Lebensdaten
1833 bis 1891
Geburtsort
Nassengrund bei Blomberg (Lippe-Detmold)
Sterbeort
Nassengrund bei Blomberg (Lippe-Detmold)
Beruf/Funktion
Schachmeister
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11859219X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Paulsen, Hermann Louis
  • Paulsen, Hermann Ludwig
  • Paulsen, Ludwig
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Zitierweise

Paulsen, Louis, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11859219X.html [26.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Wilhelm (1791–1869), aus Wöbbel (Lippe), Dr. phil., Ökonom, S d. Johann Christian (s. 1); M Sophie Tiemann (1803–53), aus Oberschönhagen b. (Bad) Meinberg (Lippe); B Wilfried (1828–1901), Ökonomierat in N., gründete auf seinem Gut e. Zucht- u. Prüfungsstation f. neue Kartoffelsorten (s. L); – ledig; N Wilhelm (1876–1954), Vors. d. Lipp. Landwirtschaftl. Hauptver.

  • Leben

    P, der auf dem elterlichen Gut aufwuchs, erlernte gemeinsam mit seinen Geschwistern vom Vater das Schachspielen, wobei er besonderes Talent erkennen ließ und bereits mit 7 Jahren die meisten Spieler seines Heimatortes besiegte. Um die Jahrhundertmitte zählte er zu den weitbesten Spielern. 1854 folgte er seinem Bruder Johann Ernst nach Amerika, der in Dubuque (Iowa) eine Tabakfabrik betrieb. 1857 erhielt er eine Einladung zum 1. Amerik. Schachkongreß nach New York, wo er hinter Paul Morphy, den er in einer Partie besiegen konnte, den zweiten Platz belegte. 1961, beim Ausbruch des Sezessionskrieges, kehrte P. nach Deutschland zurück und lebte fortan auf dem elterlichen Gut. Dieses leitete nun sein Bruder Wilfried, der sich als kgl. Ökonomierat mit der Kartoffelzüchtung befaßte und dabei u. a. Sorten mit dem Namen „Morphy“ und „Anderssen“ herausbrachte. P. unternahm Schachreisen zu den seit 1851 veranstalteten europ. Turnieren und siegte dabei 1861-89 in Bristol, Krefeld, Leipzig, Frankfurt/M. und Braunschweig, belegte zweite Plätze in London, Hamburg und Leipzig und eine Reihe von vorderen Plätzen in Baden-Baden, Wien, Berlin, Nürnberg und Breslau. In Zweikämpfen besiegte er so starke Gegner wie Ignaz v. Kolisch (1837–89) 1861 in London, Max Lange (1832–99) 1864 in Leipzig, Gustav Richard Ludwig Neumann (1838–81) 1864 in Berlin und Adolf Anderssen (1818–79) 1876 und 1877 in Leipzig. Einen Weltrekord stellte er|im Blindsimultanspielen auf, indem er gleichzeitig 15 Partien ohne Ansicht des Brettes spielte, wobei er nur selten eine Partie verlor. Zusammen mit seinem Bruder Wilfried, der ebenfalls ein beachtlicher Schachspieler war, dabei aber nicht P.s Klasse erreichte, erforschte er die Eröffnungstheorie und hinterließ, da er seiner Zeit theoretisch voraus war, der Schachwelt einige bis heute gültige Erkenntnisse, so z. B. in der Sizilianischen und der Französischen Verteidigung (Paulsen-Varianten).

  • Literatur

    J. Schorr (Hg.), Schachkongress Teplitz-Schönau im Okt. 1922, 1923 (P); The Enc. of Chess, 1977; The Batsford Chess Enc, 1990. – Zu Wilfried: Menschen v. lipp. Boden, hg. v. M. Staercke 1936, S. 345 ff.; Biogr. Hdb. Pflanzenbau.

  • Autor

    Helmut Wieteck
  • Empfohlene Zitierweise

    Wieteck, Helmut, "Paulsen, Louis" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 127 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11859219X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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