Lebensdaten
um 1400 – 1450
Beruf/Funktion
Bischof von Olmütz ; Bischof
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138715467 | OGND | VIAF: 90974740
Namensvarianten
  • Paul
  • Paul von Milicín und Talmberk
  • Paul von Miltschin und Thalenberg
  • mehr

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Zitierweise

Paul von Miltschin und Thalenberg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138715467.html [17.08.2022].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Rittergeschl. v. M.

  • Biographie

    P. genoß eine gelehrte Bildung (u. a. im kanon. Recht) und schlug in Böhmen während der Hussitischen Revolution die Laufbahn eines (kath.) Weltgeistlichen ein. In Olmütz erwarb er Pfründen als Kanoniker, später als Propst. Auch in Prag wurde er Kanoniker und sogar Propst des Domkapitels an der St. Veit-Kathedrale. Der Gunst Ks. Sigismunds verdankte er 1434 die Propstwürde am Wyschehrad und das damit verbundene Amt des Kanzlers der Könige von Böhmen, übte letzteres aber nicht aus, da Kaspar Schlick (um 1395/96-1449) faktisch als Kanzler amtierte. Noch 1434 wurde P. vom Olmützer Kapitel zum Bischof gewählt, empfing im folgenden Jahr die Legaten des Basler Konzils in Brunn und wurde dort in Anwesenheit zahlreicher Fürsten, so Ks. Sigismunds und Hzg. Albrechts von Österreich, vom Legaten Bf. Philibert konsekriert. Da in seinem Bistum die Struktur der kath. Kirche grundsätzlich erhalten geblieben war, galt es als bedeutende Basis gegen die Hussiten. P. nahm an den Verhandlungen zwischen den Legaten und der hussit. Delegation in Brünn und Iglau teil und forderte als Mitglied des weitgehend unnachgiebigen mähr.-kath. Klerus von den Legaten ihren Einsatz für ein Verbot des Laienkelchs, die Rückgabe entfremdeter Kirchengüter und eine Milderung der finanziellen Belastungen in seinem Bistum. Insgesamt konnte er seine harte Linie nicht durchsetzen, die Legaten mußten sogar mäßigend auf P. einwirken. Im Sommer 1438 krönte er in Prag den Habsburger Albrecht (1397–1439), Mgf. von Mähren und bereits König von Ungarn und röm.-deutscher König, zum König von Böhmen. Nach dessen Tod war er 1440 zusammen mit dem Landeshauptmann und der Landesgemeinde bedeutender Teilnehmer eines Landfriedens für Mähren. P. ist als energischer, sich für die Wiedergewinnung der verlorenen Position einsetzender und weniger den Ausgleich suchender Vertreter der kath. Partei in Böhmen anzusehen. Von den Hussiten angefeindet, soll er sich eine Leibwache zugelegt haben.

  • Literatur

    Monumenta Conciliorum Generalium saeculi decimi quinti, Concilium Basilense I, hg. v. F. Palacký u. E. Birk, 1857;
    A. Frind, Die KGesch. Böhmens IV, 1878, S. 142 f. u. 157;
    K. Pohl, Btrr. z. Gesch. d. Bischöfe v. Olmütz im MA, 1940;
    A. Zelenka, Die Wappen d. böhm. u. mähr. Bischöfe, 1979, S. 210 f.;
    A. Roubic, Olomouc a basilejský koncil, in: Husitský Tábor 8, 1985, S. 133-14;
    J. Válka, Cesta Moravy ke kompaktátům, in: Ji ní Morava 24-27, 1988, S. 91-114;
    ders., Středověká Morava, Dějiny Moravy díl I, 1991, S. 145-49;
    Biogr. Lex. Böhmen.

  • Autor/in

    Karel Hruza
  • Zitierweise

    Hruza, Karel, "Paul von Miltschin und Thalenberg" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 107-108 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138715467.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA