Lebensdaten
1886 bis 1951
Geburtsort
Ober-Ingelheim (Rheinhessen)
Sterbeort
Hohenschäftlarn bei München
Beruf/Funktion
Psychologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118789945 | OGND | VIAF: 100383701
Namensvarianten
  • Pauli, Richard Maria
  • Pauli, Richard
  • Pauli, Richard Maria
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Zitierweise

Pauli, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118789945.html [28.02.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1852–1930), Kaufm., S d. Carl (1823–92), Kaufm., u. d. Katharina Matthias (1821–83);
    M Caroline (1857–1939), T d. Carl Hirsch (1824–1900), Kaufm., u. d. Wilhelmine Blum (1835–1903);
    2 B Carl (1881–1912), Jurist, Eduard (1882–1950), Arzt;
    1918 Maria Schaus (1895–1974);
    1 S Rolf (1921–87), Ing., 1 T.

  • Leben

    Nach seiner Schulzeit in Koblenz begann P. 1906 an der Univ. Jena ein Studium der Philosophie bei Otto Liebmann, das er 1908 in Leipzig bei Gottlob Friedrich Lipps und Wilhelm Wundt fortsetzte. Kurz darauf wechselte er nach Würzburg, wo er sich am Lehrstuhl von Oswald Külpe (1862–1915) vor allem mit experimenteller Psychologie befaßte und zudem Lehrveranstaltungen des Physiologen Max v. Frey besuchte. 1909 ging P. mit Külpe nach Bonn und wurde dort 1911 zum Dr. phil. promoviert. Nachdem er sich 1914 in München habilitiert und während des 1. Weltkriegs als Sanitätssoldat gedient hatte, übernahm er 1919 die Stelle eines Konservators am Psychologischen Institut der Univ. München (ao. Prof. 1920).

    P. bemühte sich um den Ausbau der psychologischen Methodenlehre sowie die Begründung einer theoretischen Psychologie. Hier sollte der Theorie der Selbstbeobachtung grundlegende Bedeutung zukommen. Sein „Psychologisches Praktikum“ (1919, 71972) diente an vielen Universitäten als Leitfaden für die experimentell-psychologische Ausbildung von Studenten. Während seiner langjährigen Tätigkeit an der Münchner Universität hielt P. unter Mitwirkung von Kollegen (z. B. Erich Becher, Kurt Huber, Alois Wenzl) selbst regelmäßig psychologische Praktika ab. Mit seinen Arbeiten zur sog. Enge des Bewußtseins versuchte er, auf experimentellem Wege und unter Verwendung eines selbstkonstruierten Apparates zu klären, ob zwei psychische Leistungen höherer Art gleichzeitig möglich sind. Seit den 30er Jahren entwickelte P. auf der Grundlage des Kraepelinschen Arbeitsversuchs einen standardisierten Test (Pauli-Test). Bei diesem psychodiagnostischen Verfahren muß der Proband ca. 60 Minuten lang einstellige Zahlen möglichst rasch addieren. Aufgrund der Gesamtleistung, der Fehlerzahl, der Leistungsschwankungen etc. werden dann Rückschlüsse auf psychische Leistungsmerkmale (z. B. Konzentration) und Persönlichkeitsmerkmale gezogen. Außerdem versuchte P. im Zuge seiner Bemühungen um eine induktive Religionsphilosophie, die Ergebnisse und Theorien insbesondere derjenigen Einzelwissenschaften, die sich mit Fragen der Religion näher befassen (Religions-gesch., -psychologie, -soziologie, Theologie), abschließend zu betrachten, um Aufschluß über Wesen und Berechtigung der Religion zu gewinnen.

  • Werke

    u. a. Üb. d. Beurteilung d. Zeitordnung v. opt. Reizen im Anschluß an e. v. E. Mach beobachtete Farbenerscheinung, Diss. Bonn 1911;
    Üb. e. Methode z. Unters. u. Demonstration d. Enge d. Bewußtseins sowie z. Messung d. Geschwindigkeit d. Aufmerksamkeitswanderung, 1913 (Habil.schr.);
    Üb. psych. Gesetzmäßigkeit, 1920;
    Einf. in d. experimentelle Psychol., 1927;
    Die Enge d. Bewußtseins u. ihre experimentelle Unters., in: Archiv f. d. gesamte Psychol. 74, 1930, S. 201-57;
    Der Arbeitsversuch als charakterolog. Prüfverfahren, 1943 (u. d. T.: Der Pauli-Test, 21951, 51975);
    Das Wesen d. Rel., 1947.

  • Literatur

    W. Traxel, R. P. (1886-1951), Ein Klassiker d. Experimentellen Psychol. in seiner Zeit, in: Psycholog. Btrr. 28, 1986, S. 301-31;
    W. Holzapfel, R. P. u. sein Plan zu e. theoret. Psychol., 1995;
    Ziegenfuß.

  • Autor/in

    Wolfgang Holzapfel
  • Empfohlene Zitierweise

    Holzapfel, Wolfgang, "Pauli, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 123 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118789945.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA