Lebensdaten
1860 bis 1940
Geburtsort
Genf
Sterbeort
Braunschweig
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; NS-Redner ; Mitbegründer des Bundes für Deutsche Kirche
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 123286026 | OGND | VIAF: 69831510
Namensvarianten
  • Andersen, Friedrich Karl Emil
  • Andersen, Friedrich
  • Andersen, Friedrich Karl Emil
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Zitierweise

Andersen, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123286026.html [21.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Peter Friedrich Andersen (1816–99), Kirchenpropst in Grundhof (Schleswig-Holstein), 1848 vertrieben, 1865 zurückgekehrt, in der Zwischenzeit Pastor der deutschen Gemeinde in Genf;
    M Caroline (1822–1907), T des Kaufmanns Johann Heinrich Bärens in Flensburg und der Friederike Franziska Borchers;
    Gvv Balthasar Andersen, Pastor in Bülderup;
    Gmv Anna Maria Petersen;
    Schleswig 24.5.1889 Meta Anna Gertrud Adele, T des Malers Christian Carl Magnussen (1821–96) und der Johanna Daniella (Ella) Jacoby (1847–1911) aus Hamburg;
    2 S, 2 T.

  • Leben

    A. war seit 1890 Diakonus und seit 1900 bis zu seiner Pensionierung Hauptpastor an der Johanniskirche in Flensburg. Von der Lektüre H. St. Chamberlains beeinflußt, begann er sich 1904 aus einem Vertreter protestantischer Orthodoxie zu einem Dilettanten historischer Bibelkritik und Verfechter liberalster Theologie mit immer stärker werdendem deutsch-völkischen Akzent zu entwickeln. 1907 und 1913 hatte er als radikaler Gegner des Alten Testaments und „aller jüdischen Trübungen der reinen Jesuslehre“ Konflikte mit seiner Kirchenbehörde und berief sich zu seiner Verteidigung vor allem auf A. von Harnacks „Marcion“. Mit A. Bartels und H. von Wolzogen veröffentlichte er zum Reformationsfest 1917 fünfundneunzig Leitsätze über „Deutschchristentum auf rein-evangelischer Grundlage“ und gründete 1921 mit K. Niedlich und Gleichgesinnten der Arndthochschule Berlin den „Bund für deutsche Kirche“. Schon 1928 als Redner für die NSDAP tätig, wurde er später Schulungsleiter und verteidigte 1936 in sechs Vorträgen A. Rosenbergs „Mythus des XX. Jahrhunderts.“. - A.s Entwicklung bietet das Musterbeispiel für den Umschlag liberalster historistischer Theologie in intoleranten deutsch-völkischen Dogmatismus; an ihr wird der Ursprung der deutsch-christlichen Verirrungen der nationalsozialistischen Zeit anschaulich.

  • Werke

    Weitere W Wie es wohl wirklich war, Gesch. d. Meisters v. Nazareth ohne Legenden u. theolog. Zusätze, 1938 (mit Verz. v. A.s 33 Schrr.).

  • Literatur

    Tecklenburg, Ein Vorkämpfer dt. Christentums, in: Nationalkirche 11, 1940, S. 158;
    RGG. - Qu.: Personalakt A.s b. Landeskirchenamt Kiel (P).

  • Autor/in

    Hans Buchheim
  • Empfohlene Zitierweise

    Buchheim, Hans, "Andersen, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 268 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123286026.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA