Lebensdaten
um 1531 bis 1588
Sterbeort
Elbing
Beruf/Funktion
Karmelitermönch ; reformierter Theologe
Konfession
katholisch,reformiert
Normdaten
GND: 118853805 | OGND | VIAF: 4940716
Namensvarianten
  • Daten, Petrus
  • Daten, Pieter
  • Dathenus, Petrus
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Zitierweise

Dathenus, Petrus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118853805.html [17.04.2021].

CC0

  • Leben

    Als Karmelitermönch in Ypern schloß D. sich in jungen Jahren der Reformation an und nahm die evangelische Predigt in Westflandern (Courtrai, Poveringhe) mit solchem Eifer auf, daß er sich bald zur Flucht nach England genötigt sah. Durch die katholische Reaktion unter Königin Maria wieder vertrieben, wurde er von Johann Laski zum Pfarrer an der niederländischen Flüchtlingsgemeinde in Frankfurt/Main berufen (1555). Im Zusammenhang mit den Lehrstreitigkeiten verbot der Magistrat der lutherischen Stadt den französischen und niederländischen Reformierten die (zunächst) öffentliche Ausübung ihrer Religion (1561). D. fand nun mit einem Teil der Gemeinde Zuflucht bei Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz in Frankenthal. Als dessen Hofprediger konnte er sich erfolgreich für die Einigung und Organisation der niederländisch-reformierten Kirche einsetzen. Er übersetzte den Heidelberger Katechismus (1563), ferner - in Anlehnung an Clemens Marot - die Psalmen zum kultischen Gebrauch für seine Landsleute (1566). Wir finden ihn als Leiter des Konvents von Wesel (1568), wo die niederländischen Theologen sich eine Kirchenordnung entwarfen, und der Dordrechter Synode von 1578. Beim Frankenthaler Religionsgespräch mit den Täufern (1571) trat er als Wortführer der Reformierten in Erscheinung. Die Pazifikation von Gent (1576) ermöglichte ihm 1578 die Rückkehr in die Niederlande, gab als Kompromißlösung aber den Anlaß zum Streit mit Wilhelm I. von Oranien und zwang D. zu erneuter Flucht. Bei seiner voreiligen Rückkehr wurde er 1585 für einige Wochen gefangen gesetzt und ging nach seiner Freilassung außer Landes (Husum, Stade, Danzig). Die letzten Lebensjahre verbrachte er als Arzt in Elbing. Kompromißlose Feindschaft gegen die römische Kirche und die Täufer wie Mäßigung gegenüber den Lutheranern charakterisieren seine Haltung in gleicher Weise.

  • Literatur

    ADB IV (unter Daten);
    PRE;
    Biogr. Nat. Belge;
    RGG;
    NNBW (L);
    Schottenloher I;
    Bauer, in: Altpreuß. Biogr. I, 1941.

  • Autor/in

    Heinz Kraft
  • Empfohlene Zitierweise

    Kraft, Heinz, "Dathenus, Petrus" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 521 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118853805.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Daten: Pieter D., bekannter unter seinem latinisirten Namen Petrus Dathenus, war geb. zu Casselberg in Westflandern 1531; entfloh, von Calvin's Lehre ergriffen, aus dem Kloster zu Poperingen nach England, wo König Eduard VI. ihn zum Prediger beförderte; kam 1555 nach Frankfurt a. M., später nach Heidelberg als Rath Johann Casimirs von der Pfalz. Nach 1560 predigte er in Flandern und half den Bildersturm entflammen. Vor Alba's Ankunft flüchtete er wieder nach Heidelberg, kehrte aber 1578, 1579, 1584 nach Gent zurück um mit Jan van Hembyse die Herrschaft des fanatischen Pöbels gegen Wilhelm von Oranien durchzusetzen. Nach der Uebergabe von Gent wurde er eine Zeit lang zu Utrecht wegen antioranischer Predigten gefangen gehalten; 1585 entlassen begab er sich nach Stade, später nach Elbing, wo er 1590 starb. Litterarische Bedeutung erlangte er durch „De Psalmen Davids en andere Lofsangen wt der Fransoyschen (Clement Marot und Th. Beza) Dichte in Nederlantschen ouer gheset door Petrum Dathenum“, 1566. 1574 auf der Synode zu Dordrecht als Gesangbuch der reformirten Kirche angenommen, blieben sie dies bis 1773, trotz der metrischen Unkunst und der Fehler der Uebersetzung.

    • Literatur

      Ueber P. D. s. bes. H. ter Haar, Specimen hist.-theologicum de Petro Datheno, Utrecht 1859.

  • Autor/in

    Martin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Martin, "Dathenus, Petrus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 764 unter Daten, Pieter [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118853805.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA