Lebensdaten
1783 – 1865
Geburtsort
Wien-Margareten
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Verlegerin ; Buchdruckerin ; Buchhändlerin ; Druckerin
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 139176063 | OGND | VIAF: 85905182
Namensvarianten
  • Praller, Elisabeth (geborene)
  • Pichler, Elisabeth
  • Praller, Elisabeth (geborene)
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Zitierweise

Pichler, Elisabeth, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139176063.html [16.07.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Praller ( 1822), Seidenzeugfabr. in W.;
    M Katharina Rafler ( 1811);
    1807 Anton (s. 2);
    1 S, 1 T;
    E Franz (s. 4).

  • Biographie

    P. heiratete 1807 in die aufstrebende Buchdruckerei ihres Mannes ein und brachte ein Heiratsgut von 2 000 fl. sowie ein Haus in Wien-Margareten, in das die Druckerei 1809|übersiedelte, in die Firma ein. Sie unterstützte ihren Gatten in der Geschäftsführung tatkräftig und führte nach dessen Tod (1823) den Betrieb für ihren minderjährigen Sohn Franz unter der Firma „A. Pichler's sel. Wwe.“ weiter. Dabei bewies sie hervorragenden Geschäftssinn sowie Weitblick und Aufgeschlossenheit für technische Innovationen, die zum weiteren Aufschwung des Unternehmens beitrugen und P. als eine der bedeutendsten Unternehmerinnen des Vormärz ausweisen. So leitete, nachdem bereits 1833 eine Betriebsschriftgießerei eingerichtet worden war, die Aufstellung von eisernen Handpressen und einer Schnellpresse (einer der ersten in Wien) 1836 eine wesentliche Modernisierung in der Offizin ein; 1845 kam auch eine Stereotypie hinzu. Außerdem ergab P.s Interesse für neue Verfahrensweisen etwa auf dem Gebiet des typographischen Landkartendrucks eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Franz Raffelsberger, dessen „General-Postkarte des Kaiserthumes Österreich“ in vier Blättern (1837) – danach auch seine „Proben der ersten geographischen Typen“ (1838) – in P.s Offizin gedruckt und für ihre genaue und sorgfältige Ausführung bekannt wurde. Das Verlags- bzw. Druckereiprogramm war nach wie vor äußerst vielseitig; neben musikalischen Drucken (so vier Aufll. v. Beethovens Oratorium „Christus am Oelberge“, zw. 1838 u. 1861) erlangte die Firma, die sich verstärkt auch dem Kommissionsgeschäft zuwandte und seit 1829 auch über eine Geschäftsniederlassung im 1. Wiener Bezirk verfügte, durch wissenschaftliche und pädagogische Publikationen einen ausgezeichneten Ruf. Als das Jahr 1848, dessen politischen Ereignissen P. durchaus aufgeschlossen gegenüberstand, für andere Druckereien existenzbedrohend wurde, konnten in P.s Offizin allein 14 Periodika gedruckt werden.

    P. s Sohn Franz, der 1822-26 den Buchdruck in der elterlichen Druckerei, 1826-29 den Buchhandel bei der Buchhandlung Mörschner und Jasper in Wien erlernt hatte, trat 1838 als verantwortlicher Geschäftsführer, 1852 als Teilhaber in die Firma ein, die seither als „ A. Pichler's Wwe. & Sohn“ firmierte und die Franz seit dem Tod seiner Mutter (1865) allein führte. Während er die Druckerei 1869 an seinen Geschäftsleiter Wilhelm Köhler verkaufte, intensivierte er den Verlag pädagogischer Werke und erweiterte das Unternehmen 1870 um eine Sortimentsbuchhandlung und 1872 um eine Lehrmittelanstalt. 1875 übergab er die Firma an seinen gleichnamigen Sohn.

  • Literatur

    A. Mayer (s. L zu 2);
    Verlags-Kat., S. 3 f. (s. L zu 2);
    Caroline Pichler (s. L zu 2);
    C. Junker (s. L zu 2);
    A. Durstmüller d. J. (s. L zu 2);
    G. Treffer, S. 78 (P, auch v. Franz;
    s. L zu 2);
    Hist. Lex. Wien;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Elisabeth Lebensaft
  • Zitierweise

    Lebensaft, Elisabeth, "Pichler, Elisabeth" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 412-413 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139176063.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA