Lebensdaten
1794 bis 1868
Geburtsort
Wieden bei Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Optiker ; Instrumentenbauer ; Mechaniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117685062 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Plössl, Simon
  • Plößl, Simon
  • Plössl, Simon
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Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Plößl, Simon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117685062.html [19.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Simon, aus Weidenthal (Pfalz), Tischlermeister in Wien;
    M Therese Wagner; 5 Geschw.

  • Leben

    P. absolvierte 1807-11 eine Drechslerlehre in Wien und arbeitete hier 1812-23 als Lehrling und Geselle bei dem Optiker Friedrich Voigtländer (1779–1859). 1823 gründete er eine eigene optische Werkstätte. Von Anfang an waren seine Produkte von herausragender Qualität, weshalb führende Naturwissenschaftler auf ihn aufmerksam wurden, namentlich Joseph v. Jacquin (1727–1817), Direktor des Botanischen Gartens und Professor der Chemie und Botanik an der Univ. Wien, und Joseph Johann v. Littrow (1781–1840), Leiter der Wiener Sternwarte. Jacquin interessierte die Verbesserung des Mikroskops und Littrow die des Fernrohrs. In P. fanden sie den idealen Partner zur Verwirklichung ihrer Ideen. 1832 konnte P., der bereits 1829 für sein großes Mikroskop auf der Tagung der Naturforscher und Ärzte in Heidelberg eine Auszeichnung erhalten hatte, auf der Tagung dieser Gesellschaft in Wien sein erstes dialytisches Fernrohr vorstellen, dessen Konstruktion auf einer Idee Littrows beruhte. Bei diesem Fernrohrtyp wird der Farbfehler durch ein in den Strahlengang eingebrachtes Korrektionsglied behoben. Dadurch kommt man ohne die sonst nötige große Flintglaslinse für das Objektiv aus. Der Bau großer Fernrohre wurde damals durch den Mangel an geeignetem Flintglas sehr behindert, und so waren die Dialyte P.s für die Astronomie von großem Wert. Viele Sternwarten erwarben sie und P. errang damit internationales Ansehen. Neben zahlreichen anderen Instrumenten, die in seiner Werkstätte hergestellt wurden, waren es v. a. die Mikroskope, um deren Weiterentwicklung sich P. durch die Verbesserung der achromatischen Objektive und des Schraubenmikrometers große Verdienste erwarb. P.s Mikroskope zählten zu den besten ihrer Art, was u. a. von Johann v. Purkinje (1787–1869) bestätigt wurde. Bis zur Mitte des 19. Jh. war P. neben Georg Merz (1793–1867), dem Nachfolger Joseph v. Fraunhofers, der bedeutendste Hersteller optischer Instrumente im deutschsprachigen Raum.|

  • Auszeichnungen

    Goldmedaillen d. Gewerbe- u. Ind.ausst. in Wien 1835/39/45; österr. Goldmedaille f. Kunst u. Wiss. (1847).

  • Literatur

    ADB 26;
    J. v. Jacquin, Notizen üb. dialyt. Fernröhre, in: Zs. f. Physik u. verwandte Wiss. 4, 1835, H. 4, S. 379-84;
    M. v. Rohr, in: Dt. Opt. Wschr. 15, 1929, S. 859 f.;
    J. Hölzl u. E. Bancher. Österr. Mikroskope aus drei Jh., in: Mikroskopie 16, H. 314, 1961;
    J. Hölzl u. a., in: Bll. f. Technikgesch. 31, 1969, S. 45 ff.;
    Wurzbach;
    J. Gicklhorn, in: Österr. Naturforscher u. Techniker, 1951, S. 131 f. (P);
    Pogg. II-III: ÖBL;
    Hist. Lex. Wien (P).

  • Portraits

    Heliogravüre v. J. Kriehuber (München, Dt. Mus., Porträtslg.).

  • Autor/in

    Max Seeberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Seeberger, Max, "Plößl, Simon" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 547 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117685062.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Plössl: Simon P., geb. am 19. September 1794 in Wien, ebendaselbst am 29. Januar 1868, war ein ausgezeichneter Präcisionsmechanikus und Optikus. Nach seiner Ausbildung in der Werkstatt von F. Voigtländer, in welcher er von 1812—1823 gearbeitet hatte, begründete er im letzteren Jahre ein eigenes Geschäft, aus welchem viele vorzügliche Instrumente hervorgingen. P. verfertigte zuerst aplanatische und achromatische Lupen, die er auch bei seinen großen Mikroskopen und Fernröhren verwendete. Seine Mikroskope waren zur damaligen Zeit, in den Jahren 1830—1840, zu den besten dieser Instrumentengattung gehörend. Den Werth seiner Mikroskope erhöhte P. durch seine vorzüglich ausgeführten Schraubenmikrometer (bis ein Hunderttausentel Zoll Ablesung) und Glasgitter (bis 2000 Linien auf einen Zoll). Allgemeine Anerkennung fanden die von ihm erfundenen Feldstecher, von denen er schon bis 1829 über 500 Stück in allen Ländern abgesetzt hatte. Ebenso hat sein dialytisches Fernrohr eine große Verbreitung gefunden. Wegen der Trefflichkeit seiner optischen Instrumente und der sorgfältig gearbeiteten Mikrometer war Encke von Plössl's Leistungen so befriedigt, daß er ihn einen würdigen Nachfolger Fraunhofer's nannte. Als Schriftsteller ist P. nicht thätig gewesen, aber seine Instrumente sind nach seinen Mittheilungen in verschiedenen Zeitschriften beschrieben.

    • Literatur

      Poggendorff, Biogr.-litter. Handw. II, 473. — Baumgartner, Zeitschr. IV, 1837. —
      Zeitschr. für österr. Gymnasien 1868. — Wurzbach, Biogr. Lexikon Oesterreichs.

  • Autor/in

    K.
  • Empfohlene Zitierweise

    K., "Plößl, Simon" in: Allgemeine Deutsche Biographie 26 (1888), S. 311 unter Plössl [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117685062.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA