• Leben

    Dassovius: Theodor D., geb. zu Hamburg, auf dem dortigen Gymnasium gebildet, studirte seit 1669 in Gießen, seit 1674 in Wittenberg, reiste 1676 bis 1678 nach Holland und England, ward alsdann Professor der Poesie und außerordentlicher Professor der orientalischen Sprachen, 1689 ordentlicher Professor, 1699 Dr. theol., Pastor und Professor zu Kiel, zuletzt dänischer Generalsuperintendent in Holstein und Propst zu Rendsburg, im Januar 1721. Biographie und ausführliches Schriftenverzeichniß s. bei Jöcher. — Ueber seinen Streit mit A. H. Francke vgl. Buddeus, Isag. hist. theol. p. 1361. — Seine zahlreichen Dissertationen beziehen sich meist auf hebräische Alterthümer, denen auch sein Hauptwerk „Antiquitates hebraicae quam plurima utriusque foederis loca difficiliora illustrantes ed. 1742“ gewidmet ist. Dasselbe enthält reiches Material, welchem aber übersichtliche Anordnung und kritische Sichtung abgeht. Namentlich fehlt es auch an festen chronologischen Gesichtspunkten. — Er war auch im Rabbinischen bewandert und versuchte dasselbe für die Bibelerklärung nutzbar zu machen im „Rabbinismus philolog. sacrae ancillantis in vatic. Jerem.“ 2 partt. 1674; andere Schriften s. b. Jöcher.

  • Autor/in

    Siegfried.
  • Empfohlene Zitierweise

    Siegfried, "Dassovius, Theodor" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 762 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116028327.html#adbcontent

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