Lebensdaten
1747 – 1793
Sterbeort
Freiberg (Sachsen)
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 140200150 | OGND | VIAF: 103743247
Namensvarianten
  • Wenzel, Carl Friedrich
  • Wenzel, Karl Friedrich
  • Wenzel, Carl
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Zitierweise

Wenzel, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140200150.html [19.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Gottlob Wen(t)zel (1715–62), Buchbindermeister seit 1739 in D., sächs. Gen.-Accis-Buchbinder;
    M Eva Dorothea Großmann;
    1786 1790 Johanna Christiana Wilhelmina Förster.

  • Biographie

    W., der den Beruf seines Vaters nicht erlernen wollte, verließ nach dessen Tod Dresden mit dem Plan, Verwandte am Kap der Guten Hoffnung zu besuchen. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Siegelgraveur und gelangte über Hamburg nach Amsterdam. Statt eine Reise nach Südafrika anzutreten, absolvierte er hier eine Lehre bei einem Apotheker und Wundarzt. Mit diesem ließ er sich als Gehilfe für zwei Schiffsreisen nach Grönland anheuern und blieb nach dessen Tod als Schiffswundarzt in niederl. Diensten. 1766 nach Deutschland zurückgekehrt, begann W. 1768 an der Univ. Leipzig, Chemie bei Carl Wilhelm Poerner (1732–96) zu studieren. Ohne einen formellen Abschluß erworben zu haben, arbeitete er in den 1770er Jahren als Privat-Chemiker in Dresden und gewann 1776 eine Goldmedaille für die Beantwortung einer Preisfrage der dän. Akademie der Wissenschaften (Chym. Versuche, die Metalle vermittelst d. Reverberation in ihre Bestandtheile z. zerlegen, 1781). Seit 1779 war W. Montanbeamter im kursächs. Hüttenwesen; 1786 wurde er Assessor des Oberhüttenamtes in Freiberg. Seit 1781 war er auch Arkanist in der Meißener Porzellanmanufaktur, wo er sich auf Innovationen im Bereich der Porzellanpigmente, v. a. des Unterglasur-Kobaltblaus, spezialisierte.

    W. beschäftigte sich bereits in seiner ersten anonymen Veröffentlichung „Einleitung zur höheren Chemie, welche die Zerlegung der Körper in sich enthält“ (1. T., 1773) mit den Ursachen für chemische Reaktionen. Für die chemische Theorie ist besonders W.s „Lehre von der Verwandtschaft der Körper“ (1777, ²1782) bedeutend, in der er das Massenwirkungsgesetz vorwegnahm, das erst fast siebzig Jahre nach seinem Tod experimentell bestätigt wurde. Nach diesem ist die chemische Wirkung eines Körpers proportional und abhängig von dessen reaktiver oder wirksamer Menge oder seiner Konzentration. Diese Publikation W.s wurde nicht nur in Deutschland, sondern auch in Schweden (Carl Wilhelm Scheele, 1742–86) und Frankreich (Louis Bernard Guyton de Morveau, 1737–1816) intensiv rezipiert. Während seiner Zeit in Freiberg und Meißen veröffentlichte er einige Arbeiten zur Probierkunde und Mineralogie. Da W. nie eine formelle akademische Stelle inne hatte, sind keine Schüler bekannt.

  • Auszeichnungen

    |Mitgl. d. Berliner Ges. naturforschender Freunde.

  • Werke

    Weitere W u. a. Einl. z. höheren Chemie, 2. T., 1774;
    Chym. Unters. d. Flußspates, 1783;
    Ueber d. Schießen in Bergwerken u. Steinbrüchen, in: A. W. Köhlers bergmänn. Journ. 2, 1790, S. 177–98;
    Ueber d. vortheilhafteste Art, Zinnerze z. probiren, in: Neues bergmänn. Journ. 1, 1795, S. 161–68.

  • Literatur

    |ADB 41;
    K. Hufbauer, The Formation of the German Chemical Community, 1982;
    L. Dunsch, Zur Biogr. d. Chemikers C. F. W. (1747–1793), in: NTM, Zs. f. Gesch. d. Naturwiss., Technik u. Med. 18, 1981, S. 49–57;
    Pogg. II;
    Lex. bed. Chemiker.

  • Porträts

    |Radierung v. J. H. Lips, 1777 (Archiv d. Dt. Mus. München).

  • Autor/in

    Peter Konečný
  • Zitierweise

    Konečný, Peter; Konecny, Peter, "Wenzel, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 797 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140200150.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Wenzel: Karl Friedrich W., geboren 1740 zu Dresden, am 26. Februar 1793 zu Freiberg. Er war zunächst als Buchbindergeselle bei seinem Vater in der Werkstatt thätig; dann machte er mehrere Reisen, u. a. nach Grönland und wurde dann Schiffswundarzt in holländischen Diensten. Erst später begann er in Leipzig zu studiren, und beschäftigte sich drei Jahre lang mit Chemie. 1780 wurde er Chemiker bei der kurfürstl. sächs. Schmelzadministration, 1785 Oberhüttenamtsassessor in Freiberg und 1786 Chemiker der Porzellanfabrik zu Meißen. W. war neben Richter der erste, der sich mit dem Problem der chemischen Verwandtschaftslehre befaßte. Doch sind seine Ideen ziemlich unfruchtbar geblieben und erst in neuerer Zeit wieder hervorgeholt worden. „Einleitung z. höheren Chemie" (Lpzg. 1774); „Lehre von der Verwandtschaft d. Körper" (Dresd. 1777, 2. Aufl. 1782); „Chymische Untersuchung d. Flußspates“ (Dresd. 1783); „Chymische Versuche, die Metalle vermittelst der Reverberation in ihre Bestandtheile zu zerlegen“ (Kopenhagen 1781, Preisarbeit); „Ueber das Schießen in Bergwerken und Steinbrüchen“ (Bergmänn. Journal II, 1790); „Ueber die vortheilhafteste Art, Zinnerze zu probiren“ (Neues bergmänn. Journal I, 1795).

    • Literatur

      Poggendorff, Biogr.-litt. Handwörterbuch.

  • Autor/in

    Oppenheimer.
  • Zitierweise

    Oppenheimer, Carl, "Wenzel, Carl" in: Allgemeine Deutsche Biographie 41 (1896), S. 739 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140200150.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA