Lebensdaten
1897 bis 1978
Geburtsort
Atzersdorf bei Wien
Sterbeort
Atzersdorf bei Wien
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138755426 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Peters, Kurt Gustav Karl
  • Peters, Kurt
  • Peters, Kurt Gustav Karl
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Zitierweise

Peters, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138755426.html [17.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1866–1931), techn. Dir. d. Chem. Fabriken d. österr. u. dt. Gasglühlicht-Auer-Ges. in A. bzw. Oranienburg;
    M Luise Bumbala (1874-n. 1933);
    1) N. N., 2) 1940 Maria Fischer (* 1905);
    1 S aus 1).

  • Leben

    Nach der Schulzeit in Wien und Berlin-Pankow nahm P. 1915-18 im österr. Heer als Leutnant d. R. am 1. Weltkrieg teil. Das Studium der Technischen Chemie an der TH Wien schloß er 1921 mit der II. Staatsprüfung ab. 1923 promovierte er an der Univ. Berlin bei Walther Nernst (1864–1941) mit einer Arbeit „Über eine Bestätigung des Faraday'schen Gesetzes am Lithiumhydrid“. Danach war er bis 1928 Privatassistent von Fritz Paneth (1887–1958) in Berlin und beschäftigte sich vor allem mit gaschemischen Arbeiten. 1926 glaubten beide, die „kalte Kernfusion im Reagenzglas“ gefunden zu haben (Über d. Umwandlung v. Wasserstoff in Helium, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 59, 1926, S. 2039–48), mußten aber 1928 ihre Forschungsergebnisse widerrufen. Im selben Jahr wurde P. als Nachfolger von Hans Tropsch (1889–1935) an das KWI für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr berufen, wo er bis 1937 als Abteilungsvorsteher wirkte. In dieser Zeit untersuchte P. Gasreaktionen in elektrischen Entladungen, Methoden zur quantitativen Trennung und Reindarstellung von Edelgasen und Kohlen und die Photosynthese.

    Zusammen mit Franz Fischer (1877–1947) erfand P. 1928 ein „Verfahren zur Umwandlung von Methan in Acetylen und andere Kohlenwasserstoffe“ (DRP 641 091). 1930 führte eine Arbeitsgruppe um Fischer und P. die „Fischer-Tropsch-Synthese“ erstmals in flüssiger Phase durch. Sein Vorhaben, sich an der Univ. Münster zu habilitieren, hatte für das Nichtparteimitglied nach der Machtübernahme der NSDAP keine Aussicht auf Erfolg. Da Fischer das von P. vertretene Arbeitsgebiet am Kohlenforschungsinstitut nicht fortführen wollte, wechselte P. im Sommer 1937 zur „IG Farbenindustrie AG“ nach Ludwigshafen, wo er sich unter der Leitung von Matthias Pier (1882–1965) u. a. mit der Kohlenmonoxid-Hydrierung (Entwicklung technischer Katalysatoren) weiter beschäftigte. 1944/45 leitete er einen Verlagerungsbetrieb in Haßmersheim-Neckarzimmern (Kr. Mosbach, Baden). Nach Kriegsende wurde P. zum Treuhänder für den beschlagnahmten Besitz der IG Farbenindustrie AG bei der US-Militärregierung im Kreis Mosbach bestellt; 1947-49 war er technischer Betriebsleiter und Prokurist im Kontaktwerk Enzberg in Württemberg, bevor er 1949 auf den Lehrstuhl für Verfahrenstechnik und Technologie der Brennstoffe an der TH Wien berufen wurde (1952-54 Dekan d. Fak. f. Chemie, Rektor 1955/56). 1950 folgte ein Studienaufenthalt in den USA, 1951 in Brasilien. In Wien bildete P. eine eigene Schule der chem. Verfahrenstechnik.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenpräs. d. Ges. f. Chemiewirtsch.; Präs. d. Chem.-Physikal. Ges. Wien (1950/51); Vizepräs. d. Österr. Forschungs|rats; Gr. Silbernes Ehrenzeichen d. Rep. Österr. (1966).

  • Werke

    Über 100 Veröff. u. zahlr. Patente, u. a.: Die Umwandlung d. Methans in Acetylen, in: Angew. Chemie 43, 1930, S. 855-60;
    Über d. photochem. Acetylen-Chlorierung, ebd. 45, 1932, S. 261-66 (mit L. Neumann);
    Über d. Einstellung d. Wassergasgleichgewichtes unter d. Einfluß elektr. Durchladungen bei vermindertem Druck, in: Zs. f. Physikal. Chemie A 148, 1930, S. 284-303 (mit H. Küster);
    Adsorptionsversuche mit schweren Edelgasen, ebd. S. 1-26 (mit K. Weil);
    Katalyt. Gasreaktionen in flüssigem Medium, in: Brennstoff-Chemie 12, 1931, S. 286-93 (mit F. Fischer);
    Über d. Verhalten v. feinstgemahlenen Steinkohlen u. ihrer Gefügebestandteile bei d. Extraktion u. Verschwelung, ebd. 13, 1932, S. 363-70, 14, 1933, S. 181-84 (mit F. Fischer u. W. Cremer);
    Quantitative Trennung u. Reindarstellung v. Kohlenwasserstoffen durch Desorption im Vakuum, 1937 (mit W. Lohmar);
    Ges. Abhh., Eine Übersicht d. wiss. u. techn. Arbeiten u. Veröff., 51963.

  • Literatur

    H. Hohn u. H. Nowotny, in: Österr. Chemiker-Ztg. 58, 1957, S. 191-93;
    A. F. Orlicek, ebd. 68, 1967, S. 313 f.;
    O. Roelen, Kohlenoxyd-Hydrierung, Geschichtliches, in: Ullmanns Enc. d. techn. Chemie IX, 31957, S. 687;
    H. Sequenz (Hg.), 150 J. TH Wien 1815-1965, 1965, S. 490 f. (P);
    E. Cremer, The Story of Adsorption Chromatography, in: Journ. of High Resolution Chromatography and Chromatography Communications, Jan. 1979, S. 7-10;
    dies., Hist. and Special Austrian Contributions to Chromatography, in: Journ. of Chromatography Library 32, 1985, S. 67-85;
    M. Rasch, Gesch. d. KWI f. Kohlenforsch. 1913-1943, 1989 (P);
    Pogg. VII a. – Eigene Archivstudien (MPI f. Kohlenforschung;
    Library of Congress, Washington D. C., captured files IG Farbenindustrie;
    BA Koblenz).

  • Autor/in

    Manfred Rasch
  • Empfohlene Zitierweise

    Rasch, Manfred, "Peters, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 246 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138755426.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA