Lebensdaten
1923 – 1995
Geburtsort
Lowrin (Banat)
Sterbeort
Mühldorf/Inn
Beruf/Funktion
Lexikograph ; Volkskundler ; Lehrer ; Historiker ; Lexikograf
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122929586 | OGND | VIAF: 10740420
Namensvarianten
  • Petri, Anton Peter
  • drapp (Pseudonym)
  • Petri, Anton
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Petri, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122929586.html [18.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Peter, Gastwirt;
    M Marianne Krämer.

  • Biographie

    P. besuchte in Lowrin und Temeswar die Schule (Abitur 1943). 1943-45 an der Front, geriet er 1945 in russ. Kriegsgefangenschaft. Eine abenteuerliche Flucht führte ihn im folgenden Jahr nach Österreich. 1949-54 studierte er Germanistik, Erdkunde, Geschichte und Volkskunde in München; 1957 wurde er nach dem zweiten Staatsexamen mit der Arbeit „Die rheinfränk. Mundart der Großgemeinde Lowrin im rumän. Banat“ zum Dr. phil. promoviert. Außer in den Jahren 1963/64, als er Abteilungsleiter am Institut für mitteleurop. Volksforschung der Univ. Marburg|war, stand P. 1957-81 in Prien und Mühldorf im Schuldienst.

    P. waren die Erforschung von Sprache und Literatur sowie die Volkskunde und Geschichte gleichermaßen wichtig. Die frühen Arbeiten behandelten vorwiegend linguistische Themen (Mundartmonographie von Lowrin, Sprachbelege als Dokumente der regionalen Kultur); sein Engagement galt schon früh auch der Sprachvermittlung in deutschen Schulen Südosteuropas. Seine Untersuchungen zur Schulgeschichte von Temeswar und von einzelnen konfessionellen Schuleinrichtungen im Banat sind von dokumentarischem Wert. Schließlich wurde die Siedlungsgeschichte immer mehr zu seinem Hauptanliegen. Mit 14 Monographien Banater Gemeinden hat P. einen eigenen Darstellungstypus geschaffen, der in reichhaltigen Materialsammlungen die Ereignisse von der Ansiedlungszeit bis zum 2. Weltkrieg festhält. Parallel zu den Ortsgeschichten erschienen Bibliographien (1969, 1988) sowie in der „Neuen Banater Bücherei“ (1982-92) weitere siedlungsspezifische Informationen. Ein besonderes Verdienst hat sich P. durch sein „Biographisches Lexikon des Banater Deutschtums“ (1992), dem bislang einzigen für diese Volksgruppe, erworben, das über 4 500 Einzelartikel enthält. Eine Kulturgeschichte des Banats blieb indes unvollendet.|

  • Auszeichnungen

    1988-93 Vors. d. Adam-Müller-Guttenbrunn-Ges. in Freiburg (Br.);
    zahlr. Auszeichnungen, u. a. Donauschwäb. Kulturpreis (1982), BVK (1987).

  • Werke

    Weitere W Neuheschenowa, Gesch. e. moselfränk. Gde. im rumän. Banat, 1963;
    Josef Novak u. d. Bittschrr. an d. Kaiser, Leben u. Wirken e. donauschwäb. Volksmannes, 1963;
    Kulturgeschichtl. Wortgut in d. Mundarten d. Donauschwaben, 1965;
    Die Festung Temeschwar im 18. Jh., 1966;
    Pflanzen- u. Tiernamen in d. Mundarten d. Donauschwaben, 1971;
    Vom „Aachenibrunnen“ bis zur „Zwölften Gasse“, Die Gassennamen d. dt. Siedlungen d. vortrianon. Banats, 1975;
    Heimatbuch d. Heidegde. Lovrin im Banat, 1979;
    Die kath. Normalschule in Temeschwar/Banat (1775–1844), 1980;
    Heimatbuch d. Gde. Sanktmartin im Arader Komitat, 1981 (mit Anton Karl);
    Neue Banater Bücherei, 1982-92 (91 Hh.);
    Heimatbuch d. Heidegde. Triebswetter im Banat, 1983;
    Dt. Mundartautoren aus d. Banat, 1984;
    Heimatbuch d. Marktgde. Neuarad im Banat, 1985;
    Heimatbuch d. Heidegde. Marienfeld im Banat, 1986;
    Wegweiser z. Gesch. u. z. Volkskde. d. Banater Dt.tums, Eine Bibliogr., 1988;
    Btrr. z. Gesch. d. Heilwesens im Banat, 1988.

  • Literatur

    H. Diplich, in: Bibliogr. d. Veröff. v. A. P. P. 1953-1968, 1968;
    M. Weber, in: Bibliogr. d. Veröff. v. A. P. P., 1980;
    A. P. P., in: Südostdt. Vj.bll. 37, 1988, H. 2, S. 127-31;
    H. Fassel, in: Ostdt. Gedenktage 1993, 1992, S. 85-87 (P);
    ders., Adam-Müller-Guttenbrunn-Preis 1993, in: Banatica, X, 1993, H. 4, S. 6-8;
    Biogr. Lex. Banat (W).

  • Autor/in

    Horst Fassel
  • Zitierweise

    Fassel, Horst, "Petri, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 264-265 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122929586.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA