Lebensdaten
1845 bis 1927
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Verleger ; Buchdrucker
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 139176101 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pichler, Franz

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Zitierweise

Pichler, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139176101.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz, S d. Anton (s. 2) u. d. Elisabeth (s. 3);
    M Marie Kitz.

  • Leben

    P. absolvierte das Schottengymnasium in Wien, ehe er 1863-66 in der Beck'schen Universitätsbuchhandlung eine Ausbildung zum Buchhändler erhielt. Anschließend trat er in das von seinem Vater geführte Unternehmen „A. Pichler's Wwe. & Sohn“ ein, dessen Leitung er 1875 übernahm und das er, vergrößert und 1884 um eine zweite Buchhandlungskonzession erweitert, durch mehr als 50 Jahre mit großer Sachkenntnis erfolgreich führte. So kam es vornehmlich zu einem verstärkten Ausbau der pädagogischen Verlagsrichtung, nicht nur auf dem Lehrbuchsektor (1892 hatte P. 111 zum Unterricht zugelassene Bücher in seinem Programm), sondern auch durch die Herausgabe zum Teil von ihm selbst redigierter pädagogischer Fachzeitschriften, wie „Freie Pädagogische Blätter“, „Gesetzblatt für Volks- und Bürgerschulen Oesterreichs“ oder – unter wechselndem Titel – „Der Österreichische Schulbote“, sowie grundlegender methodischer Werke, für welche nach der Verabschiedung des Volksschulgesetzes von 1869 starker Bedarf bestand. Auch der Verlag von Jugendschriften wurde weitergeführt; außerdem wurde, wohl zum Teil auch aufgrund von P.s persönlicher Vorliebe, die Turnerliteratur gepflegt.

    Neben der Buchhandlung (Verlag u. Sortiment) stellte die 1872 angegliederte Lehrmittelanstalt, in der Lehrmittel und Unterrichtsbehelfe für alle Schul- bzw. Vorschulkategorien – vom Kindergarten bis zur Hochschule – und für alle Unterrichtsfächer, teilweise in eigenen Werkstätten produziert, angeboten wurden, einen zweiten wichtigen Zweig der P.schen Firma dar, der sich in den Jahren bis zum 1. Weltkrieg zur führenden Unternehmung dieser Art in Mitteleuropa entwickelte. Der Zusammenbruch der Monarchie und der damit verbundene Verlust wichtiger Absatzmärkte verursachte eine schwere Krise im Verlagswesen, die P. 1921 durch den Zusammenschluß seines Schulbuchverlags mit den Verlagen Alfred Holder und Friedrich Tempsky zur „Hölder-Pichler-Tempsky AG“ (heute: öbv et hpt) löste. Der Verlag der methodischen Werke, der Jugendschriften und Wandtafeln, die Lehrmittelanstalt und die Buchhandlung wurden indes unter dem Namen der alten Firma von P. und seinen Nachkommen weitergeführt.

  • Literatur

    K. Pfau, Biogr. Lex. d. Dt. Buchhandels d. Gegenwart, 1890, S. 290 f.;
    Verlags-Kat., S. 4 ff. (s. L zu 2);
    C. Junker, bes. S. 44 f. (s. L zu 2);
    Reichspost v. 18.12.1927;
    Anz. f. d. Buch-, Kunst- u. Musikalienhandel, früher Buchhändler Corr., 1927, S. 283;
    Börsenbl. f. d. Dt. Buchhandel v. 13.12.1927;
    Die Quelle 80, 1930, S. 240 f. (P);
    G. Treffer, S. 78 ff., 107 (P, s. L zu 2);
    Hist. Lex. Wien;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Elisabeth Lebensaft
  • Empfohlene Zitierweise

    Lebensaft, Elisabeth, "Pichler, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 413 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139176101.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA