Lebensdaten
1903 bis 1975
Geburtsort
Duisburg
Sterbeort
Neuss/Rhein
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 140336451 | OGND | VIAF: 103863222
Namensvarianten
  • Pierburg, Alfred

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Zitierweise

Pierburg, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140336451.html [19.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard (s. 1);
    M Wilhelmine Müllenbeck ( 1930);
    1932 Charlotte Neuhardt (1909–2001);
    2 S.

  • Leben

    P. studierte 1921-25 an den Technischen Hochschulen in Hannover und Berlin Ingenieurwissenschaften, konnte aber kein Examen ablegen, weil sein Vater ihn dringend in seiner Firma, der „Gebr. Pierburg AG“, benötigte: Der Erwerb der Lizenz der Solex-Vergaser war unter der Bedingung erfolgt, daß P. zu einer umfassenden Ausbildung zu Solex nach Neuilly bei Paris ging. Als 1931 die „Deutsche Vergaser GmbH“ (DVG) gegründet wurde, die vom Konkurs der Gebr. Pierburg AG nicht betroffen war, wurde P. Geschäftsführer und alleiniger persönlich haftender Gesellschafter der Firma (seit 1937 KG). Er machte bis zum Beginn des 2. Weltkriegs das Produkt Solex zur führenden Marke in Deutschland. Namhafte deutsche Automobilhersteller rüsteten ihre Motoren – auch Rennmotoren – auf Solex-Vergaser um; auch der Volkswagen von Ferdinand Porsche wurde damit ausgestattet. 1935 nahm P. auch die Produktion von Kraftstoffpumpen auf. Die durch den Krieg bedingte Zunahme des Bedarfs an Flüssig- und Generatorgas führte zu einer Ausweitung der Produktion von Mischern und Reglern für die Gemischbildung. Neue Fertigungsstätten entstanden in Prag, Warnsdorf, Forst (Lausitz), Wittenberge/Elbe und Cottbus.

    Während des Krieges konnte P. aufgrund seiner einflußreichen Stellung in der Wehrwirtschaft seine Freunde und Geschäftspartner in Paris schützen. Dies trug dazu bei, daß er mit seinem Unternehmen nach 1945 sehr rasch wieder Anschluß an den Weltmarkt fand. In den Rokal-Werken von Robert Karmann in Lobberich wurden seit Januar 1946 wieder Vergaser hergestellt. 1947 verlagerte man den Betrieb nach Neuss; auch in Berlin lief die Produktion wieder an. 1955 waren in den beiden Werken der DVG 1100 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen partizipierte an den großen Erfolgen der deutschen Automobilindustrie und wurde auf dem Gebiet der Vergaser zum Marktführer. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Einspritztechnik im Motorenbau zu Beginn der 80er Jahre mußte auch die DVG Marktverluste hinnehmen. In diese Zeit fällt auch die 20%ige Beteiligung des größten Konkurrenten, der Bosch-Gruppe aus Stuttgart. 1986 wurde die DVG mehrheitlich von Rheinmetall übernommen.|

  • Auszeichnungen

    Ehrensenator (1950) u. Dr.-Ing. E. h. (TH Braunschweig 1957);
    Dr. iur. h. c. (Köln 1961);
    Prof.titel d. Landes NRW (1963);
    VDl-Ehrenplakette in Silber (1963);
    franz. Verdienstorden (1964);
    Dieselmedaille in Gold (1965);
    Ritter d. franz. Ehrenlegion (1966);
    Gen.konsul v. Honduras (1966);
    Gr. BVK (1970).

  • Literatur

    G. Böcker, Auf d. Mischung kommt es an, 1990 (P).|

  • Quellen

    Qu Rhein.-Westf. Wirtsch.archiv, Dok. Personen (P); Firmenakte Pierburg d. IHK Krefeld-Mönchengladbach-Neuss 1947-96 (P).

  • Autor/in

    Jürgen Weise
  • Empfohlene Zitierweise

    Weise, Jürgen, "Pierburg, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 430 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140336451.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA