Lebensdaten
1763 oder 1766 bis 1839
Beruf/Funktion
badischer Staatsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116331445 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Andlaw-Birseck, Konrad Karl Friedrich Freiherr von und zu

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Andlaw-Birseck, Konrad Karl Friedrich Freiherr von und zu, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116331445.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad, fürstbischöflicher Baselscher Landvogt zu Birseck;
    M Balbina von Staal;
    1798 Sophie von Schakmin, aus lothringischer Familie; 4 K, u. a. Franz (s. 1), Heinrich (s. 2).

  • Leben

    A. war 1770-91 französischer Offizier, trat, weil er den Eid auf die Verfassung der Republik nicht leisten wollte, in fürstbischöflich Basel|sche Dienste, mußte aber 1792 infolge der französischen Revolution das Land verlassen. Er studierte u. a. in Würzburg und wurde nach einigen Auslandsreisen vorderösterreichischer Regierungsrat in Freiburg. Als der Breisgau 1802 an das Haus Modena überging, wurde er Regierungspräsident und 1806 unter badischer Herrschaft Hofrichter in Freiburg, 1809 Zivilkommissar der badischen Truppen in Wien. 1809 bis 1810 vertrat er Baden als außerordentlicher Gesandter bei den Territorialverhandlungen in Paris. 1810-13 war er badischer Minister des Innern, nach vorübergehender Rückkehr nach Freiburg Anfang 1814 alliierter Gouverneur der Freigrafschaft Burgund, des Departements Vogesen und des Fürstentums Pruntrut. Nach dem ersten Pariser Frieden (30.5.1814) siedelte er nach Arlesheim über und wollte (gegen Metternich und Zar Alexander) aus dem ehemaligen Bistum Basel einen Kanton unter seiner Regierung bilden, scheiterte aber an den von den Verbündeten verlangten Requisitionen, die ihn im Lande verhaßt machten, und an der erfolgreicheren Politik Berns, das als Entschädigung für den Aargau und die Waadt den Jura verlangte. Er übergab das Land 1815 den Kantonen Bern und Basel und war bis 1837 wieder Hofrichter in Freiburg. Er unterhielt stets enge Beziehungen zum katholischen Adel und zum Prälatenstand des Landes.

  • Literatur

    ADB I;
    Bad. Biogrr. I, 1875, S. 5-7;
    W. Andreas, Baden nach d. Wiener Frieden 1809. in: Neujahrsbll. d. Bad. Hist. Komm., NF 15, 1912, S. 28-77;
    HBLS I. 1921.

  • Portraits

    Pastell hinter Glas u. Ölgem. (beide Familienbesitz v. Breiten-Landenberg, Laisackerhof, Untermünstertal);
    Ölgem. (Familienbesitz v. Mentzingen. Hugstetten b. Freiburg).

  • Werke

    zum Gesamtartikel: J. Kindler v. Knobloch, Oberbad. Geschlechterbuch I, 1898, S. 13 ff.

  • Autor/in

    Martin Wellmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Wellmer, Martin, "Andlaw-Birseck, Konrad Karl Friedrich Freiherr von und zu" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 272 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116331445.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Andlaw-Birseck: Konrad Karl Friedrich A.-B., Reichsfreiherr von und zu B., geb. im Dec. 1766, 25. Oct. 1839, war der vierte Sohn des fürstbischöfl. basel'schen Landvogtes des Bezirks Birseck, Konrad von Andlaw und der Balbina von Staal. In Folge der durch die französische Revolution in seiner Heimath eingetretenen Ereignisse aus derselben vertrieben, suchte und fand er Anstellung in Vorderösterreich. Er war Regierungsrath zu Freiburg, als der Breisgau im J. 1806 an Baden überging; er trat als Hofrichter in badische Dienste über. In den J. 1809 und 1810 vertrat er das Großherzogthum Baden als außerordentlicher Gesandter am Hofe Napoleon's I. In Paris, 1811, wurde er zum Minister des Innern ernannt, eine Stelle, die er im J. 1813 wieder mit der früheren, eines Hofrichters zu Freiburg vertauschte. Im J. 1814 in das Hauptquartier der verbündeten Mächte berufen, wurde ihm die Stelle eines Generalgouverneurs der Franchecomté mit dem Sitze in Vesoul übertragen, die er bald mit der gleichen Würde im ehemaligen Fürstbisthum Basel vertauschte und bis zum J. 1817, bis zum Uebergange dieses Gebietes an die Schweizer Eidgenossenschaft bekleidete. Von da an lebte v. A. wieder bis zu seiner Pensionirung im J. 1833 als Hofrichter zu Freiburg, wo er, 73 Jahre alt, starb. Im J. 1798 hatte er sich mit Sophie v. Schakmie vermählt und es waren aus dieser Ehe 4 Kinder entsprossen. Von ihnen trat Heinrich Bernhard, geb. zu Freiburg 20. August 1802, in Freiburg 3. März 1871, nach Vollendung seiner Universitätsstudien in badische Militärdienste, die er jedoch bald wieder verließ, um eine Civilanstellung zu übernehmen. Seit dem J. 1830 lebte er als Privatmann auf seinem Gute Hugstetten oder in Freiburg. In den J. 1835 bis 1866 war er zu verschiedenen Malen als Vertreter des grundherrlichen Adels ob der Murg Mitglied der badischen ersten Kammer, wo er mit Eifer die katholischen Interessen vertrat. Außer der sehr entschiedenen Stellung in allen das kirchliche Gebiet berührenden Fragen regte er zu wiederholten Malen die Aufhebung des Hazardspieles zu Baden-Baden an. In seinen letzten Jahren verlegte er seine Thätigkeit mehr in die Presse und öffentliche Versammlungen, in denen er als einer der bedeutendsten Führer des Ultramontanismus eine Rolle spielte. Die Generalversammlungen der katholischen Vereine Deutschlands wählten ihn mehrere Male zu ihrem Präsidenten.

    Litterarisch machte er sich durch eine Schrift: „Der Umsturz in Baden“, Freiburg 1850, bekannt, welche ihn in eine politisch-litterarische Fehde mit dem Staatsrath Bekk verwickelte. Außerdem erschienen von ihm verschiedene Flugschriften über kirchenpolitische Fragen.

  • Autor/in

    v. Weech.
  • Empfohlene Zitierweise

    Weech, Friedrich von, "Andlaw-Birseck, Konrad Karl Friedrich Freiherr von und zu" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 431 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116331445.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA