Lebensdaten
1927 – 1996
Geburtsort
Hamborn bei Duisburg
Sterbeort
Duisburg
Beruf/Funktion
Hochofenfachmann ; Ingenieur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138755361 | OGND | VIAF: 95385906
Namensvarianten
  • Peters, Karl Heinz
  • Peters, Carl Heinz
  • pethers, karl heinz

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Zitierweise

Peters, Karl Heinz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138755361.html [16.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob (1894–1963), Hochöfner, 1922 Schmelzmeister. S e. Bauern in d. Eifel;
    M Katharina Hofmann (1894–1973);
    1954 Helga Diebel (1930–98);
    1 S Michael, Hochofenfachmann, 1 T.

  • Biographie

    Nach Dienst als Luftwaffenhelfer und Soldat sowie Kriegsgefangenschaft bestand P. 1947 sein Abitur in Hamborn. 1947-49 folgte ein Praktikum auf einem Hüttenwerk und anschließend das Studium der Eisenhüttenkunde an der Bergakademie Clausthal (Dr.-Ing. 1980). 1953 trat er in die Versuchsanstalt der ein halbes Jahr zuvor neugegründeten „August Thyssen-Hütte AG“ in Duisburg- Hamborn ein und wurde im folgenden Jahr auf eigenen Wunsch als Betriebsassistent zum Hochofenwerk Hamborn versetzt. Mit der Inbetriebnahme von Hochofen 10 wurde P. 1959 zum Betriebsleiter ernannt; 1972 folgte die Ernennung zum Betriebsdirektor der Duisburger Hochofenbetriebe Hamborn und Schwelgern. Seit 1982 bis zu seinem Ruhestand 1994 war P. als Werksdirektor für alle Hochofenbetriebe der Thyssen-Gruppe im Duisburger Raum verantwortlich; in dieser Zeit wurden in seinem Zuständigkeitsbereich über 2 Mrd. DM investiert.

    P. hat die Modernisierung der Thyssen-Hochöfen und deren Ausbau zur größten Anlage in der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich mitbestimmt. Während seiner Berufszeit wurde die Kapazität eines Hochofens von ca. 1000 auf über 10 000 Tagestonnen Roheisen gesteigert bei gleichzeitiger Verringerung des spezifischen Brennstoffverbrauchs von 900 kg auf 450 kg/t Roheisen. Zahlreiche Innovationen wurden von P. maßgeblich beeinflußt. Dazu zählen der erste deutsche Gegendruck-Hochofen (1964), das Einblasen großer Mengen Schweröls bzw. Kohlenstaubs (1985), als infolge des Ölpreisanstiegs seit 1973 ein ölfreier Hochofenbetrieb angestrebt wurde, sowie die Weltpremiere des glockenlosen Gichtverschlusses (1972). Hinzu kamen die Forcierung des EDV-Einsatzes für die Prozeßsteuerung im Hochofenbereich und die automatische Funktionskontrolle der Einzelabläufe (vollständige elektronische Prozeßsteuerung 1987), die wesentliche Verbesserungen der Kühlung und Feuerfestausmauerung sowie der Roheisennachbehandlung (Entschwefelung) und Schlackenverwertung, ferner diverse Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs in allen Stufen des Hochofenprozesses und bei den vor- und nachgeschalteten Anlagen.

    Aufgrund wirtschaftlicher Notwendigkeiten und technischer Möglichkeiten wurde die Produktion von Roheisen auf immer weniger und größere Erzeugungseinheiten konzentriert. Zusammen mit Gerhard Heynert (1920–78) plante P. den ersten deutschen Großhochofen in Schwelgern und blies ihn 1973 an; dieser setzte nach Überwindung von großen Anfangsschwierigkeiten (Lärmemissionen, Riß im Ofenpanzer) mit durchschnittlich 8500 Tonnen Roheisen pro Tag technische und wirtschaftliche Maßstäbe. Gekrönt wurde seine Berufslaufbahn durch den Bau des größten europ. Hochofens „Schwelgern 2“ innerhalb von nur 19 Monaten P. engagierte sich durch namhafte Spenden für die Förderung geistig und körperlich behinderter Kinder.|

  • Auszeichnungen

    1982-92 Vors. d. Hochofenausschusses d. Ver. Dt. Eisenhüttenleute (VDEh, 1994 Ehrenmitgl.);
    Ehrenmitgl. d. Europ. Hochofenausschusses (1992);
    Thomas L. Joseph Award d. Iron and Steel Soc. d. American Inst. of Mining, Metallurgical and Petroleum Engineers (1992).

  • Werke

    139 Veröff., u. a.: Erzeugung v. titanhaltigem Roheisen u. seine Verarbeitung zu stickstoffarmem Stahl, in: Thyssenforschung 4, 1972, Nr. 3/4, S. 106-12 (mit H.-P. Haastert, F. Winterfeld, G. Bauer, J. Koenitzer u. G. Heynert);
    Gichtverschluß ohne Glocken f. Hochleistungsöfen, in: Stahl u. Eisen 93, 1973, S. 505-17 (mit G. Ringkloff);
    Die neuen Anlagen f. d. Roheisenerzeugung mit d. 14-m-Hochofen in Schwelgern, ebd. 94, 1974, S. 1283-91 (mit K.-A. Zimmermann u. G. Heynert);
    Entwicklung e. Prozeßsteuerungs- u. Optimierungssystems f. d. Hochofen Schwelgern, ebd. 104, 1984, S. 575-80 (mit W. Altpeter, H. J. Bachhofen, G. Günther u. K. H. Kreibich);
    Die Roheisenerzeugung als Vorstufe d. modernen Stahltechnol. in Gegenwart u. Zukunft, ebd. 106, 1986, S. 946-52 (mit B. Gerstenberg);
    Betrieb e. Großhochofens mit unterschiedl. Kokssorten b. hohen Kokseinblasmengen, ebd. 109, 1989, S. 1065-72 (mit J. Mandel, M. Peters u. B. Gerstenberg);
    Planung, Bau, Inbetriebnahme u. erste Betriebsergebnisse d. Hochofens 2 Schwelgern, ebd. 115, 1995, S. 41-56 (mit E. Schulz, W. Kowalski, H. J. Bachhofen, E. Wilms u. S. Land);
    Entschwefelung v. Roheisen d. Einblasen v. Karbidgemischen mittels Tauchlanzen, in: Thyssen Techn. Berr. 7, 1975, H. 1, S. 1-7 (mit H.-P. Haastert, W. Meichsner u. H. Rellermeyer);
    Eindüsen e. Schweröl-Wasser-Emulsion in Betriebshochöfen, ebd. 10, 1978, Nr. 2, S. 1-6;
    Einblasen v. feinkörnigen Kohlenstoffträgern in d. Hochofen, 1984;
    The iron and steel industry depends on the supply with blast-furnace coke etc., in: 1. Internat. Cokemaking Congress Essen, 1987;
    Limits of coal injection, in:6. Internat. Iron and Steel Gongress, Nagoya 1990, S. 492-99 (mit M. Peters, B. Korthas, K. Mülheims u. K. Kreibich).

  • Literatur

    Stahl u. Eisen 112, 1992, H. 6, S. 4, H. 8, S. 6, 116, 1996, H. 12, S. 4 (P);
    Stahlmarkt 1, 1997, S. 22 (P).

  • Autor/in

    Manfred Rasch
  • Zitierweise

    Rasch, Manfred, "Peters, Karl Heinz" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 245-246 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138755361.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA