Lebensdaten
1891 - 1957
Geburtsort
Stettin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
katholischer Liturgiewissenschaftler ; Hochschullehrer ; Katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118742639 | OGND | VIAF: 50020607
Namensvarianten
  • Pinsk, Johannes

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Zitierweise

Pinsk, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118742639.html [17.09.2021].

CC0

  • Leben

    P. studierte 1911-15 an der Univ. Breslau kath. Theologie und wurde 1915 zum Priester geweiht. Durch seine Kontakte zur Benediktinerabtei Maria Laach unter deren Abt Ildefons Herwergen (1874–1946) wurde er zu einem Vorkämpfer der Liturgischen Bewegung in Deutschland. Nach einer Tätigkeit als Kaplan war er 1916-19 persönlicher Sekretär von Kardinal Adolf Bertram (1859–1945), danach Religionslehrer in Breslau. 1923 wurde er dort mit einer Arbeit über die „Missa sicca“ promoviert. Durch den Einsatz von Franz Xaver Münch, Leiter des kath. Akademikerverbandes, bekam P. 1928 die Aufgabe des Akademiker- und Studentenseelsorgers in Berlin übertragen. 1939-54 war P. Pfarrer in Berlin-Lankwitz. Einflußreich war seine unermüdliche Tätigkeit in Vorträgen, Einkehrtagen und Exerzitien. P. bemühte sich um eine an der Alten Kirche orientierte, vertiefte und auf das für ihn Wesentliche konzentrierte Sichtweise der Liturgie: um eine aktive Partizipation der Gläubigen am Leben des pneumatisch gegenwärtigen, erhöhten Christus. Ps unter dem Einfluß der Mysterientheologie Odo Casels (1886–1948) entwickelte Konzeption des providentiellen Charakters der Kultformen der ursprünglichen röm.-hellenist. Umwelt für die liturgische Heilsvermittlung der Kirche führte nicht nur zu vereinzelter theol. Kritik, sondern auch 1936 zu einem Verbot seiner Schrift „Die Kirche Christi als Kirche der Völker“ (1935) durch die Reichsschrifttumskammer. 1928 war P. Mitbegründer der „Liturgischen Zeitschrift“. 1934 der Zeitschrift „Liturgisches Leben“. 1954 wurde er von der ordentlichen Seelsorge freigestellt und von der FU Berlin zum Honorarprofessor ernannt. Obwohl seine Schrift „Grundsätzliche und praktische Erwägungen zur christlichen Verkündigung im Marianischen Jahr“ (1954) des „marianischen Minimalismus“ bezichtigt wurde und ihm ein Monitum des röm. Heiligen Offiziums einbrachte, gehörte P. zu den wegweisenden Gestalten nicht nur einer liturgischen Erneuerung und ökumenischen Öffnung seiner Kirche, sondern auch einer bibeltheologischen Vertiefung der gesamten kirchlichen Praxis.

  • Werke

    W u. a. Die sakramentale Welt, 1938, 31966;
    Hoffnung auf Herrlichkeit, 1944;
    Schritte zur Mitte, 1957;
    Frau im Beruf, 1959;
    Gedanken z. Herrenjahr, hg. v. Th. Schnitzler, 1963;
    Die Kraft d. Gotteswortes, Mit Lebensabriß d. Vf., hg. v. O. Karrer, 1964.

  • Literatur

    A.-F- Wójcik, Österl. Herrenjahr, Theol. u. Praxis d. Kirchenjahres in d. Schrr. v. J. P., 1985;
    E. Amon, in: Archiv f. schles. KGesch. 44, 1986, S. 239-50;
    ders., Lebensaustausch zw. Gott u. Mensch, Zum Liturgieverständnis J. P.s, 1988;
    J. Stefánski, Consecratio Mundi, Theol. d. Liturgie b. J. P., 1990 (P);
    LThK3.

  • Autor/in

    Klaus Unterburger
  • Empfohlene Zitierweise

    Unterburger, Klaus, "Pinsk, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 458 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118742639.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA