Lebensdaten
1893 bis 1990
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Los Angeles (Kalifornien, USA)
Beruf/Funktion
Musikologe ; Pianist ; Komponist
Konfession
presbyterianisch
Normdaten
GND: 119068389 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pisk, Paul Amadeus
  • Pisk, Paul
  • Pisk, Paul Amadeus
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Pisk, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119068389.html [26.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1860–1940, jüd.), aus Nikolsburg (Mähren), Dr. iur., RA;
    M Eugenie Pollock (1867–1902), Lehrerin;
    1) 1919 Martha Maria Frank (1893–1973), aus Neudeck (Böhmen), Pianistin, emigrierte 1938 in d. USA, 2) 1973 Irene Hanna Schwarz (1895–1981), Opern- u. Konzertsängerin;
    2 S aus 1), u. a. Georg(e) (* 1932), Ph. D., Lehrer in Austin (Texas, USA).

  • Leben

    In seiner Heimatstadt absolvierte P. eine vielseitige musikalische Ausbildung, zunächst bei Julius Epstein (Klavier), Franz Hellmesberger (Dirigieren) und Franz Schreker (1878–1934), bei dem er 1911-14 Komposition studierte. Sein musikwissenschaftliches Studium bei Guido Adler (1855–1941) schloß P. 1916 mit einer Dissertation über „Das Parodieverfahren in den Messen des Jacobus Gallus“ ab (Auszug in: Stud. z. Musikwiss. V, 1918, S. 35-48). 1916-19 war er Kompositionsschüler von Arnold Schönberg (1874–1951), dessen Unterricht ihn gemäß eigener Aussagen entscheidend prägte, auch wenn er Schönbergs 12-Ton-Technik mit Ausnahme einiger Experimente nicht übernahm. In den folgenden Jahren stand P. in engem Kontakt mit den Vertretern der sog. „Zweiten Wiener Schule“, namentlich mit Alban Berg (1885–1935) und Anton Webern (1883–1945). 1918 wurde er erster Sekretär des neu gegründeten „Vereins für musikalische Privataufführungen“ in Wien und brachte in dessen Konzerten u. a. Schönbergs Klavierstücke op. 19 und „Pierrot Lunaire“ op. 21, aber auch eigene Werke wie die Violinsonate op. 5 zur Aufführung. Der Verein wurde zum Prototyp ähnlicher Organisationen, wie z. B. der International Society for Contemporary Music (ISCM), zu deren Gründungsmitgliedern P. 1922 gehörte. Neben seinem Wirken als Komponist, Pianist und Organisator im Dienst der neuen Musik war P. auch musikschriftstellerisch tätig: 1920-28 gab er zusammen mit Paul Stefan (1879–1943, s. L) die „Musikblätter des Anbruch“ heraus und war 1921-34 Musikkritiker der „Wiener Arbeiter-Zeitung“. Er lehrte Musiktheorie am neuen Wiener Konservatorium und 1931/33 am Austro-Amerik. Konservatorium in Mondsee bei Salzburg. Zu seinen wichtigsten Erfolgen als Komponist gehörte der Kompositionspreis der Stadt Wien, den er 1925 mit seinem Streichquartett op. 8 gewann. 1936 folgte er dem Beispiel Schönbergs und emigrierte in die USA, wo er sich rasch neu etablieren konnte. 1937 erhielt er eine Professur an der|Univ. of Redlans in Kalifornien. 1951 folgte er einem Ruf an die Univ. of Texas in Austin und lehrte nach seiner Emeritierung 1963-72 an der Washington Univ. in St. Louis. Danach lebte er in Los Angeles, von wo aus er Vortragsreisen in Amerika und Europa unternahm und weiterhin als Pianist auftrat.

    Das umfangreiche Schriftenverzeichnis P.s umfaßt historische Editionen, wie die mehrbändige Ausgabe von Messen des Jacobus Gallus (DTÖ Bde. 78, 1935; 94-95, 1959; 97, 1967; 99, 1969) ebenso wie zahlreiche Schriften zur Musik Schönbergs, Weberns und Bergs, für die er sich zeit seines Lebens einsetzte.

    In seinen Kompositionen hielt P. prinzipiell an der Tonalität fest, wenn auch das tonale Zentrum seiner Werke oft durch ein starkes chromatisches Element verschleiert wird. Er bevorzugte klassische Formen (Variation, Rondo, Passacaglia), die er durch neuartige Verbindungen weiterentwickelte. Quart- und Quintschichtungen bestimmen vielfach die Harmonik. Der Hauptakzent der Komposition liegt auf ihrem thematischen Gehalt: Eine prägnante thematische Gestalt wird polyphoner Verarbeitung unterworfen.

    P.s Werke wurden in den 20er Jahren regelmäßig auf den Konzerten der Musikfeste der ISCM aufgeführt. Später wurde sein Schaffen, das sich nicht grundlegend weiterentwickelte, z. T. widersprüchlich beurteilt. Als Universitätslehrer und Musikologe genoß er in Amerika breites Ansehen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Wien 1969).

  • Werke

    Weitere W Schrr.: Die Moderne seit 1880: Deutsche, in: Hdb. d. Musikgesch., hg. v. G. Adler, 1924, Repr. 1961, S. 1002-38;
    E. Toch, in: The Musical Quarterly XXIV, 4, 1938, S. 438-50;
    A. Webern. Profile of a Composer, in: The Texas Quarterly V, 4, 1962, S. 114-20;
    A History of Music and Musical Style, 1963 (mit Homer Ulrich). – Komp.: Symphon. Ouvertüre op. 1, 1918;
    Streichquartett op. 8, 1924;
    Ballet-Music f. Klavier u. Kammerorchester, 1954;
    The Trail of Life (Kantate nach indian. Gedichten), 1956;
    zahlr. Lieder f. Singstimme u. versch. Besetzungen. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Moldenhauer-Archive in d. Harvard Univ. (vgl. dazu „Notes“ 41, 1984/85, S. 498).

  • Literatur

    P. A. P., Essays in his honor, ed. by J. Glowacki, 1966 (mit W-Verz. bis 1963. P);
    Th. W. Collins, The instrumental Music of P. A. P., Diss. Univ. of Missouri at Kansas City 1972 (ungedr);
    Riemann mit Erg.bd.;
    MGG;
    New Grove;
    BHdE II. – Zu P. Stefan: C. Hoerschelmann, Exilland Schweiz, 1997;
    Riemann;
    MGG;
    New Grove;
    BHdE II.

  • Autor/in

    Marion Brück
  • Empfohlene Zitierweise

    Brück, Marion, "Pisk, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 483 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119068389.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA