Lebensdaten
1887 bis 1985
Geburtsort
Budapest
Sterbeort
Palo Alto (Kalifornien, USA)
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 118825321 | OGND | VIAF: 120727470
Namensvarianten
  • Pólya, György
  • Pólya, George
  • Polya, George
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Polya, George, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118825321.html [14.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob Pollák (Pólya) (1844–97), RA in B.;
    M Anna Deutsch (1853–1939);
    1918 Neuchâtel Stella Weber (1895–1989); kinderlos.

  • Leben

    P. studierte Jura, Sprachen (Latein, Ungarisch), Literatur und Mathematik in Budapest (1905–10) und Wien (1910–11). Er wurde 1912 in Budapest mit einer mathematischen Dissertation (in Ungarisch) „Über einige Fragen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und gewisse damit zusammenhängende bestimmte Integrale“ promoviert. Nach Aufenthalten in Göttingen (1912/13) und Paris (1913/14) berief ihn 1914 die ETH Zürich als Privatdozent für Mathematik ( 1920 Titular- Prof., 1928 o. Prof.). Auf Studienreisen besuchte P. Oxford, Cambridge und Stanford und unterhielt zeitlebens eine ausgedehnte wissenschaftliche Korrespondenz. 1940 emigrierte er in die USA (Brown University 1940–42, Smith College 1942). 1942 wurde er an das Mathematik-Department der Stanford University berufen (1953 emeritiert).

    Die Breite von P.s Forschungsarbeiten umfaßt die Singularität von Funktionen, die Bestimmung von Nullstellen und andere Fragen der Analysis. Darüber hinaus gibt es Arbeiten zur Graphentheorie, Zahlentheorie, Geometrie, Variationsrechnung, Wahrscheinlichkeitstheorie, Kombinatorik und zur mathematischen Physik. P. publizierte in Ungarisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Dänisch und Englisch. Sein erstes Buch „Aufgaben und Lehrsätze aus der Analysis“ (1925, mit Gábor Szegö) galt lange Zeit als eines der grundlegenden Lehrbücher für dieses Fach. 1924 forschte P. gemeinsam mit Godfrey Harold Hardy in England. Hieraus erwuchs eine jahrzehntelange enge Zusammenarbeit mit diesem sowie mit John Edensor Littlewood, die zum Buch „Inequalities“ (1934) führte, der ersten systematischen Darstellung von Ungleichungen, die zur Entwicklung dieses Bereiches als eigenständigen mathematischen Gebiets wesentlich beitrug. P.s spätere Bücher behandelten „Isoperimetric Inequalities in Mathematical Physics“ (1951, mit Szegö) und „Complex Variables“ (1974, mit Gordon Latta).

    P. war fasziniert von der Frage, wie Mathematik erlernt wird und gelehrt werden sollte. In seinem Buch „How to Solve It, A New Aspect of Mathematical Methods“ (1945) formulierte er allgemeine Grundsätze, wie man an die Lösung mathematischer Probleme herangehen sollte; das Buch wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und erreichte eine Gesamtauflage von weit über eine Mio. Exemplaren. Nach diesem Erfolg baute P. in „Mathematics and Plausible Reasoning“ (1954) die heuristischen Prinzipien zur Lösung mathematischer Probleme weiter aus. Insbesondere widmete er sich der Frage des Zustandekommens mathematischer Entdeckungen (Mathematical Discovery, On Understanding, Learning and Teaching Problem Solving, 1962; Mathematical Methods in Science, 1963). P. betonte darin die Überlegenheit eines sicheren heuristischen Verständnisses über die rein formale Herleitung einer Lösung.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Paris, Brüssel, Washington u. Budapest;
    Dr. h. c. (ETH Zürich 1947, Univ. of Alberta 1961, Univ. of Wisconsin 1969 u. Univ. of Waterloo 1971).

  • Werke

    Über 250 Aufss. in Fachzss., die meisten in: Collected Papers, 4 Bde., 1974-84.

  • Literatur

    G. Szegö u. a., Studies in Mathematical Analysis and Related Topics, In Honor of G. P., 1962;
    F. Harary, in: Journal of Graph Theory 1, 1977, S. 282-90;
    A. Pfluger, ebd., S. 291-94;
    D. J. Albers u. G. L. Alexanderson (Hg.), in: Mathematical People – Profiles and Interviews, 1985, S. 245-53;
    ders. u. L. H. Lange, in: The Bull. of the London Mathematical Soc. 19, 1987, S. 588-608;
    R. P. Boas, in: Biogr. Memoirs d. Nat. Ac. of Sciences of the United States of America 59, 1990, S. 339-55;
    H. u. L. Taylor, G. P., Master of Discovery, 1993;
    G. L. Alexanderson, The Random Walks of G. P., 2000.

  • Portraits

    G. L. Alexanderson (Hg.), The P. Picture Album, Encounters of a Mathematician, 1987;
    A. W. Marshall u. I. Olkin, Inequalities, Theory of Majorization and Its Applications 1979, S. 528-29.

  • Autor/in

    Ingram Olkin, Friedrich Pukelsheim
  • Empfohlene Zitierweise

    Olkin, Ingram; Pukelsheim, Friedrich, "Polya, George" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 610-611 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118825321.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA