Lebensdaten
1885 bis 1946
Geburtsort
Altona-Othmarschen (Holstein)
Sterbeort
Gmund/Tegernsee
Beruf/Funktion
Anatom
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 122343859 | OGND | VIAF: 100918402
Namensvarianten
  • Petersen, Hans Albert
  • Petersen, Hans
  • Petersen, Hans Albert
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Zitierweise

Petersen, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122343859.html [18.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Albert, Architekt;
    M Hanna N. N.; ledig.

  • Leben

    P. besuchte das Realgymnasium in Altona und studierte seit 1905 Medizin und Naturwissenschaften in Jena und Berlin, wo er 1910 die ärztliche Prüfung ablegte. Das praktische Jahr absolvierte er hauptsächlich am Institut des Physiologen Wilhelm Biedermann (1852–1929) in Jena. 1908 wurde er mit der Arbeit „Beiträge zur Kenntnis des Baues und der Entwicklung des Selachierdarmes“ (in: Zs. f. Naturwiss. 36, 1907, S. 619-52, 44, 1908, S. 123-47) zum Dr. phil. promoviert, ferner 1912 zum Dr. med. (Die Verdauung d. Honigbiene, in: Pflügers Archiv d. ges. Physiol. 145, 1912, S. 121-51). 1912 ging P. nach Heidelberg und habilitierte sich 1913 bei dem Anatomen Hermann Braus (1868–1924) mit einer Arbeit über „Das Kiefergelenk des Kabeljau“ (in: W. Roux' Archiv f. Entwicklungsmechanik d. Organismen 39, 1914, S. 51-111). Während der Kriegszeit 1914-18 arbeitete er als Truppenarzt und im Feldlazarett. 1919 wurde P. in Heidelberg zum apl. ao. Professor für Anatomie berufen, 1921 übernahm er ein planmäßiges Extraordinariat in Gießen und war dort Prosektor und Abteilungsvorstand des Anatomischen Instituts. Nach dem Tod von Braus wurde P. 1925 auf den Lehrstuhl für Anatomie der Univ. Würzburg berufen. 1939 ließ er sich emeritieren, da sich seit 1930 sein Gesundheitszustand durch eine Formalinallergie verschlechtert hatte.

    P. war einer der Wegbereiter der modernen Anatomie, die neben rein morphologisch-deskriptiven Gesichtspunkten auch biologische, physiologische und funktionelle Aspekte behandelt. Sein wissenschaftliches Wirken ist vor allem durch philosophische Anschauung und mathematisch-physikalische Schulung bestimmt. P. lieferte wertvolle Beiträge zur funktionellen Anatomie der Gelenk-, Bänder- und Gefäßwandmechanik, zum Knochenfeinbau, zu Bau und Funktion elastischer und kollagener Fasern. Er beschrieb darüber hinaus Verfahren zur Herstellung von Übersichtspräparaten („Petersen-Einbettung“) und spezielle Methoden zur Färbung von Zellkernen, Binde- und Knochengewebe („Petersen-Färbung“). P.s Hauptwerk ist das „Lehrbuch der Histologie und mikroskopischen Anatomie“ (1922, 41935), das mehr als 1000 selbst produzierte Mikrophotographien eigener Präparate enthält und alle Gebiete der Gewebelehre und mikroskopischen Anatomie sowie neue, originelle Befunde und Fragestellungen zur Entwicklungsphysiologie, allgemeinen Biologie und Zellenlehre behandelt. P.s Denken beruhte auf einer erweiterten, ganzheitlichfunktionellen Sichtweise des Menschen, die er als „Biologie vom Menschen aus“ oder „Lebenskunde des gesamten Menschen“ definierte. Dies war ein philosophisch-weltanschaulicher Entwurf, der aus der vielseitigen beruflichen Prägung P.s als Naturwissenschaftler, Mathematiker, Philosoph und Anatom hervorging.|

  • Auszeichnungen

    Georg-Hermann-von-Meyer-Preis (1920);
    o. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1940).

  • Werke

    u. a. Bänderkinematik, Versuch e. Theorie d. Bandverbände (Abhh. d. Heidelberger Ak. d. Wiss., Math-nat. Kl. Bd. 4), 1918;
    Skelettprobleme, in: Zs. f. Naturwiss. 10, 1922, S. 337-44;
    Mikroskopie im gefärbten Licht, Färben mit Säurealizarinblau etc., in: Zs. f. wiss. Mikroskopie 41, 1924, S. 365 f.;
    Über d. biolog. Grundlagen d. Stellung d. Menschen auf d. Erde, in: Klin. Wschr. 7, 1928, S. 1968-73;
    Grundriß d. Histol. u. mikroskop. Anatomie d. Menschen, 1936, 41950;
    Phot. in d. Histol., in: A. Hay (Hg), Praktikum d. Phot. f. Mediziner, 1939.

  • Literatur

    B. Romeis, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1944/48, S. 216-19;
    C. Elze, in: Zs. f. Anatomie u. Entwicklungsgesch. 122, 1961, S. 445-58 (L, P);
    C. Ebert, Personalbibliogrr. d. Ordinarien u. Extraordinarien d. Anatomie mit Histol. u. Embryol., d. Physiol. u. d. Physiolog. Chemie a. d. Julius-Maximilians-Univ. Würzburg im ungefähren Zeitraum v. 1900-1945, 1971, S. 82-88 (L);
    H. G. Münch, Das Anatom. Inst. in Würzburg v. 1925–66, Diss. Würzburg 1977, S. 17-19, 82-84 (L, P);
    R. Hildebrand, Btr. d. Würzburger Anatomie z. Entwicklung d. mikroskop.-anatom. Unterrichts, in: Anatom. Anz. 155, 1984, S. 115-22;
    Fischer;
    Gießener Gelehrte in d. ersten Hälfte d. 20. Jh., hg. v. H. G. Gundel u. a., 1982, S. 383;
    Drüll, Heidelberger Gel.lex. I.

  • Autor/in

    Eberhard J. Wormer
  • Empfohlene Zitierweise

    Wormer, Eberhard J., "Petersen, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 255 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122343859.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA