verkehrspolitik“ (21964) sein zweites Hauptwerk vor. Abschluß seiner aktiven Tätigkeit war die Übernahme des Rektorats 1959/60 und die Verabschiedung einer neuen Verfassung der Univ. Münster.|

  • Auszeichnungen

    E. K. I. Kl. (1916); Ritterkreuz d. Hausordens v. Hohenzollern (1917); Gr. BVK (1963) mit Stern (1968); Dr. iur. h. c. (Kiel 1963).

  • Werke

    Weitere W Die Südwanderung d. amerik. Baumwollind., Die Epochenbedeutung d. Weltwirtsch.-krise v. 1929 bis 1931, in: VfZ 1, 1953, H. 2, S. 97;
    Das Ende d. Weltwirtsch.krise, 1962;
    Bemerkungen z. E. v. Beckeraths „Gedanken z. Schumpeters Theorie d. wirtschaftl. Entwicklung“, in: Systeme|u. Methoden in d. Wirtsch.- u. Soz.wiss., E. v. Beckerath z. 75. Geb., hg. v. N. Kloten u. a, 1964, S. 321-33;
    Gedanken z. e. Theorie d. wirtschaftl. Entwicklung, in: Jb. f. Sozialwiss. 18, 1967, 1, 2;
    Gustav Cassel, Joseph Schumpeter, Bernhard Harms, Drei richtungweisende Wirtsch.wiss., 1972. – Mithg.: Zs. f. d. ges. Staatswiss., 1934 ff.;
    Jb. d. Sozialwiss.;
    Hdwb. d. Sozialwiss.

  • Literatur

    H. Jürgensen (Hg.), Gestaltungsprobleme d. Weltwirtsch., FS f. A. P., 1963 (W-Verz., P);
    In Memoriam A. P. (1893-1974), 1975;
    Ansprachen auf d. Akad. Trauerfeier am 30.1.1975 in Münster (P);
    Professoren u. Dozenten d. Christian-Albrechts-Univ. zu Kiel 1665-1954. bes. S. 67.

  • Portraits

    Gem., 1960 (Univ. Münster).

  • Autor/in

    Harald Jürgensen
  • Empfohlene Zitierweise

    Jürgensen, Harald, "Predöhl, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 682 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118741764.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA