Lebensdaten
1849 – 1918
Geburtsort
Josefstadt (Böhmen)
Sterbeort
Kienberg (Böhmen)
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139229167 | OGND | VIAF: 84252975
Namensvarianten
  • Porák de Varna, Ernst
  • porak de varna, ernst
  • Porák de Varna, Ernst

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Porák de Varna, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139229167.html [23.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Antonín (1815–92), Arzt, RT-Abg.;
    M Anna, T d. Johann Faltis (1796–1876);
    B Viktor (1852–1932), Industr., Gutsbes., LT-Abg., Alfons, Hugo, Anton, Richard (1874–1957), Industr., LT-Abg;
    Emilie Gaertner;
    S Eugen (1892–1985), Großindustr.: N Margarethe (1905–78), Malerin, zeitweise Fabrikfürsorgeschw. in d. Fa. Moldaumühl.

  • Biographie

    P. besuchte die Handelsakademie in Gotha und praktizierte bei seinem Großvater Johann Faltis in Trautenau sowie in den USA. 1871 wurde er Gesellschafter der „Krumauer Graphitwerke und Graphitbergbau“, die sein Bruder Viktor leitete. 1885/86 errichtete P. an der Moldau in Kienberg nächst Hohenfurth die „Moldaumühl Cellulose-Fabrik, Brüder Porák“, an der seine Brüder Alfons, Viktor, Hugo und Anton beteiligt waren. Die große Nachfrage nach dem „Moldaumühl-Zellstoff“ ermöglichte bereits 1887/88 eine wesentliche Vergrößerung der Fabrik. Wegen des Preisverfalls für Zellulose wurde 1895 auf dem Gelände in Kienberg eine Papierfabrik errichtet, um die Zellulose rationeller verwerten zu können. Im selben Jahr wurde P. Alleininhaber des Unternehmens, das Niederlassungen in Prag, Budapest, Berlin, Hamburg und London unterhielt und seit 1896 Sulfit- und Seidenpapier sowie Servietten, Toiletten- und Packpapier erzeugte. 1901 wurde in Kienberg eine Holzschleiferei erbaut und die Pappefabrik „Ernst Porák“ gegründet. 1911 ließ P. ein neues Wasserkraftwerk errichten und wandelte das Unternehmen, nachdem sich die Produktionschwerpunkte auf Papier- und Pappeerzeugung verlagert hatten, in eine Aktiengesellschaft um, der er bis zu seinem Tod vorstand. Zu diesem Zeitpunkt war „Moldaumühl“ zweitgrößter Produzent von Packpapier und Pappen in der Monarchie. Seit 1885 war P. auch infolge seiner verwandtschaftlichen Verbindungen öffentlicher Gesellschafter der Fa. Johann Faltis Erben, Flachsspinnerei in Trautenau, Jungbuch und Liebau (Schlesien). Sein Bruder Viktor leitete bis 1927 die Krumauer Graphitwerke, sein Sohn Eugen nahm nach dem 1. Weltkrieg leitende Positionen in der Moldaumühl AG ein, schließlich als Präsident und Generaldirektor.

  • Literatur

    Die Großind. Österr. V, 1898, S. 15, 44;
    Bohemia (Abend) v. 22.4.1918 u. (Mittag) v. 23.4.1918;
    Neue Freie Presse (Mittag) v. 23.4.1918, Budweiser Ztg. v. 23.4.1918;
    M. Wollner, Das war unser Kienberg, 1968, S. 29-34;
    Der südböhm. Heimatkr. Kaplitz-Hohenfurth-Gratzen I, 1986, S. 424-33;
    ÖBL;
    Biogr. Lex. Böhmen.

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Porák de Varna, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 634 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139229167.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA