Lebensdaten
1806 bis 1875
Geburtsort
Bielitz
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116280832 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pratobevera von Wiesborn, Adolf Freiherr
  • Pratobevera, Adolph von
  • Wiesborn, Adolph Pratobevera von

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Zitierweise

Pratobevera von Wiesborn, Adolf Freiherr, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116280832.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Joseph (s. 1);
    M Johanna Schrötter;
    T Adele ( 1] Anton Frhr. v. Doblhoff-Dier, 1800–72, Pol., s. ÖBL).

  • Leben

    P., der 1824-28 ein Rechtsstudium in Wien absolvierte und 1830 zum Dr. iur. promoviert wurde, trat 1828 in die Beamtenlaufbahn als Kollege Anton Frhr. v. Doblhoffs in der Kammerprokuratur ein, war 1831 beim (ständischen) niederösterr. Landrecht, dann 1832-37 im Staatsrat tätig. 1838-42 war er österr. Bevollmächtigter bei der Bundeszentralbehörde in Frankfurt/M. und kam dann zum niederösterr. Appellationsgericht. 1847/48 bekleidete er die Ehrenstelle als Sekretär Ehzg. Johanns in dessen Funktion als Kurator der Österr. Akademie der Wissenschaften. 1848 zum Ministerialrat im Justizministerium, 1850 zum provisorischen Sektionschef ernannt, führte er unter Anton v. Schmerling (1805–93) die legistische Abteilung. Unter dem einsetzenden Neo-Absolutismus ließ sich P. 1851 als Hofrat zum Obersten Gerichtshof versetzen.

    Auch am Beginn der konstitutionellen Ära arbeitete er eng mit Schmerling zusammen, war ursprünglich zum Leiter der Unterrichtsverwaltung vorgesehen, übernahm aber am 4.2.1861 das Justizministerium, wo die Einführung von Geschworenengerichten und die endgültige Trennung von Justiz und Verwaltung zu den wesentlichen Arbeiten seines Ressorts zählten. Kurz nach seiner Ernennung von einer Augenkrankheit befallen, mußte er noch 1861 wiederholt Urlaub nehmen und sein Amt am 18.12.1862 aufgeben. Im April 1864 durch eine Operation geheilt, machte sich seine wachsende Entfremdung von Schmerling in seiner Tätigkeit als Vorsitzender des parlamentarischen Finanzausschusses bemerkbar. Im Dezember 1864 kam es zum offenen Bruch. P. trug wesentlich zum Sturz des Ministeriums bei und wurde auch als möglicher Nachfolger Schmerlings gehandelt. Als entschiedener Gegner des Regimes Belcredi war er nach der „Sistierungsepoche“ seit Oktober 1866 führend beteiligt an den Versuchen „verfassungstreuer“ Abgeordneter zur Erhaltung des österr. Einheitsstaates. Im Januar 1867 fanden in seiner Wohnung die Konferenzen ausgleichsskeptischer Abgeordneter statt. Im Februar 1867 zum Landmarschall, dem Chef der autonomen Landesverwaltung von Niederösterreich, ernannt, trieb er die Opposition jedoch nicht auf die Spitze und stimmte letztendlich für die Ausgleichsvorlagen mit Ungarn. Im September 1869 legte P. sein Mandat nieder, wurde aber im Dezember ins Herrenhaus berufen. Er blieb ein von diversen Skrupeln geplagter, unzufriedener Gefolgsmann der liberalen Regierungen der Folgezeit, der jedes Abweichen vom Kurs scharf kritisierte. 1864-74 fungierte er auch als 1. Präsident des „Vereins für Landeskunde von Niederösterreich“. P. zählte zum josephinischen Flügel der deutsch-österr. Liberalen um Schmerling und Josef v. Lasser (1814–79), unterschied sich von vielen ihrer Exponenten aber durch seine kritische und latent oppositionelle Haltung.

  • Literatur

    Reichsrats-Alm. 1873;
    A. v. Czedik, Zur Gesch. d. k. k. österr. Ministerien 1861-1916, I, 1916, S. 40 ff.;
    ÖBL, Biogr. Lex. Böhmen. |

  • Quellen

    Qu Fam.archiv im Haus-, Hof- u. StA Wien.

  • Autor/in

    Lothar Höbelt
  • Empfohlene Zitierweise

    Höbelt, Lothar, "Pratobevera von Wiesborn, Adolf Freiherr" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 676 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116280832.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA